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Makrobiotik/Makrobiotische Ernährung [Makrobiotik]

Der aus dem Griechischen stammende Begriff bedeutet "Großes Leben" und meint ein Leben im Gleichgewicht zwischen physischer und geistiger Energie, zwischen "Yin" und "Yang". Die Ernährung ist nur ein Teil dieser Philosophie. Alle Lebensmittel lassen sich einem der beiden entgegengesetzten Pole zuordnen: Süßes, Milchprodukte, Kaffee, Schwarztee und Alkohol gelten als stark "yin"; viele Fleischsorten, Eier und Kochsalz als stark "yang". Neutral sind Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse und Meeresalgen ebenso wie Quellwasser, Getreidekaffee. Es gilt, Extreme zu vermeiden, wobei ein natürliches Gespür bei der Mahlzeitenauswahl wichtiger ist als genaues Rechnen. Obwohl sie immer noch das Image der "Alternativen" hat, steht in der makrobiotischen Ernährung nicht nur Getreide auf dem Speiseplan. In der heutigen Ausführung gibt es keine strikten Verbote und auch Obst und Gemüse werden gegessen. Nur eine kleine Minderheit der Makrobioten ist heute noch bestrebt, möglichst nahe an die "höchste Stufe " mit 100 Prozent Getreideanteil im Speiseplan zu kommen. Gut die Hälfte der Ernährung sollte aus Naturreis und anderem Vollgetreide kommen, schonend erhitztes Gemüse steht an zweiter Stelle, Hülsenfrüchte und Soja werden fast täglich gegessen. Mit Ölen wird ebenso wie mit Würzmitteln sparsam umgegangen. Obst wird nur als "willkommene Abwechslung" gesehen. Obwohl der Hauptteil aus pflanzlicher Kost besteht, wird kein genereller Vegetarismus gepredigt. Trotzdem wird wenig Fleisch empfohlen und Milch generell als "verschleimend" und Verantwortliche für Allergien abgelehnt. Daneben gilt auch raffinierter Zucker als "Hauptverursacher der schwerwiegendsten Zivilisationserkrankungen".

Auch wenn Lebensfreude eines der Hauptanliegen der Makrobiotik sein soll, sieht man das so manch blassen und hageren Vertretern nicht an. Sie sehen eher mangelernährt aus. Makrobiotisch ernährte Kinder haben im Vergleich zu Gleichaltrigen ein verzögertes Wachstum. Der Milchverzicht kann zu Mangelerscheinungen führen, weil tierisches Eiweiß, Calcium, Vitamin B12 (kann durch Algen ersetzt werden) und fettlösliche Vitamine fehlen. Wenn Makrobiotik mit dem richtigen Augenmaß praktiziert wird, hat sie gegenüber der üblichen Kost doch einige Vorteile wie eine hohe Ballaststoffzufuhr, Einschränkung von Fett und Zucker, Verzicht auf Alkohol. Eine genaue Auseinandersetzung mit der ganzen Philosophie ist auf jeden Fall unumgänglich. Für Risikogruppen wie Schwangere, Stillende, Kinder und alte Menschen ist sie dennoch nicht empfehlenswert.

 

Plus:

  • Bewusste Auseinandersetzung mit der Zusammenstellung des Speiseplanes
  • Pflanzenbetonte Kost, die schonend zubereitet wird
  • Wenig Fleisch und Fett
  • Kein Alkohol

 

Minus:

  • Radikale Ansätze in älteren Auslegungen
  • Verzicht auf Milch und Milchprodukte
  • Geringe Flüssigkeitszufuhr wird empfohlen
  • Viele traditionelle Lebensmittel stammen aus Asien und sind bei uns schwer erhältlich