18.07.2012 von Nina Grötschl

Tatort Küche – mit Hygiene gegen Bakterien und Schädlinge

Ein falscher Umgang mit Lebensmitteln und mangelnde Hygiene vor allem in der Küche, sind meist Ursache für Schädlingsbefall und lebensmittelbedingte Infektionen. Einfache Tipps für eine saubere Küche und die Aufbewahrung von Lebensmitteln helfen dabei, Bakterien und Hausschädlinge zu vertreiben.

Krankheitserreger fühlen sich in der Küche pudelwohl. Feuchte Putzschwämme oder schmutziges Geschirr bieten z. B. Kolibakterien und Schimmelpilzen eine wohlige Brutstätte. Vor allem im Sommer vermehren sich die Mikroorganismen rasend schnell und können in manchen Fällen zu Salmonellen- oder Listerieninfektionen führen. Deshalb sollte eine saubere Küche besonders in der warmen Jahreszeit oberste Priorität haben.

Richtig geputzt ist halb gewonnen        

Keime und Bakterien werden meist von (rohen) Lebensmitteln auf andere übertragen. Auch von ungewaschenen Händen oder Arbeitsflächen können Mikroorgansimen auf Nahrungsmittel übergehen. Um diese "Kreuzkontamination" zu verhindern, sollte die richtige Hygiene schon beim Händewaschen beginnen. Nach jedem Kontakt mit Abfällen, nach dem Einkaufen, vor dem Kochen oder nach dem Putzen von Gemüse und Obst ist es wichtig, die Hände mit Seife unter fließendem Wasser bei mindestens 60 C° sorgfältig zu waschen.

Weitere Tipps zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen:

  • Durch Abspülen werden z. B. Obst und Gemüse vom Staub befreit und die Zahl der Keime auf der Schale reduziert sich. Auch tierische Produkte wie Fleisch oder Fisch können unter fließendem Wasser gereinigt werden.
  • Beim Umgang mit rohen und gekochten Lebensmitteln nie dieselben Küchenutensilien verwenden. Für das Schneiden von z. B. Fleisch und Obst immer getrennte Küchenbretter benutzen. Im Gegensatz zu Holzbrettern sind Schneideunterlagen aus glattem Kunststoff hygienischer, da sie keinen Nährboden für Keime bieten und leicht zu reinigen sind (auf > 60 C° erhitzen).

Das Einmaleins der Küchenhygiene

  • Die Arbeitsflächen und Geräte nach Kontakt mit z. B. rohem Fleisch oder Gemüse mit heißem Wasser und Küchenreiniger gründlich säubern und anschließend gut trocknen lassen.
  • Griffe von Geschirrspüler, Kühlschrank und Kästen rein halten.
  • Beim Aufwischen von Lebensmittelrückständen eine Küchenrolle statt dem Geschirrtuch verwenden und sofort wegschmeißen.
  • Auch der Kühlschrank muss regelmäßig gesäubert werden. Wissenswertes über die richtige Kühlschrankhygiene lesen Sie hier.
  • Feuchte Schwämme, Lappen und Tücher nach dem Gebrauch zum Trocknen aufhängen, regelmäßig wechseln und bei > 60 C° waschen.
  • Flaschenbürsten gründlich reinigen (z. B. im Geschirrspüler) und öfters erneuern.
  • Den Küchenfußboden und die Fließen regelmäßig mit Putzmittel waschen, um z. B. Fettspritzer und Zuckerrückstände zu entfernen.
  • Für die Reinigung von Futternäpfen für Hunde und Katzen eigene Schwämme und Tücher verwenden.
  • Schmutziges Geschirr nicht für längere Zeit stehen lassen, da es Hausschädlinge (z. B. Ameisen) anzieht.
  • Bei der Verwendung des Geschirrspülers ein Programm mit > 60 C° auswählen und das Gerät nicht voll beladen, da sonst die Waschleistung sinkt.
  • Auch die Geschirrspülmaschine regelmäßig von innen säubern. Der Schmutz sitzt vor allem hinter den Türdichtungen und im Sieb.
  • Den Mistkübel jeden Tag leeren sowie innen und außen mit Putzmittel und heißem Wasser abwischen.

