13.08.2015 von Theresa Janson

Melonen, die köstlichen Durstlöscher

Melonen erfrischen und punkten mit vielfältigen Geschmacksvarianten. Welche Sorten gibt es und wie lässt sich der optimale Reifegrad feststellen? Ein Kurzportrait des Fruchtgemüses.

Melonen lieben die Hitze. Ihr Anbaugebiet liegt in tropischen und subtropischen Ländern sowie im Mittelmeerraum, woher Österreich sie überwiegend importiert. Doch das heiße Klima im Sommer macht es möglich, dass Wassermelonen auch hierzulande gedeihen. So erntet man die Südfrucht im August auch im Wienerwald und in der Steiermark. Zwei von 100 verzehrten Melonen stammen aus dem Inland.

Fruchtiges Gemüse

Botanisch gesehen zählen Melonen gar nicht zum Obst. Als Frucht einer einjährigen, krautigen Pflanze sind sie streng genommen Gemüse – sogenanntes Fruchtgemüse. Sie gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und sind mit Kürbissen, Gurken und Zucchinis verwandt. Die in Form und Farbe variierenden Melonentypen werden grundsätzlich in zwei Arten unterteilt: Wassermelonen (Citrullus lanatus) und Zuckermelonen (Cucumis melo). Wassermelonen sind zumeist an dem intensiv roten Fruchtfleisch und den darin verteilt gelblichen oder schwärzlichen Kernen zu erkennen. Mittlerweile sind jedoch auch kernlose und gelbfleischige Varietäten erhältlich. Alle anderen – egal ob Honig-, Netz- oder Kantalup-Melone – werden den Zuckermelonen zugeordnet. Der Blick ins Innere verrät, hier versammeln sich die Kerne mittig in einem Hohlraum. Ihr Fruchtfleisch verführt mit einer aromatischen Süße.

Beliebte Sorten:

MeloneEigenschaften

Wassermelone

  • Sugar Baby

 

  • Crimson Sweet

 

Runde Form

Gleichmäßig schwarzgrüne Schale

Hellrotes, leicht mehliges Fruchtfleisch

Runde, leicht längliche Form

Hellgrüne Schale mit breiten dunkelgrünen Längsstreifen

Dunkelrotes, festes Fruchtfleisch

Honigmelone

  • Honey Dew

 

Rundovale Form

Glatte, zitronengelbe Schale

Grünliches bis hellgelbes Fruchtfleisch

Honigsüßer Geschmack

Netzmelone

  • Galiamelone

 

Plattrunde Form

Gelb-grüne Schale mit hellbraunem, korkartigem Netz

Grünlich bis weißes Fruchtfleisch

Konsistenz des Fruchtfleisches ist mit Nektarinen vergleichbar

Kantalup-Melone

  • Charentais-Melone

 

Kugelrunde Form

Hellgrüne Schale mit dunkelgrünen Längsrippen/ mit glatter oder genetzter Oberfläche

Organgenes Fruchtfleisch

Süß-aromatischer Geschmack erinnert an Papaya oder Ananas

 

Neben diesen bekannten Sorten gibt es noch Hunderte mehr. Insgesamt wird geschätzt, dass die Gruppe der Wassermelonen 150 und die der Zuckermelonen über 500 Sorten umfasst. Die birnenförmige Charlestin Grey beispielsweise ist eine dünnwandige Wassermelone mit hellem Fruchtfleisch. Die zu den Kantalup-Melonen zählende Warzenmelone besticht mit einem feinen Aroma, übersteht jedoch aufgrund der Druckempfindlichkeit keine langen Transportwege. In ihren Genuss kommt man in ihrem Anbaugebiet Türkei. Kreuzungen zwischen den Kantalup- und Netzmelonen bringen alle erdenklichen Übergänge hervor. So entstand die genetzte Charentais-Melone (siehe Tabelle) oder die Ogen-Melone mit grünlichem und süß-parfümiertem Fleisch.

Wasserspender

In den heißen Trockengebieten sind die saftigen Früchte auch heute noch als Wasserersatz von Bedeutung. Mit 90 % ist der Wasseranteil in Wassermelonen besonders hoch und macht sie damit sehr kalorienarm. Wer eine 250 g Portion nascht, nimmt nur rund 100 kcal auf. Etwas höher liegt der Kaloriengehalt bei Zuckermelonen. Wie der Name schon sagt, liefern sie mit 12 g mehr Zucker pro 100 g als Wassermelonen (8 g/ 100 g). Die attraktive Farbe verursacht unter anderem Karotin. Es wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt und unterstützt somit die Hautfunktion und Sehkraft. Außerdem punkten  Zuckermelonen mit einem hohen Vitamin C-Gehalt: 250 g decken 80 % des Tagesbedarfs; dieselben Menge Wassermelone nur 15 %.

Schon reif?

Beim Einkauf lässt sich der Reifegrad mit einfachen Tricks feststellen. Im Fall von Wassermelonen klopft man am besten mit dem Fingerknöchel gegen die harte Schale: Unreife Früchte klingen metallisch hell, reife hingegen tief und dumpf.

Wissenswert

Während die hierzulande erhältlichen Wassermelonen meist nur
2,5 kg schwer sind, können sie in südlichen Ländern bis zu 15 kg wiegen.

Um den idealen Genusszeitpunkt von Zuckermelonen zu bewerten, kommt die Nase zum Einsatz. Denn das reife Fruchtfleisch sondert einen süßlichen Geruch ab und ist außerdem etwas weich. Dies lässt sich durch einen leichten Fingerdruck am Stielende feststellen.

Die ideale Lagertemperatur für Melonen liegt zwischen 8–15 °C. Im Kühlschrank können sie mitunter erfrieren und matschige Stellen ausbilden. Besser eignet sich ein kühler Kellerraum. Da sie mit der Zeit an Aroma und Vitaminen verlieren, sollte man sie innerhalb von ein bis zwei Wochen verzehren. Aufgeschnittene Stücke hingegen sind maximal zwei Tage haltbar und müssen unbedingt gekühlt werden. Denn der süße Nährboden schmeckt auch Bakterien und lässt sie rasch vermehren. Bei verzehrsfertigen Melonen im Supermarkt oder in Fruchtmischungen sollte man auf die Frische achten.

Mehr als nur ein Snack

Melonen sind vielseitig einsetzbar. Nicht nur als Durstlöscher zum Reinbeißen erfreuen sie sich großer Beliebtheit, auch in Salaten, Suppen oder auf dem Grill machen sie eine gute Figur. Beispielsweise bringt in einer spanischen Gazpacho mit pürierten Paradeisern, Paprika, Gurke und Zwiebel die Wassermelone eine zusätzlich fruchtige Note. Oder in große Würfel geschnitten und kurz von allen Seiten angegrillt bereichern sie Fisch- und Geflügelgerichte. Wer es klassisch mag, kann Melonen natürlich auch mit Prosciutto einrollen oder als Dessert bzw. Cocktailzutat in Form von Kügelchen einsetzen.

 

Literatur

Berger C et al.: Lebensmittelbericht Österreich 2010. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Wien (2010).

FOOD – Die ganze Welt der Lebensmittel. Teubner Verlag, München (2011).

Lieberei R, Reisdorff C, Franke W: Nutzpflanzenkunde. Thieme Verlag, Stuttgart (2007).

1 & 1 Atlanta-Gruppe: Warenkunde Melonen. (Zugriff am 06.08.2015).

Nutritional-software.at: Nährwert-Suche. (Zugriff am 06.08.2015).

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Melonen können krankmachende Keime übertragen. Presseinformation 22/2013.

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