17.06.2014

Sommer, Sonne, Sonnenbrand?

Wer die Sonne in großen Zügen genießt, riskiert einen Sonnenbrand. Schutz vor Hauterrötung bieten aber nicht nur Sonnencremes. Eine Erhöhung des Lichtschutzfaktors um 2-3 erreicht auch, wer bei gelb-orange-rotem Obst und Gemüse kräftig zugreift.

Unsere Haut hat in vielerlei Hinsicht einen hohen Stellenwert: Sie ist die Barriere des Körpers zur Außenwelt, das größte Organ, Spiegel der Seele und nicht zuletzt ein wesentliches Schönheitsattribut. Das äußere Erscheinungsbild gibt Aufschluss über Alter, Stress und Lebensstil. Mehrere Maßnahmen können dabei helfen, die Haut gesund zu erhalten: So ist ausreichendes Trinken im Sommer von großer Bedeutung, um ein Austrocknen der Haut zu verhindern und den allgemeinen hitzebedingten Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Wer die Haut bestmöglich vor belastender Sonnenstrahlung schützen will, greift nicht nur zum Sonnenschutz aus der Tube, sondern etwa auch zu Paradeisern, Olivenöl und Pfirsichen. Sie können die Haut vor sonnenbedingten Zellstörungen zusätzlich in kleinem Ausmaß schützen.

Entzündung durch UV-Strahlen

Warum ist Sonneneinstrahlung so belastend für den Körper und Hautschutz so wichtig? Die von der Sonne ausgehende ultraviolette (UV-) Strahlung wird in drei Wellenlängebereiche unterteilt. Während die UV-C-Strahlung die Erdoberfläche nicht erreicht, gelangen UV-A und B-Strahlen auf unsere Hautoberfläche. Die deutlich hautrötender wirkende UV-B-Strahlung wird größtenteils von der Oberhaut abgefangen. Schwächer, aber tiefer in die Hautschicht eindringend ist UV-A. Zusammen erzeugen sie nicht nur die Bildung von braunem Farbstoff, sondern auch freie Radikale, DNA-Strangbrüche sowie Haut schädigende Fotoprodukte. Häufiges Sonnenbaden verursacht dauerhafte Schäden des Erbguts und damit Hautkrebs. Beim lichtbedingten Kollagenabbau fallen sowohl Falten, als auch Stoffwechselverbindungen an, die Entzündungen auslösen. Insgesamt kann Hautalterung durch UV-Belastung als chronische Entzündung angesehen werden.
Gegenspieler des „Sonnenstress" sind Vitamin C und Vitamin E sowie die gelb-orange-roten Pflanzenfarbstoffe Betacarotin und Lycopin. Ist die Haut bereits gerötet, lindert Zink die Entzündungsprozesse und lässt so den Sonnenbrand schneller abklingen. Das Spurenelement ist an zahlreichen Prozessen wie der Zellteilung, der Immunabwehr und dem Wachstum beteiligt. Entzündungen sind daher mit einem hohen Zinkverbrauch verbunden.

Acht Wochen Vorbereitung

Zwar kann eine ‚Sonnendiät' das Eincremen mit Sonnenschutzprodukten nicht ersetzen, zusätzlich den Sonnenschutz von Innen aufzubauen hat aber einen entscheidenden Vorteil: Während Sonnencremes nur dort wirken, wo man sie aufgetragen hat, erreichen die Wirkstoffe aus Lebensmitteln den gesamten Körper. Um einen effektiven Schutz zu erzielen, sind größere Portionen Obst und Gemüse täglich und über mindestens acht Wochen notwendig. Nur so bleibt genug Zeit, leere Speicher zu füllen und das Überschüssige in der Haut abzulagern. Bunte Obst- und Gemüsesorten, bevorzugt in intensiven Farben Rot, Orange, Gelb sollten den Speiseplan dominieren. Vitamin C-reiche Früchte werden idealerweise mit Vitamin E-haltigen Ölen kombiniert. Profitieren kann aber auch, wer erst in den heißen Sommermonaten zugreift: Zinkreiche Milchshakes oder ein Omlette können einen bestehenden Sonnenbrand lindern.