Unliebsame Gäste 

Die Küche bietet aufgrund von Speiserückständen auf dem Geschirr und Lebensmittelvorräten paradiesische Bedingungen für Schädlinge und Bakterien. Wo gekocht und Nahrungsmittel gelagert werden, kann sich Ungeziefer schnell vermehren. Schon kleinste Zuckerreste im Frühstückshäferl oder Marmeladekleckse am Küchenbrett ziehen z. B. Ameisen magisch an. Sie schlüpfen durch undichte Fensterrahmen, durch Türspalte oder Risse in der Wand. Meist wird zufällig eine Ameise alleine entdeckt. Dieser "Späher-Ameise" folgt dann die gesamte Heerschaft nach, um von den süßen Verlockungen zu naschen. Für Lebensmittelmotten sind Nüsse, Getreideprodukte und Trockenfrüchte die größte Verführung. Auch Frucht- oder Taufliegen werden beispielsweise von reifen Beeren, Trauben sowie Äpfeln angezogen und belagern im Sommer den Obstkorb oder erfreuen sich an Abfallresten im Mistkübel.

Um Hausschädlingen vorzubeugen und sie aus dem Haus zu vertreiben, muss nicht immer die "chemische Keule" ausgepackt werden. Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel sind für die Verwendung in geschlossenen Räumen ungeeignet. Die giftigen Wirkstoffe können eingeatmet werden und lagern sich auf dem Boden, an den Wänden und dem Mobiliar ab. Deshalb sollte bei hartnäckigem Schädlingsbefall unbedingt ein professioneller Kammerjäger kontaktiert werden.
Sanfte Methoden helfen dabei, die ungebetenen Gäste zu verbannen:

  • Speisereste wie Brösel oder Soßenspritzer sofort entfernen.
  • Feuchte und dunkle Ecken (z. B. hinter dem Kühlschrank) regelmäßig reinigen.
  • Ritzen und Löcher z. B. bei Fenstern und Türen verschließen.
  • Haustierplätze sauber halten.
  • Frisch gekaufte Lebensmittel (z. B. Mehl, Teigwaren und Reis) sowie Vorräte auf Schädlingsbefall kontrollieren.
  • Lebensmittel in geruchsdichten Behältern aus Glas, Plastik oder Metall aufbewahren, da Motten, Fliegen oder Ameisen durch den Geruch der Nahrung angelockt werden.
  • Lebensmittelvorräte an einem kühlen und trockenen Platz lagern und immer wieder auf Befall kontrollieren.
  • Tomatenpflanzen, Küchenkräuter oder Duftgeranien am Fensterbrett verscheuchen Insekten. Ebenso schlagen ätherische Öle wie Lavendel, Minze, Zitrone oder Nelke die Plagegeister in die Flucht.
  • Reifes Obst und Gemüse in geschlossenen Gefäßen aufbewahren oder mit einem feinen Netz oder einer Folie abdecken.
  • Verfaulte und überreife Lebensmittel entsorgen.
  • Im Sommer Fliegengitter an Fenstern und Balkontüren anbringen.

Erste Anzeichen für den Befall von Lebensmitteln sind tote Tiere, Spinnfäden und Ausscheidungen z. B. im Mehl. Da die Schädlinge auch Pilze, Bakterien und Viren übertragen können, sollten verunreinigte Nahrungsmittel umgehend weggeworfen und die Schränke gründlich gereinigt werden. Giftfreie Köder (z. B. Klebefallen) helfen dabei, u. a. Lebensmittelmotten einzufangen.  Ameisenstraßen können mit Seifenlösung oder Essigwasser abgewaschen und danach mit Zitronen- oder Lavendelöl beträufelt werden. Zudem vertreibt eine Mischung aus Backpulver und Staubzucker die krabbelnden Tiere. Ein Glas Essig oder süßer Saft dient als Fruchtfliegenfalle. Mehr zum Thema Vorratsschädlinge lesen Sie hier.

Fazit

In der Küche vermehren sich Keime, Bakterien und Schädlinge besonders schnell. Unerwünschte Tiere, Salmonellen und Listerien lassen sich mit der richtige Küchenhygiene und Aufbewahrung von Lebensmitteln in Schach halten. Zudem gibt es "sanfte" Bekämpfungsmethoden gegen Ameisen, Fruchtfliegen und Co.

Literatur

Bundesinstitut für Risikobewertung: Verbrauchertipps: Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt (2007).

Die Umweltberatung Österreich (Hersg.): Ameisen, Motten & Co. (2011).  

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