24.03.2014 von Nina Grötschl

Diabeteswissen auf dem Prüfstand

Laut Österreichischem Diabetesbericht 2013 leiden rund 8 % aller Österreicher an Diabetes mellitus - die Dunkelziffer ist hoch. Neun von zehn Österreichern wissen, dass es sich dabei um eine ernsthafte Erkrankung handelt; häufige Folgen wie Herzleiden oder Gefäßschäden bringen sie damit aber nicht in Verbindung.

Diabetes mellitus zählt zu den häufigsten nicht übertragbaren Krankheiten weltweit und bildet neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs eines der bedeutendsten Public-Health-Themen des 21. Jahrhunderts. Prognosen der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) gehen davon aus, dass 2030 österreichweit eine Millionen Menschen davon betroffen sein werden.

Volkskrankheit mit schwerwiegenden Folgen

Rund 3000 Menschen sterben jährlich direkt an Diabetes. Ca. 10 000 Todesfälle gingen 2012 laut Österreichischer Diabetesgesellschaft auf Begleiterkrankungen von Diabetes zurück. Diabetiker weisen ein um zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko für koronare Herzerkrankungen auf. Sieben von zehn Fußamputationen sind auf Durchblutungsstörungen und eine gestörte Wundheilung aufgrund von Diabetes zurückzuführen. Zudem zeichnet Diabetes oft verantwortlich für Bluthochdruck, Nervenstörungen, Nierenerkrankungen und Schäden an der Netzhaut.

Nachgefragt

Wie profund wissen die Österreicher über Diabetes und die damit verbundenen Folgeerkrankungen Bescheid? Eine repräsentative Umfrage unter 500 Personen der SPECTRA Marktforschung (im Auftrag von Merck Sharp & Dome) im Herbst 2013 ging dieser Frage auf den Grund. "Die Bevölkerung fühlt sich mehrheitlich (64 %) gut über Diabetes informiert, tendiert aber dazu, ihr persönliches Diabetes-Risiko zu unterschätzen", sagt Dr. Walter Wintersperger von der SPECTRA Marktforschung. 

Einige Ergebnisse:

  • 90 % der Befragten halten Diabetes für eine ernste Erkrankung, wissen jedoch nicht warum.
  • Jeder dritte Befragte nannte "Vererbung" als Ursache für Diabetes.
  • Jeder Dritte bis Vierte nannte Bewegungsmangel als Auslöser, 30 % sehen in Übergewicht die Ursache für Diabetes.
  • Drei von vier Befragten bringen Diabetes nicht mit gesundheitliche Folgen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Durchblutungsstörungen der Beine in Verbindung.
  •  Augenerkrankungen als diabetesbedingte Erkrankung sind hingegen jedem Zweiten über 50 Jahren bekannt; in den Altersgruppen 30-49 und 15-29 Jahren wussten lediglich 38 bzw. 30 % darüber Bescheid.
  • Knapp jeder Zweite weiß über den eigenen Blutzuckerwert Bescheid.
  • Neun von zehn Nicht-Diabetikern sind unbesorgt, jemals an Diabetes zu erkranken, obwohl knapp ein Drittel angab, dass Diabetesfälle innerhalb der eigenen Familie bekannt sind.

Bevorzugte Informationsquellen

Sechs von zehn Personen konsultieren ihren Hausarzt, um sich über Diabetes zu informieren. 36 % vertrauen auf Quellen aus dem Internet, wobei die Internetnutzung mit steigendem Alter abnimmt. Nur jeder Zweite der Altersgruppe 50+ sucht online nach Diabetesinformationen. Knapp 40 % der über 50-Jährigen nutzen Printmedien als Informationsquelle, bei den Jüngeren sind es deutlich weniger (15-29 Jahre: 18 %, 30-49 Jahre: 26 %).

Bewusstsein fördern    

Mit FACE DIABETES möchte die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) die Wahrnehmung von Diabetes und dessen Prävention in der Bevölkerung schärfen und verstärkt auf die Bedeutung von Diabetes für Betroffene, Angehörige und Stakeholder aus der (Gesundheits-)Politik aufmerksam machen. Künftig sollen interaktive Websites eingerichtet, sowie spezielle Diabetes-Veranstaltungen und Awareness-Kampagnen geplant werden. Nähere Informationen zur FACE DIABETES-Aktion finden Sie hier.

Literatur

"Diabetes: Wissen über die Erkrankung und ihre Folgen stärken", Pressemeldung Merck, Sharp & Dome am 14.3.2014.

Griebler R, Geißler, W, Winkler, P: Zivilisationskrankheit Diabetes: Ausprägungen - Lösungsansätze - Herausforderungen. Österreichischer Diabetesbericht 2013. Bundesministerium für Gesundheit, Wien (2013).

Österreichische Diabetesgesellschaft (ÖDG): Face Diabetes - Konfrontation mit Defiziten und Diskriminierung. Pressemeldung der ÖDG am 18. März 2014.

Nelson K et al: Diet and exercise among adults with type 2 diabetes: Findings from the Third National Health and Nutrition Survey (NHANES III) Diabetes Care. 25:1722-1728 (2010).  

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