08.05.2014

Wenn die Beine keine Ruhe geben

Charakteristisch für das Restless-Legs-Syndrom (RLS) sind quälende, von den Patienten schwer beschreibbare Empfindungen in den Beinen. Sie kribbeln, ziehen, stechen oder jucken, häufig zucken sie willkürlich. Einen unerträglichen Bewegungsdrang verspüren Betroffene beim Einschlafen, bei Theater- oder Kinobesuchen oder bei Busreisen.

Das RLS zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen: 3-10 % der westlichen Bevölkerung ist betroffen. Die Beschwerden treten vorwiegend im Ruhezustand auf und lösen einen starken Bewegungsdrang aus. Bewegung lässt  die Symptome verschwinden. Besonders ausgeprägt sind die Beschwerden in den Abend- und Nachtstunden und sehr häufig führen sie zu Einschlaf- und Durchschlafstörungen, da die Tiefschlafphase nicht erreicht werden kann. Dadurch kommt es bei Betroffenen zu einer starken Tagesmüdigkeit, Erschöpfung, gedrückter Stimmung und verminderter Leistungsfähigkeit. Die Lebensqualität ist folglich deutlich reduziert.

Ursache unklar

Wie RLS entsteht, ist bis dato nicht vollständig geklärt. Wenn der Patient ansonsten beschwerdefrei ist, spricht man vom primären RLS: Es wird vermutet, dass der Nervenbotenstoff Dopamin und der Eisenstoffwechsel im Gehirn fehlgesteuert sind. Wenn das Eisen nur unzureichend vom Blut in das Zentralnervensystem transportiert wird, mangelt es an Eisen im Gehirn. Daneben scheint außerdem die Genetik eine Rolle zu spielen. Jeder zweite RLS-Patient hat Verwandte mit unruhigen Beinen. Liegen gleichzeitig noch andere Erkrankungen oder Faktoren vor, ist vom sekundären RLS die Rede. Beispielsweise haben RLS-Betroffene häufig abweichende Schilddrüsenwerte oder einen niedrigen Eisenstatus. Dabei muss der Wert des Eisenspeicher-Proteins Ferritin nicht unbedingt im Mangelbereich liegen - auch im unteren Normalbereich können RLS-Beschwerden auftreten. Damit die RLS-Behandlung erfolgreich sein kann, sollte der Ferritinwert über 50 µl/l liegen. Da Eisen bei Schwangeren zu den kritischen Nährstoffen zählt, gehören sie zur Risikogruppe. Die Symptome klingen jedoch nach der Entbindung meist wieder ab. Auch chronische Nierenschwäche, Depressionen, Diabetes mellitus oder Zöliakie gehen mit RLS einher.

Therapie möglich

Nur ein Bruchteil der Betroffenen sucht einen Arzt auf. Viele wissen einfach über die Krankheit sowie über die Möglichkeit einer effektiven Behandlung der Symptome nicht Bescheid. RLS-Medikamente greifen in den Dopamin-Stoffwechsel ein. Entweder sie ahmen den Neurotransmitter nach oder wirken genau entgegengesetzt. Welche Form gewählt wird, ist abhängig davon, wie stark das Syndrom ausgeprägt ist, zu welcher Tageszeit die Beine kribbeln oder welche Nebenwirkungen auftreten.

Wann liegt RLS vor?

  • Bewegungsdrang der Beine, meist in Verbindung mit unangenehmen Empfindungen oder Schmerzen;
  • Beschwerden treten ausschließlich in Ruhe und Entspannung auf;
  • Bei Bewegung bessern sich die Beschwerden oder verschwinden;
  • Abends oder nachts nehmen die Beschwerden zu.

Selbsthilfegruppe

Das österreichweite Netzwerk der Selbsthilfegruppe RLS trägt zur Aufklärung von Betroffenen bei und bietet eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und zur Hilfestellung.

Mehr zum Thema:

www.restless-legs.at

Literatur

Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Periodic Limb Movement Dirsorder (PLMD). Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie (2012).

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