22.09.2016 von Nina Grötschl

Zahnpflege – gut geputzt, ist halb gewonnen

Neben regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt spielt die tägliche Mundhygiene eine wesentliche Rolle für die Zahngesundheit. Wer mehrmals täglich die Bürste schwingt, und dabei fluoridierte Zahnpflegeprodukte verwendet, beugt der Bildung von Karies vor und hält den Mund gesund.

Gewissenhafte Mundhygiene und Fluoridierung der Zähne sind Voraussetzungen, um Karies in Schach und das Gebiss gesund zu halten. Dass Zahnpflege in Österreich einen hohen Stellenwert hat, zeigt eine aktuelle Erhebung der Plattform Kosmetik Transparent. Sieben von zehn Personen zwischen 14 und 65 Jahren putzen sich mindestens zweimal täglich die Zähne. Dabei beträgt die Putzdauer bei mehr als der Hälfte der Befragten (60 %) zwischen zwei und drei Minuten. Das zeigt auch Wirkung: Jedes zweite zwölfjährige Kind in Österreich hat ein intaktes Gebiss; auch im Teenageralter sind Kariesfälle rückläufig. Bei den jungen Erwachsenen sind es 97 %, die sich über gesunde Zähne erfreuen (vgl. „Karies in Österreich“).

Wissenswert

Am 25. September jährt sich heuer zum 26. Mal der Tag der Zahngesundheit. Unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Fakten gegen Mythen“ stehen diesmal landläufige Halbwahrheiten zum Thema Zahngesundheit im Fokus. Zudem soll der Aktionstag in Erinnerung rufen, wie wichtig Zahnpflege, Mundgesundheit und Prophylaxe für die Gesundheit ist. Tipps für die richtige Technik beim Zähneputzen finden Sie hier als Download.

Wie entsteht Karies?   

Zahnfäule ist eine bakteriell bedingte Erkrankung der Zähne. Bei mangelnder Mundhygiene bilden Erreger wie Strepptokokken einen Biofilm (Plaque), der die Zahnoberfläche überzieht und den Bakterien als Lebensraum dient. Karieserreger gewinnen ihre Energie aus Speiseresten in der Mundhöhle. Dabei verwandeln sie den darin enthaltenen Zucker in Säure (vor allem Milchsäure), die den Schmelz angreift und porös macht. Auf diese Weise dringen Erreger in den Zahn ein und können ihn dauerhaft schädigen.
Alle Lebensmittel, die Zucker enthalten oder reich an Stärke sind (z.B. Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis oder Bananen), „füttern“ Karieserreger im Mund. Dabei kommt es aber weniger auf die Art und Menge der Kohlenhydrate an. Ausschlaggebend ist eher, wie oft man zugreift. Ständiges Zwischendurchessen und -trinken bildet die größte Gefahr für die Zähne. Ein Glas Wasser nach dem Snack oder nach gesüßtem Tee oder Saft unterstützt dabei, vorzubeugen.

Fluorid als Schutzschild

Fluor hilft, den Zahnschmelz vor Säureangriffen zu schützen und ihn zu „reparieren“. Zur Kariesprophylaxe empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine tägliche Fluoridaufnahme von ca. 0,03-0,04 mg pro Körpergewicht. Eine 60 kg schwere Frau müsste demnach täglich ca. 2 mg Fluorid aufnehmen, damit der Zahnschmelz optimal damit versorgt wird. 
Das Spurenelement kommt zwar in verschiedenen Lebensmitteln vor, jedoch in verhältnismäßig geringen Mengen. Die höchsten Beiträge liefern Walnüsse mit 0,68 mg Fluorid/100g, Sardinen schlagen mit 0,42 mg/100 g zu Buche, 100 g Sojabohnen punkten mit 0,36 mg Fluorid. Trinkwasser enthält im Durchschnitt 0,10-0,30 mg Fluorid pro Liter. Fluoridreich sind zudem Schwarzteesorten mit einem Fluoridgehalt von bis zu 1,2 mg/L, einige Mineralwässer (0,66-0,045 mg/L) sowie jodiertes Speisesalz mit 0,25 mg Fluorid pro Gramm Salz.

Wissenswert

Der Weltverband der Zahnärzte (FDI) hat kürzlich ein Weißbuch zur Vorbeugung und Behandlung von Zahnkaries veröffentlicht. Darin wird u. a. eine stärkere Integration der Mundgesundheit in die allgemeine Gesundheitspolitik gefordert.