Helfer beim „Sonnenstress":

  • Betacarotin ist in Pfirsichen, Nektarinen, Marillen, Wassermelonen, Mangos, Karotten und roten Paprika sowie in Spinat enthalten.
  • Lykopin, der rote Pflanzenfarbstoff aus der Carotinoid-Familie, kommt reichlich in Tomaten, Wassermelonen und roten Grapefruits vor. Am besten nimmt es der Körper aus gekochten Tomaten (Tomatensauce, Tomatenpaste) auf.
  • Die wichtigsten Vitamin C-Quellen sind frisches Obst und Gemüse - vor allem Paprika, schwarze Johannisbeeren, Zitrusfrüchte, Kiwi und Sanddorn.
  • Besonders hohe Gehalte an Vitamin E weisen Pflanzenöle wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl oder Olivenöl auf.
  • Gute Zink-Quellen sind tierische Produkte wie Fleisch, Innereien, Fisch, Eier und Milchprodukte. Sie enthalten an Histidin gebundenes Zink, wodurch es besser für den Körper verfügbar ist. Auch die Aminosäure Histidin selbst wirkt entzündungshemmend und antioxidativ und bietet so einen zusätzlichen Hautschutz.

Ein Sonnenschutz-Cocktail kann sein:

  • 230 ml Karottensaft (enthält 6 mg Betacarotin)
  • 70 ml Orangensaft (enthält 30 mg Vitamin C)
  • ½ EL Sonnenblumenöl (enthält 4 mg Vitamin E)

Fazit

Innerhalb mehrerer Wochen bauen farbenfrohes Obst und Gemüse den inneren Sonnenschutzfaktor um 2-3 auf. Das ist nicht viel, kann aber ein wertvoller Basisschutz sein. Kleine Sonnensünden lassen sich zwar mit Zink "ausbügeln", trotzdem sollte man auf keinen Fall vergessen, die Haut ausreichend mit T-Shirts, Kappen und Sonnencremes zu schützen. Besonders bei Kindern ist das wichtig, denn ihre Haut ist in punkto UV-Schutz noch nicht vollständig entwickelt.

Literatur

Stahl W, Sies H: Photoprotection by dietary carotenoids: Concept, mechanisms, evidence and future development. Mol Nutr Food Res 56:287-295 (2012).

Krutmann J, Humbert P: Nutrition for healthy skin - Strategies for clinical and cosmetic practice. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2011.

Deutsches Krebsforschungszentrum: Ultraviolette Strahlung. www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/uv-strahlung.php [Zugriff am 12.06.2014].

Ausblick 8. f.eh Symposium am 10.10.2019
DAS MAGAZIN

ernährung heute

Unsere Zeitschrift für informierte Leser. Kompetent. Auf den Punkt gebracht. Regelmäßig im Abo.

Foto: f.eh
NEWSLETTER
©iStock

Aktuelles zu Ernährung und Lebensstil: Bleiben Sie mit unserem Newsletter immer informiert!

GLOSSAR

G wie Glossar

Wir bieten von Adipositas bis zur Zentralmatura Aufklärung und Wissenswertes

foto: istockphoto.com
Quiz

Testen Sie Ihr Wissen

Hat Himalaya-Salz tatsächlich eine heilende Wirkung? Gibt es Salz im Weltraum? Macht Milch dick und wo sollte man welche Lebensmittel im Kühlschrank lagern?
Stellen Sie sich unseren Fragen im Quiz.

zu den Quiz

RATGEBER

Smart Food Choice

Einkauf leicht gemacht!
Das Lebensmittel Angebot ist vielfältig, manchmal ist es schwierig, hier den Durchblick zu behalten. Wie man Qualität bei Lebensmitteln erkennt, wann es Früchte der Saison zu kaufen gibt und vieles mehr...

Foto: f.eh
Aktuelle Buchvorstellungen

NEU Aufgedeckt. Gerüchteküche und Ernährungsmythen

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

Für Kinder mit Zöliakie kochen!

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

Wenn das Spiegelbild ein Eigenleben führt

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

NEU Ins Leben starten

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

Das Viva-Mayr Kochbuch

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

Die Molekülchen Küche-Experimente für Nachwuchs-Köche

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN