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Vitalstoffreiche Vollwertkost nach Bruker [Sonstige Diäten]

Die Vollwertkost nach Dr. M. O. Bruker ist eine vorwiegend vegetabile Ernährungsform, bei der insbesondere „vitalstoffreiche" Nahrung empfohlen wird. Dazu zählen Obst und Gemüse sowie Getreide aus ökologischer Landwirtschaft. Gewarnt wird vor industriell hergestellten Lebens-
mitteln wie Produkten mit Auszugsmehlen, raffinierten Ölen und Zucker, aber auch Konserven. Der Verzehr von Fleisch, Wurst und Käse, Eiern, Milch und Milchprodukten ist laut Bruker einzuschränken. Ein Drittel der Nahrung sollte in naturbelassener Rohkost-Form verzehrt werden. Diese sollte zu zwei Dritteln aus rohem Gemüse und zu einem Drittel aus rohem Obst bestehen. Zur Zubereitung der Frischkost werden naturbelassenes Öl und Obstessig bzw. Zitronensaft, Schlagobers und Gewürze nahe gelegt. Einmal täglich sollte Frischkornbrei mit Rohmilch gegessen werden. Zudem stehen Vollkornprodukte auf dem Speiseplan.

Durch die Einhaltung Brukers Ernährungslehre sollen Krankheiten wie Atherosklerose, Herz-
infarkt, Thrombose, Erkrankungen des Bindegewebes und bis zu einem gewissen Grad auch Krebs vorgebeugt werden.

Obwohl diese Ernährungsweise auch positive Ansätze hat (hoher Obst- und Gemüseanteil), sind verschiedene Aussagen von Bruker als problematisch anzusehen. Etwa „Ratten, die nur mit Weißmehl gefüttert werden, sterben nach wenigen Wochen, während sie bei Vollkornmehl gesund bleiben. Einen besseren Test und Beweis für die biologische Minderwertigkeit der Auszugsmehle gibt es nicht" (Bruker 2009, S. 173). Diese Aussage ist wissenschaftlich nicht haltbar - zitiert wird Literatur aus 1942 bzw. 1950. Ein anderes Beispiel: „Die Zuckergier der Kinder ist ein klassisches Zeichen eines Vitalstoffmangels" (Bruker 2009, S. 261). Bruker spricht hier von Zucker als Vitamin-B1-Räuber. Dieses Vitamin wird zwar beim Abbauch von Zucker zunächst verbraucht, wird aber nach der Stoffwechselreaktion wieder regeneriert.
Sehr heikel ist die Empfehlung von Frischkornbrei für Säuglinge ab dem dritten Monat: Der Magen-Darm-Trakt des Säuglings ist noch nicht ausreichend entwickelt, um rohes Getreide zu verdauen. Außerdem sollten Säuglinge aufgrund der Infektionsgefahr durch Krankheitserreger keine Rohmilch trinken. Ein weiterer Punkt, der gegen den Frischkornbrei für Säuglinge spricht: Bei entsprechender Veranlagung kann der frühzeitige Ausbruch von Zöliakie begünstigt wer-
den.


Plus: 

  • Aufgrund des hohen Anteils an Vollkornprodukten und unerhitzten Lebensmitteln reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen
  • Soziale und ökologische Aspekte werden berücksichtigt, da Produkte aus biologischer Landwirtschaft bevorzugt werden sollen.


Minus: 

  • Als Dauerkost nicht geeignet, da bei einseitiger Lebensmittelauswahl eine ausreichende Versorgung an Kalzium, Eisen und Jod nicht gewährleistet ist.
  • Die Verarbeitung von Lebensmitteln mindert nicht unbedingt ihre Qualität.
  • Empfehlung von Frischkornbrei für Säuglinge ist sehr problematisch.
  • Die Empfehlung einer unbeschränkten Fettaufnahme begünstigt Fettstoffwechselstörungen.
  • Bewegung ist kein Thema.