13.12.2012

Vitamin D-Status problematisch

Die Internationale Osteoporose Foundation (IOF) und DSM Nutritional Products haben gemeinsam zwei Vitamin-D-Weltkarten erstellt, die den globalen Vitamin-D-Status verdeutlichen. Zwar gibt es Diskussionen über die Datengrundlage, dennoch wird durch die Veranschaulichung klar: Die Vitamin-D-Versorgung ist global ein wichtiges Thema.

Die erstellten Grafiken basieren auf einem Review internationaler Publikationen zwischen 1990 und 2011, der in Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Institut für Public Health (Med. Fakultät der Uni Mannheim) durchgeführt wurde. Die Karten und die dazugehörige Publikation veranschaulichen Vitamin-D-Mangel als großes Public-Health-Problem sowohl in Entwicklungs- als auch in Industrieländern. Nach Einschätzung der Autoren ist über ein Drittel der Weltbevölkerung, v. a. Frauen, mit  unterversorgt (25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumwerte < 50 nmol/l). Europaweit unterschreiten 50-70 % der Erwachsenen die Untergrenze für eine ausreichende Vitamin-D Versorgung, so die Schätzungen der IOF und DSM. In den USA seien es 20-70 % der Bevölkerung. Für Deutschland ergab der Review, dass 57 bzw. 58 % der Männer/Frauen Vitamin-D-Werte < 50 nmol/l aufweisen. Bei den 65- bis 79-Jährigen steigen die Werte auf 75 %.

Weltweite Vitamin-D-Serumwerte bei Erwachsenen

Weltweite Vitamin-D-Serumwerte bei Kindern und Jugendlichen

Halbvoll oder halbleer?

Die DSM-Einschätzung zum Vitamin-D-Status unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen gab im Rahmen der vergangenen Dreiländertagung in Wien Ende September Anlass zur Diskussion, denn die Daten der DSM und die des Österreichischen Ernährungsberichtes 2012 spreizen sich: Während die IOF/DSM-Karte Österreich auf der Basis einer Publikation von 2000 (78 Probanden, Alter 65-80 Jahre) pauschal als unterversorgt (orange) kennzeichnet, sind laut Österreichischem Ernährungsbericht 60 % der erwachsenen Bevölkerung ausreichend mit Vitamin D versorgt. Im Ernährungsbericht sind jedoch Risikogruppen für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung benannt: Personen, die sich kaum oder nie im Freien aufhalten, ältere sowie chronische kranke Personen.

Versorgung sicherstellen          

Bei Sonnenbestrahlung kann der Körper Vitamin D selbst bilden - wie effizient, hängt vom Breitengrad, von der Jahres- und Uhrzeit, der Witterung, Kleidung, Aufenthaltsdauer im Freien sowie vom Hauttyp ab. Als Faustregel gilt: Hält man sich in der warmen Jahreszeit täglich ca. 5 bis 25 Minuten mit unbedecktem Gesicht, Händen und Teilen von Armen und Beinen in der Sonne auf, produziert der Körper genügend Vitamin-D. Doch in Österreich reicht die Stärke der Sonnenbestrahlung nur zirka sechs Monate im Jahr aus, um eine ausreichende Vitamin D-Bildung zu gewährleisten.

Eine Tabelle gibt Auskunft über die notwendige Sonnenexpositionsdauer in Abhängigkeit von Hauttyp, um 25 μg Vitamin D zu bilden.

Über Lebensmittel werden nur zwischen 2 und 4 µg Vitamin D pro Tag aufgenommen.  Vitamin D in bedeutenden Mengen enthalten insbesondere Fettfische (z. B. Hering) und in deutlich geringerem Maße Leber, Margarine (mit Vitamin D angereichert), Eigelb und einige Speisepilze. Gerade im Winter kann  für Risikogruppen, die auch im Sommer nur wenig Sonne getankt haben,  eine Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sinnvoll sein.

Fazit

Vitamin D zählt zu den kritischen Nährstoffen. Besonders in der dunklen Jahreszeit gilt es daher bewusst auf eine ausreichende Zufuhr, ggf. über Supplemente, zu achten.

Literatur

Vitamin-D-Status: Weltkarte erstellt. Ernährungs Umschau 10: 560 (2012).

Wahl DA, Cooper C, Ebeling PR et al.:  Global representation of vitamin D status in healthy populations. Arch Osteoporos (2012).

IOF - International Osteoporosis Foundation:  Vitamin D Interactive Map. Vitamin D press conference, Basel, 27 September 2012.

Ausblick 8. f.eh Symposium am 10.10.2019
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