07.08.2007

Immer in Bewegung bleiben

Bewegung kann das Leben versüßen. Sie ist der Angelpunkt für das Wohl von Körper, Geist und Seele und der Schlüssel für mehr Lebensqualität. Packen Sie die Gelegenheit am Schopf!

Früher war der Mensch gezwungen, viel zu gehen oder zu laufen. Doch unser modernes Leben ist durch Bewegungsmangel gekennzeichnet. Zwar heißt es immer noch „wir gehen durchs Leben", aber in Wahrheit sitzen wir uns durchs Leben. Laut Studien ist die Bewegungsrate durch die Motorisierung in den letzten 30 Jahren um 17 % gesunken. Als Folge davon kommt es immer häufiger zu Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht und Diabetes mellitus. Aber auch Depressionen, Aggressionen und Unausgeglichenheit nehmen zu. Höchste Zeit für eine Trendwende! Ein sportlicher Lebensstil kann die Gesundheit auf vielfältige Art und Weise positiv beeinflussen.

Regelmäßige Bewegung

  • aktiviert den Stoffwechsel
  • erhöht die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • verschärft Reaktions- und Konzentrationsvermögen
  • stärkt die Stressresistenz
  • verbessert das Essverhalten
  • hebt die Laune
  • ist eine vorbeugende Maßnahme gegen Übergewicht
  • ist einer der wirksamsten Schutzfaktoren  und die „günstigste Variante", präventiv für mehr Gesundheit zu sorgen

Sich laufend wohlfühlen

Die Grafik veranschaulicht die Bedeutung regelmäßiger körperlicher Aktivität. Das große Zahnrad in der Mitte symbolisiert die Bewegung. Durch regelmäßigen Sport beginnt es sich zu drehen. Ähnlich einer Kettenreaktion werden auch die weiteren Zahnräder in Bewegung gesetzt. Sie beschreiben die positiven Effekte, die aus sportlicher Aktivität resultieren. Neigt der Mensch zu Faulheit, kommen die Zahnräder zum Stillstand. Die Folgen sind ein Absinken des körperlichen und geistigen Wohlbefindens.

Lernen braucht Bewegung
Die Hirnforschung zeigt, dass Muskelaktivität und speziell koordinierte Bewegungen das Wachstum von Nervenzellen anregen und die Anzahl neuronaler Verbindungen vermehren. Bei der Geburt verfügt der Mensch über mehr als einhundert Milliarden Nervenzellen, die jedoch erst miteinander verknüpft werden müssen. Sinnestätigkeiten und körperliche Aktivität bilden Reize aus, die diese Vernetzung fördern. Experten warnen deshalb davor, Kinder zum Stillsitzen anzuhalten. Vielmehr sollte der natürliche Bewegungsdrang der Kleinen gefördert werden.

Neurowissenschaftlerin Gertraud Teuchert-Noodt stellte fest, dass das Gehirn nicht als isoliertes System arbeitet, sondern von Funktionsabläufen beeinflusst wird. Bewegung unterstützt daher das Lernen und fördert die Konzentration und Aufmerksamkeit. Gilt das auch für Jugendliche und Erwachsene? Ja, denn in jeder Altersstufe kann der Mensch seine Lernfähigkeit durch Bewegung und Sport verbessern! Wem von uns ist nicht schon einmal bei einem Spaziergang die zündende Idee gekommen, auf die er am Schreibtisch sitzend vergeblich gewartet hat?

Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit

Durch das Mehr an Bewegung bekommt jede einzelne Zelle im gesamten Organismus mehr Sauerstoff. Dadurch wird die Durchblutung verbessert. Neben den Hauptblutgefäßen werden Nebenblutgefäße - so genannte Kollaterale -  gebildet. Sie tragen zu einer besseren Blutversorgung des Gewebes bei und erhöhen die Zahl der roten Blutkörperchen. Die schnell arbeitende Muskulatur wird ebenfalls umfangreicher durchblutet und der vermehrte Sauerstoff liefert Energie und Muskelkraft. Das Knochengerüst festigt sich und das Immunsystem wird gestärkt. Und das ist noch nicht alles: Durch das Mehrangebot an Sauerstoff steigt die kognitive Leistung. Ein erhöhtes Sauerstoffangebot z. B. durch Ausdauertraining kann die Gehirnleistung um bis zu 30 % erhöhen.

Was den Körper stärkt, lockert die Seele!

Sport stimmt optimistisch, fördert das Körperbewusstsein, steigert das Selbstwertgefühl und hebt die Laune. Körperliche Betätigung wird heute sogar als „Medikament" gegen Stimmungsschwankungen und Depressionen empfohlen. Wie eine Studie der US-Universität Durham, North Carolina, ergab, ist regelmäßiger Sport gegen Depressionen sogar wirksamer als Antidepressiva. Verantwortlich dafür ist die mit der motorischen Beanspruchung verbundene Ausschüttung von Botenstoffen (Endorphinen). Diese als Glückshormone bezeichneten Stoffe, wie z. B. Serotonin, wirken stark stimmungsaufhellend, entspannend, schlaffördernd, antidepressiv, schmerzhemmend und motivationsfördernd. Zudem beeinflusst Serotonin das Sättigungsempfinden und reguliert damit den Appetit. Doch die Konzentration dieser Botenstoffe kann nur konstant gehalten werden, wenn regelmäßig Sport betrieben wird.

Sport verbessert das Essverhalten

Wer Spaß am Sport haben und sich gleichzeitig fit fühlen möchte, muss auf seinen Körper achten. Nicht nur regelmäßige Bewegung ist dazu notwendig, sondern auch richtiges Essen und Trinken.

Laut Studien nehmen sportlich Aktive ihren Körper bewusster wahr. Sie spüren nicht nur Hunger auf Bewegung, sondern zeigen auch ein verbessertes Essverhalten. Innere Reize werden bewusster wahrgenommen und die Kühlschranktür öffnet sich  nur bei „Magenknurren". Was sich auf dem Teller befindet, wird durchdachter ausgewählt: Schnitzel und Schweinsbraten werden gerne durch Obst und Gemüse ersetzt - ein durchaus positiver „Nebeneffekt".

Fazit

Treffen Sie täglich eine gute Entscheidung und fördern Sie Ihre Lebensqualität mit mehr Bewegung!

Literatur

ernährung heute 6/2006: Im Fokus: Auf die Plätze, fertig, los!

Zwick H.: Bewegung als Therapie - Gezielte Schritte zum Wohlbefinden. Springer Verlag, Wien/New York (2004).

Oppolzer U.: Bewegte Schüler lernen leichter - Die Bewegungskonzepte für die Primarstufe, Sekundarstufe I und II. borgmann Verlag, Dortmund (2004).

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