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Präbiotische Lebensmittel individuell dosieren

Diskussion. Die Frage, ob prä- und probiotische Produkte tatsächlich der Gesundheit nutzen oder ob sie im Gegenteil bei vermehrtem Konsum sogar schaden, wird nach wie vor häufig gestellt. Experten sind jedoch sicher: Pro- und Präbiotika können ohne Bedenken genossen werden.

Pro- und Präbiotische Produkte befinden sich in Österreich bereits seit einigen Jahren im Handel. Im Zusammenhang damit stellen Konsumenten öfters die Frage, ob es beim vermehrten Genuss dieser Lebensmittel zu Nebenwirkungen kommen kann und mit welcher Menge eine optimale gesundheitsfördernde Wirkung erzielt wird.

Forum Ernährung Heute hat ein Gespräch mit Prof. Emmerich Berghofer vom Institut für Lebensmitteltechnologie der Universität für Bodenkultur in Wien geführt, um den neuesten Stand der Expertenmeinungen einzuholen.

Natürliche Substanzen
"Präbiotika sind Stoffe, die in vielen naturbelassenen Lebensmitteln vorkommen", erläutert der Forscher eingangs. So seien Hülsenfrüchte, Zwiebeln, aber auch Topinambur-Knollen reich an solchen Substanzen. Es handle sich dabei um für das menschliche Enzymsystem unverdauliche Lebensmittelinhaltsstoffe, die bis in den Dickdarm gelangen und dort das Wachstum der gesunden Darmflora fördern.

Wie Berghofer weiter ausführt, gehören zu dieser Darmbesiedlung in erster Linie probiotische Mikroorganismen. Deren Zahl könne darüber hinaus auch dadurch erhöht werden, dass solche Probiotika direkt in Lebensmittel eingeschleust werden und im Zuge der Verdauung in den Darm wandern.

Persönlich bestimmen
Ob nun prä- oder probiotische Lebensmittel: In jedem Fall komme es darauf an, die individuell passende Dosierung herauszufinden. Allgemeingültige Richtlinien über eine sinnvolle Zufuhr will Berghofer nicht geben: "Das muss jeder selbst ausprobieren". Probleme entstünden - nach Auskunft des Wissenschafters - höchstens durch vermehrte Gasbildung.

Beispielsweise seien auch weiße Bohnen präbiotische Lebensmittel. "Wenn jemand ein Kilo davon isst, fühlt er sich nachher vielleicht auch nicht wohl", so der Forscher. Eine Überdosierung gebe es aber nicht, sondern nur eine individuell verschiedene Verträglichkeit.

Neue Anwendung
Die positiven Effekte der Substanzen sollen nun auch zu einer breiteren Anwendung führen. Waren es bisher hauptsächlich Joghurts, die mit prä- und probiotischen Stoffen angereichert wurden, so wollen Forscher in Zukunft neue Lebensmittel als Träger der Verdauungshelfer einsetzen.

Wie Berghofer berichtet, konnten bereits Erfolge mit präbiotischen Brotaufstrichen erzielt werden. "Alles, was nicht erhitzt wird" eigne sich für die Anreicherung, so etwa Müslis. Man arbeite daran, die Stoffe einzukapseln und in Fett einzubetten, was die Einsatzmöglichkeiten erweitern würde.

Unbedenklich
Zum Thema Produktsicherheit von probiotischen Produkten haben in den letzten Monaten auch andere Experten ­ vor allem aus dem Bereich der Medizin ­ Stellung genommen. So erklärt etwa Prof. Dr. Herbert Lochs vom Universitäts Klinikum in Berlin, dass bei den derzeit im Einsatz befindlichen Probiotika, keine negativen Wirkungen nachzuweisen seien.

Prof. Dr. Remy Meier vom Kantonsspital Liestal, Schweiz,stellt sogar fest, "dass La1 (Lactobacillus acidophilus 1) heute zu den bestuntersuchten probiotischen Bakterien der Welt gehört und sämtliche geforderte Sicherheitsaspekte erfüllt". Die Produkte seien sicher und absolut unbedenklich.

[Artikel erstellt/geändert am: 26.03.2001]