07.09.2017 von Nina Grötschl

„Veggie“ – Der Trend in Zahlen

Obwohl der Hype um fleischlose Ernährung lautstark die Medien füllt, bilden Vegetarier und Veganer in Österreich eine Minderheit. Nur etwa 6 % der Bevölkerung zählen sich zu den „Veggies“. Davon lebt wiederum ein Fünftel gänzlich fleischlos, also vegan – das ergab eine aktuelle Umfrage.

Warum isst man vegetarisch oder vegan? Welche Vor-und Nachteile ergeben sich dadurch und ist eine Rückkehr zur Mischkost für den Einzelnen denkbar? Diese Fragen wurden im aktuellen „Veggie-Report“ 2017 des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse basieren auf 522 Online-Interviews.

Der „Durchschnittsveggie“ ist 20-30 Jahre alt und verfügt über einen Hochschulabschluss (65 %), drei Viertel sind Frauen und jeder Zweite stammt aus den östlichen Bundesländern, knapp 14 % leben im Westen Österreichs.

Strikt, aber mit Lust auf Tierisches!          

Sich vegetarisch oder vegan zu ernähren fällt neun von zehn leicht. Sechs von zehn Befragten halten sich dabei streng an die fleischlose Ernährung. Frauen sind hier generell konsequenter als Männer (65 % vs. 51 %). Rund sechs von zehn Frauen können sich nicht vorstellen, jemals wieder auf Mischkost umzusatteln. Allerdings gelüstet es laut eigenen Angaben knapp 55 % der Befragten  hin und wieder nach Käse, Fleisch und Fleischprodukten. 10 % der selbstdeklarierten Veggies gehen es locker an und machen hin und wieder Ausnahmen, was die Lebensmittelauswahl angeht.

Besser, gerechter, gesünder             

Als Leitmotive für vegetarische Kost werden vor allem tierethische, gesundheitliche und ökologische Gründe genannt. Dabei sind bei Veganern die Beweggründe stärker ausgeprägt als bei Vegetariern. Generell geben Frauen öfter tierethische Gründe als Auslöser an als Männer: Unwürdige Zustände in der Tierhaltung und Tierquälerei (76 % vs. 66 %) sowie Tierleid für den eignen Genuss (66 % vs. 53 %) wurden häufig genannt. Mehr Frauen als Männer verzichten auf Fleisch, weil es ihnen nicht schmeckt (36 % vs. 19 %).
In punkto Gesundheitsgedanken verhält es sich allerdings genau umgekehrt. Ein Drittel der Männer erhofft sich durch den Fleischverzicht gesundheitliche Benefits. Bei den Frauen ist es lediglich ein Viertel. Grundsätzlich fühlt sich jeder sechste Vegetarier und jeder vierte Veganer durch fleischlose Kost körperlich wohler.
Der Umweltgedanke und die Ressourcenschonung liegen vier von zehn Veggies am Herzen. 24 % wollen damit auch einen Beitrag leisten, das Welthungerproblem zu lösen.

Wissenswert

Ein Drittel der Befragten konsumiert Nahrungsergänzungsmittel, um Nährstoffdefizite vorzubeugen. Allen voran stehen Vitamin-B12, Eisen und Vitamin-D. Die vegane Ernährungspyramide des VEBU (Deutscher Vegetarierbund) hilft vegan lebenden Menschen, sich ausgewogen zu ernähren und Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Ersatzprodukte sind mäßig beliebt            

Wie erwartet stehen Obst (80 %), Brot (70 %) und Gemüse (62 %) auf dem fleischlosen Speiseplan ganz oben. Auffallend ist: Nur bei knapp 40 % sind fleischlose Ersatzprodukte wie Seitanburger, Tofuwürstel oder -schnitzel beliebt. Eingekauft wird in der Regel im Supermarkt (87 %), im Drogerie- oder Biomarkt (52 %/42 %). Während die Gesamtbevölkerung dabei mehr Wert auf ein gutes Preis- Leistungsverhältnis und frische Ware legt, steht bei den Veggies die eindeutige Kennzeichnung vegetarischer und veganer Produkte im Vordergrund. Zudem sind ihnen artegerechte Tierhaltung (25 %), genaue Angaben zu Inhaltsstoffen (19 %), biologische Produkte und nachhaltige Produktion (17 %) wichtiger.

Von rot bis weiß: Wein und Gemüse im Einklang

Ratgeber zur hochprozentigen Begleitung bei Fleisch und Fisch sind Usus. Vegetarische und vegane Speisen werden allerdings noch immer stiefmütterlich behandelt. Welcher Rot- und Weißwein passt am besten zu fleischlosen Gerichten? Das verrät das aktuelle Buch „Wein & Gemüse“.


Rüther M, Bordthäuser S: Wein & Gemüse.   
Edition Fackelträger (2017), 
240 Seiten, gebunden,
ISBN: 978-3-771-64-6875,-   
Preis: € 30,00

 

Die Themen Vegetarismus und Veganismus wurde bereits in den Ausgaben 4/2015 und 2/2013 der ernährung heute ausführlich behandelt.

 

Literatur

Marketagent.com (Hrsg.): Veggie Report – Vegetarische und vegane Ernährung in Österreich. www.marketagent.com/webfiles/MarketagentCustomer/pdf/015b2445-19d8-4d70-a812-97ab5d6755d8.pdf (Zuletzt abgerufen am 28.08.2017)

 

 

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