19.04.2014

Diabetes: Hochschaubahn Blutzucker

Zuviel Zucker im Blut kann jede Menge Schäden anrichten. Vor allem, wenn hohe Blutzuckerspiegel lange Zeit unerkannt bleiben oder nicht ernst genommen werden. Insbesondere Typ-2-Diabetes besteht meist schon mehrere Jahre, bevor er diagnostiziert wird, und damit steigt die Wahrscheinlichkeit von Spätschäden: Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Netzhautschäden bis zur Erblindung, Fußamputationen und Nierenschäden. Keine schönen Aussichten.

Doch das muss nicht sein. Dem Typ-2-Diabetes kann vorgebeugt werden, auch wenn der Prävention in diesem Zusammenhang noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dabei müssten die Zahlen eigentlich zum Handeln auffordern: Laut Österreichischem Diabetesbericht 2013 leiden rund 8 % aller Österreicher an Diabetes mellitus – mehrheitlich an Diabetes mellitus Typ 2. Das Tragische: Die Dunkelziffer ist hoch und die Patienten werden immer jünger. Moderne Therapie- und Behandlungsformen ermöglichen den Erkrankten mittlerweile ein weitgehend normales Leben. Die lange propagierte "Diabetes-Diät" hat ausgedient, mittlerweile gelten auch für Diabetiker ähnliche Ernährungsempfehlungen wie für Gesunde. Doch das viel größere Potenzial liegt in der Prävention. Nachdem die steigende Erkrankungshäufigkeit in den vergangenen Jahrzehnten kaum auf genetische Veränderungen zurückgeführt werden kann, müssen wohl Lebensstilfaktoren hauptverantwortlich für die Diabetes-Welle sein. Dabei gibt es einen Schlüsselfaktor: Übergewicht.

Ursachen und Risikofaktoren

Einige Experten schätzen, dass das Risiko für Typ-2-Diabetes zu 75 % auf Übergewicht und Adipositas zurückzuführen ist. Als weitere Hauptursachen gelten Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte (metabolisches Syndrom) und damit auch eine hochkalorische, kohlenhydrat- oder fettreiche Ernährung sowie ein Mangel an Bewegung. Typ-2-Diabetes ist durch eine Kombination von Insulinresistenz (verminderter Insulinwirkung) und Insulinsekretionsstörung (relativem Insulinmangel) verursacht. In der Schwangerschaft kann es bei Frauen bedingt durch die hormonelle Umstellung, zu einer physiologischen Insulinresistenz kommen, die zu einem Gestationsdiabetes führt. Obwohl nach der Entbindung rund 90 % der Mütter wieder eine normale Glukosetoleranz erreichen, haben diese Frauen eine um den Faktor sieben erhöhte Wahrscheinlichkeit, in ihrem späteren Leben an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Typ-1-Diabetes dagegen ist durch einen absoluten Insulinmangel gekennzeichnet. Er wird durch eine Autoimmunreaktion, durch Erkrankungen bzw. durch einen Verlust der Bauchspeicheldrüse verursacht.

Lebensstil wichtigster Präventionsfaktor

Der Gewichtsreduktion und -erhaltung kommt eine zentrale Bedeutung in der Prävention von Typ-2-Diabetes bei. Ernährung und Bewegung sind die beiden bedeutendsten Hebel, an denen angesetzt werden muss. Dabei beeinflussen weniger einzelne Lebensmittel als vielmehr die gesamte Lebens- und Ernährungsweise das Erkrankungsrisiko. Eine Kost, reich an Gemüse, Obst, Fisch und vor allem Vollkornprodukten hat das Potenzial, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken. Wesentlich ist zudem, sich ausreichend zu bewegen: 150 Minuten in der Woche bei moderater Intensität. Dabei ist man „moderat“ unterwegs, wenn man noch reden, aber nicht mehr singen kann.  Zu den allgemeinen Bewegungsempfehlungen, geht´s hier.

Literatur

Griebler R; Geißler W, Winkler P (Hrsg.): Zivilisationskrankheit Diabetes: Ausprägungen – Lösungsansätze – Herausforderungen. Österreichischer Diabetesbericht 2013. Wien´, Bundesministerium für Gesundheit (2013).

Kasper H: Ernährungsmedizin und Diätetik. Verlag Urban & Fischer, München (2004).

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