ernährung

diäten
 

Abnehmen nach den Mondphasen

Bereits seit Hippokrates ist bekannt, dass der Mond einen Einfluss auf den Menschen hat. So bleibt es nicht aus, dass es auch eine Mond-Diät gibt. Das Abnehmen nach den Mondphasen soll besonders gut klappen! Genügt ein Blick zum Himmel, um zu sehen, wie es ums Gewicht steht?

Beim Essen nach dem Mond bestimmen die vier Mondphasen den diätetischen Rahmen. Der Neumond macht den Anfang und geht in den zunehmenden Mond über. Die Mondimpulse dieser Phase sollen die körperliche Entgiftung und "Entschlackung" erhöhen. Dies soll die richtige Zeit für das Verabschieden schlechter Gewohnheiten wie Rauchen und Alkoholkonsum sein. Empfohlene Saft- und Teetage sollen in dieser Phase den Organismus besonders positiv beeinflussen. In der Phase des zunehmenden Mondes verwertet der Körper die Nahrung besonders gut. Das soll positiv für eine effiziente Nährstoffaufnahme sein, jedoch nicht besonders förderlich, wenn man versucht abzunehmen. Denn aufgenommene Energie soll in dieser Zeit besonders schnell zur Gewichtszunahme führen. Deshalb gilt bei zunehmendem Mond Zurückhaltung mit dem Essen. Laut Mondkalender reagieren zu Vollmond Psyche und Körper dank der gebündelten Energie des Planeten sehr stark. Das kann zu Nervosität und Verdauungsproblemen führen. Deshalb wird empfohlen, einen Tag vor dem und am Vollmond-Tag nur in Maßen zu essen, was eine Gewichtsreduktion garantieren soll. Die vierte und letzte Phase betrifft den abnehmenden Mond. Hier soll der Körper in Hochform sein und aufgenommene Kalorien besonders schnell verbrauchen. So wird die abnehmende Phase auch Fastenphase genannt. Schlankheitsambitionen seien begünstigt, und wer nicht abnehmen möchte, müsse Kalorien aus Eiscreme, Pizza und Schokolade nicht fürchten.

Welche Lebensmittelwahl?
Auch die Sternzeichen wirken sich auf den Mond und das körperliche Befinden aus. Denn der Mond durchläuft im Synodenmonat (Zeit zwischen zwei Neumonden) jedes Tierkreiszeichen zweimal. Jedes Sternzeichen soll mit einem der vier Elemente korrespondieren. Den Elementen sind jeweils vier Nährstoffe zugeteilt. So soll der Körper an bestimmten Tagen auf z. B. Fett oder Proteine besonders reagieren.

Erdtage: Stier, Jungfrau und Steinbock.
Diese Zeichen beeinflussen den Blutkreislauf und die Salzqualität. Menschen, die zu Bluthochdruck oder Ödemen neigen, sollten an diesen Tagen eine salzarme Kost praktizieren.

Wassertage: Krebs, Skorpion und Fische.
Diese Zeichen wirken auf das Nervensystem. Kohlenhydrate, auch als Nervennahrung bekannt, entfalten ihre Qualität an diesen Tagen besonders gut. Wer abnehmen will, sollte aus diesem Grund auf einen niedrigeren Kohlenhydratanteil im Essen achten und auf frisches Gemüse und Obst umstellen.

Lufttage: Zwilling, Wassermann und Waage.
Lufttage wirken auf das endokrinologische System des Körpers. Fette und Öle werden besonders gut verwertet. An diesen Tagen sollte aus Rücksichtnahme auf die Waage tierisches Fett vom Speiseplan ausgeschlossen werden.

Feuertage: Widder, Löwe und Schütze.
Die Phase der Sinnesorgane. Hier wird Eiweiß besonders gut verwertet. Es dient dem Zellaufbau und soll zu körperlicher und geistiger Kraft verhelfen. Bevorzugt sollen Sojaprodukte und andere pflanzliche Eiweißlieferanten (z. B. Hülsenfrüchte) ausgewählt werden.

Praxis der Mond-Diät
Wem diese Diät zusagt, der sollte am Vollmond-Tag starten. Generell wird empfohlen, reichlich Vollkornprodukte, Eiweiß, Fisch, Gemüse und Obst in den Speiseplan einzubauen. Tierische Fette wie Butter und Schmalz sollten kaum zum Einsatz kommen. Auch der Verzicht auf feste Nahrung nach 17 Uhr zur Entlastung der Verdauung wird empfohlen.

Pro

  • Es gibt viele Tipps zur Verhaltensänderung.
  • Niedriger Anteil an Fleisch und Wurst in der Kost.
  • Täglicher Verzehr von Obst und Gemüse.
  • Bevorzugte Auswahl ballaststoffreicher Lebensmittel.
  • Abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl.
  • Täglich sollen zirka 1400 Kalorien gegessen werden, was zur gesunden Gewichtsreduktion empfehlenswert ist.
  • Für Esoterikfans ein guter Einstieg in eine langfristige Gewichtsreduktion.

Kontra

  • Praktische Umsetzung für Laien eher schwierig.
  • Fertigprodukte werden bis zur Panikmache verurteilt.
  • Zu hoher Fettgehalt der Kost.
  • Milch und Milchprodukte spielen eine untergeordnete Rolle, daher kann es zu Kalziumdefiziten kommen.
  • Mit der Diät soll "entschlackt" werden. Das ist wissenschaftlich nicht belegt. Zudem gibt es im Körper keine "Schlacken".
  • Sport spielt keine Rolle.

Beurteilung aus ernährungswissenschaftlicher Sicht
Diese Diät bietet Menschen, die an die Kraft des Mondes glauben, einen guten Einstieg in eine abwechslungsreiche Kost. Doch eine herkömmliche fettreduzierte Kost erfüllt sicher den gleichen Zweck. Hinzu kommt, dass Sport in dieser Diät überhaupt keine Rolle spielt, was für einen dauerhaften Erfolg unbedingt zu befürworten ist. Wer nicht fest an die Kraft des Mondes glaubt, wird diese Diätform sicher nicht lange durchhalten. Zudem sind die Zusammenhänge zwischen Mondphasen und Sternzeichen nicht wissenschaftlich belegt.


Quelle: "Ernährung Heute" - Heft 1/2004

[Artikel erstellt/geändert am: 18.05.2004]