Schutz aus der Tube

Die meisten Zahnpflegeprodukte sind mit Fluor angereichert. Fluoridsalze wirken direkt auf der Zahnschmelzoberfläche, lagern sich im Schmelz ab und bauen Minerale in die harte Zahnoberfläche ein. Fluor in Zahngels oder -lacken bilden eine Art Schutzfilm auf dem Schmelz und erhöhen die Fluoridkonzentration im Speichel, die der Säurebildung durch Bakterien vorbeugt.
Zahnpasta für Erwachsene sollte eine Fluoridkonzentration von 0,1 bis 0,15 % Fluorid aufweisen, Kindercremes eine Konzentration von 0,05 % Fluorid. Das ist wichtig, denn bei einer Überdosierung von Fluorid im Kindesalter, kann der Zahnschmelz „fleckig“ werden. Hier spricht man von Zahnfluorose. 
Eine erbsengroße Menge Zahncreme deckt in etwa 25 % des täglichen Bedarfs an Fluorid, um den Zahnschmelz zu stärken. Zusammen mit Fluoridsalzen aus Trinkwasser, Speisesalz und anderen Lebensmitteln sorgen fluoridversetzte Zahncremes für eine ausreichende Fluoridversorgung des Gebisses.

Wissenswert

Auch Grüntee kann dabei helfen, Karieserregern das Handwerk zu legen. Das im Tee enthaltene Polyphenol Epigallocatechin-3-Galat senkt die Säurebildung im Speichel und hemmt das Wachstum oraler Bakterien. Lesen Sie hier mehr dazu.

Literatur

Zähneputzen – aber richtig! Patienteninformation. Universität Greifswald. www.dental.uni-greifswald.de/patienteninfo/zaehneputzen.php Letzter Zugriff am 19.9.2016
Verwendung fluoridierter Lebensmittel und die Auswirkung von Fluorid auf die Gesundheit. Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BGVV) (2002).
Stellenwert der Zahnpflege in Österreich. Kosmetik-Transparent. (Mai 2016) 
Mundhygiene für Zuhause – 1 Tipps. Österreichische Zahnärztekammer. www.zahnaerztekammer.at/patientinnen/infocenter/mundhygiene-12-tipps/ (letzter Zugriff am 19.9.2016)
BMG (Bundesministerium für Gesundheit): Kariesprophylaxe mit Fluoriden Empfehlungen des Obersten Sanitätsrates, Kommission „Zahnmedizin, Prophylaxe“ (2010).
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KZBV): Patienteninformation - Karies und Füllungen.
FDI (World Dental Federation): New White Paper introduces comprehensive approach to managing tooth decay. September 2016.
Forum Mineralwasser: Mineralstoffe und Spurenelemente. www.forum-mineralwasser.at/mineralstoffe-und-spurenelemente (letzter Zugriff am 19.9.2016)

Rückblick 8. f.eh Symposium am 10.10.2019
DAS MAGAZIN

ernährung heute

Unsere Zeitschrift für informierte Leser. Kompetent. Auf den Punkt gebracht. Regelmäßig im Abo.

Foto: f.eh
NEWSLETTER
©iStock

Aktuelles zu Ernährung und Lebensstil: Bleiben Sie mit unserem Newsletter immer informiert!

GLOSSAR

G wie Glossar

Wir bieten von Adipositas bis zur Zentralmatura Aufklärung und Wissenswertes

foto: istockphoto.com
Quiz

Testen Sie Ihr Wissen

Hat Himalaya-Salz tatsächlich eine heilende Wirkung? Gibt es Salz im Weltraum? Macht Milch dick und wo sollte man welche Lebensmittel im Kühlschrank lagern?
Stellen Sie sich unseren Fragen im Quiz.

zu den Quiz

RATGEBER

Smart Food Choice

Einkauf leicht gemacht!
Das Lebensmittel Angebot ist vielfältig, manchmal ist es schwierig, hier den Durchblick zu behalten. Wie man Qualität bei Lebensmitteln erkennt, wann es Früchte der Saison zu kaufen gibt und vieles mehr...

Foto: f.eh
Aktuelle Buchvorstellungen

NEU Aufgedeckt. Gerüchteküche und Ernährungsmythen

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

Für Kinder mit Zöliakie kochen!

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

Wenn das Spiegelbild ein Eigenleben führt

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

NEU Ins Leben starten

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

Das Viva-Mayr Kochbuch

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN

Die Molekülchen Küche-Experimente für Nachwuchs-Köche

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

LESEN ALLE BUCHTIPPS ANSEHEN