04.03.2019 von Elisabeth Rudolph

Deutschland, wie es isst

Wie ist die Einstellung der Deutschen zum Essen und zu Lebensmitteln? Wo kaufen sie ein, wie informieren sie sich und was essen sie am liebsten? Diese und weitere Fragen wurden im deutschen Ernährungsreport 2018 unter die Lupe genommen.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Oktober 2017 eine repräsentative Umfrage an 1000 Deutschen im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durchgeführt. Sie spiegelt die freiwillige Selbstauskunft der Deutschen über ihre Ess-, Koch- und Einkaufsgewohnheiten. Die Ergebnisse wurden im deutschen Ernährungsreport 2018 veröffentlicht, der bereits der Dritte dieser Serie nach 2015 und 2016 ist. 
So unterschiedlich die Ernährungsgewohnheiten von Jung und Alt in Deutschland auch sein mögen, in einem sind sie sich einig: Wichtig ist, dass das Essen schmeckt und ja, gesund sollte es auch sein. Das Thema Ernährung nimmt also nach wie vor einen hohen Stellenwert ein und neun von zehn Befragten sind der Meinung, dass das Fundament einer gesunden und richtigen Ernährung bereits im Kindesalter gelegt werden soll.

Was täglich auf den Tisch kommt

Knapp drei Viertel der Befragten halten Obst und Gemüse nicht nur für gesund, sie gaben auch an, es täglich zu essen. Daneben sind Milchprodukte im Aufwind: Bei zwei von drei Menschen finden sich Käse, Joghurt oder Topfen am täglichen Speiseplan. Auch Milch und Milchgetränke erfreuen sich großer Beliebtheit, denn 40 % der Befragten trinken täglich Frischmilch, Buttermilch oder Molke. Dennoch rangiert Wasser als Durstlöscher unangefochten an erster Stelle: Fast jeder trinkt es Tag für Tag. In der Flüssigkeitsbilanz darf auch der Muntermacher Nummer 1 – der Kaffee – nicht fehlen. Acht von zehn Menschen schlürfen mindestens eine Tasse täglich davon. Etwa genauso viele Menschen greifen zu Tee, hingegen trinkt nur knapp jeder Fünfte Softdrinks jeden Tag.

Immer mehr aus der Region

Knapp acht von zehn Befragten achten auch auf regionale Produkte. Frauen ist das generell wichtiger als Männern, Älteren wiederum wichtiger als Jüngeren. Die Befragten schauen darauf, ihren Einkauf nahe des Wohnortes zu erledigen, dabei steht der Einkauf im Supermarkt gefolgt vom Diskonter und den Fachgeschäften an erster Stelle. Für den Lebensmitteleinkauf ist das Internet noch keine Alternative.
Neben Regionalität wollen die Einkäufer gut informiert sein und legen auf umfassende Informationen auf den Lebensmittelverpackungen wert. Dabei sind vor allem Angaben zu Inhalts- und Zusatzstoffen, potentiellen Allergenen sowie das Mindesthaltbarkeitsdatum wichtig und fließen gerne in die Kaufentscheidung ein. Knapp zwei Drittel der Befragten nutzen die Informationen am Ort des Einkaufs, ca. die Hälfte informiert sich via Onlinerecherche. Werbung und Infobroschüren sind ebenso hoch im Kurs. Jeder Fünfte besucht Internetforen, um mehr über Lebensmittel zu erfahren. Auch wenn die Menschen gut über Lebensmittel informiert sind, wünschen sie sich mehr Ernährungsbildung. Immerhin sind neun von zehn Befragten der Meinung, dass die Grundlagen über Ernährung und Lebensmittel bereits in der Schule gelegt und erlernt werden sollten.  

Kochmuffel adé

Die Deutschen kochen gerne, essen gerne und genießen dabei. Die Begeisterung für das Kochen zieht sich durch alle Altersgruppen: Drei Viertel der Befragten haben Freude am Kochen, 43 % kochen sogar täglich, Frauen lieber und öfter als Männer. Je größer der Haushalt ist, desto lieber wird gekocht, denn Kochen in der geselligen Runde macht deutlich mehr Spaß als alleine. Erwerbstätige kochen auch gerne für zu Mittag im Büro vor. Mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen bereiten ihr Essen fast täglich selbst zu. Dennoch nutzen die Befragten auch das Außer-Haus-Angebot und gehen gerne essen, dafür geben sie im Schnitt mehr aus als in den Jahren davor.

Artgerechte Tierhaltung darf etwas kosten

Das Tierwohl liegt den Deutschen am Herzen: Neun von zehn Befragten geben an, mehr dafür bezahlen zu wollen. Knapp die Hälfte der Befragten wäre bereit, für artgerechte Tierhaltung 2-5 Euro/kg Fleisch zu bezahlen. Immerhin ein Viertel würde dafür sogar 5-10 Euro mehr zahlen wollen.
Artgerechte Tierhaltung ist auch ein großer Wunsch der Deutschen an die Landwirtschaft. Zudem stehen die Qualität der Produkte, die faire Bezahlung der Angestellten und die Transparenz des Betriebes auf der Wunschliste.

Lebensmittel werden geschätzt

Initiativen wie Zu gut für die Tonne rüttelten die Menschen wach. Denn die Befragten sehen sich selbst in der Verantwortung, wenn es um die Reduktion der Lebensmittelabfälle geht. Sie kaufen bewusster ein (63 %), nützen die Lebensmittelreste besser (52 %) und immer mehr Menschen verwenden die Beste-Reste-APP des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Was man alles aus vermeintlichen Lebensmittelabfällen machen kann, lesen Sie in unserem Artikel über Food Upcycling.

Die Zusammenfassung des deutschen Ernährungsreports 2018 finden Sie hier.

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