07.09.2017 von Nina Grötschl

Darmgesund mit Mandeln und Pistazien

Der regelmäßige Konsum von Mandeln und Pistazien kann die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Darm positiv beeinflussen. Zwei aktuelle Studien nehmen das darmstärkende Potenzial von Mandeln, Mandelhäuten und Pistazien sowie die damit verbundenen gesundheitlichen Benefits unter die Lupe.

Nüsse schmecken nicht nur gut, sondern pushen auch  die Darmflora. Um zu beobachten, wie der Verzehr von Nüssen auf die Darmbakterien wirkt, konsumierten in einer Interventionsstudie 48 gesunde Probanden über einen Zeitraum von sechs Wochen täglich 56 g geröstete Mandeln. Nach sechs Wochen zeigte sich folgendes: Personen, die täglich Mandelhäute oder Mandeln aßen, wiesen in ihrer Darmflora eine deutlich höhere Menge an Bifidobakterien und Lactobacillen auf. Diese sind vor allem für die Verdauung wichtig und sorgen für einen gesunden Bakterienmix im Darm. Unter anderem geht dieser Effekt auf eine erhöhte Enzymaktivität in der Darmflora zurück. Die Studienergebnisse belegen nämlich, dass durch den Verzehr von Nüssen vor allem das Enzym ß-Galactosidase stark ansteigt. Es wird hauptsächlich durch Bifidobakterien und Lactobazillen gebildet und fördert die Darmgesundheit. Gleichzeitig nimmt die Aktivität der Enzyme ab, die von schädlichen Bakterien wie Clostridium oder Shigella produziert werden. Dazu zählen: β-Glucuronidase, Nitroreduktase und Azoreduktase. Mandeln reduzieren also gesundheitsschädliche Stoffe im Dickdarm. 

Wissenswert

Mandeln und Pistazien verderben leicht. Durch falsche Lagerung oder zu viel Feuchtigkeit verbreiten sich Schimmelpilzgifte rasch. Ware, die muffig riecht oder blaue Flecken aufweist, sollte keinesfalls verzehrt werden. Damit Mandeln und Pistazien nicht ranzig werden, bewahrt man sie am besten in einer fest verschlossenen Dose im Kühlschrank auf (max. vier Wochen). Tiefgefroren halten sie bis zu zwölf Monate. 

Darmkrebs mit Pistazien vorbeugen?

Auch Pistazien wirken günstig auf den Darm. Yiu et al. untersuchten, ob die tägliche Aufnahme von Pistazien über einen Zeitraum von drei Wochen die Zusammensetzung der Mikrobiota beeinflusst. Die Probanden aßen täglich jeweils eineinhalb oder drei Handvoll Pistazien á 28 g. Zu Beginn und nach drei Wochen wurden Stuhlproben der Teilnehmer gesammelt und das Bakterienmilieu analysiert. Das Ergebnis: Jene Personen, die täglich zwischen 42 g und 84 g Pistazien aßen, wiesen eine erhöhte Menge an Butyrat-produzierenden Bakterien im Darm auf. Die kurzkettige Fettsäure Butyrat hilft dabei, Darmkrebs vorzubeugen, indem sie die Dickdarmzellen davor schützt, bösartig (kanzerogen) zu werden.

Fazit

Mandeln und Pistazien beeinflussen die Zusammensetzung der Darmbakterien und die Enzymaktivität im Verdauungstrakt positiv. Mandeln verbessern die Darmgesundheit indem sie die Menge der Bifidobakterien und Lactobazillen in der Darmflora erhöhen. Pistazien haben eventuell vorbeugende Effekte bei Darmkrebs.

 

Literatur

Yiu et al. (2014): Prebiotic effects of almonds and almond skins on intestinal microbiota in healthy adult humans. Anaerobe 26,1-6.

Ukhanova et al. (2014): Effects of almond and pistachio consumption on gut microbiota composition in a randomized cross-over human feeding study. British Journal of Nutrition, 111, 2146-2152.

 

 

 

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