09.03.2016

Dukan-Diät

Diese Diät wurde vom französischen Ernährungsmediziner Pierre Dukan Ende der 1970-er Jahre entwickelt. Sie basiert auf einer eiweißreichen Kost und dem weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate, bei gleichzeitiger Einschränkung der Fettzufuhr. Mit diesen Vorgaben entspricht sie einer Low Carb-Diät.

Dukan teilt seine Diät in vier Phasen ein. Dabei darf man aus einer Liste mit
72 eiweißreichen Lebensmitteln (mageres Fleisch, Innereien, Geflügel ohne Haut, Fisch, Meeresfrüchte, fettfreie Milchprodukte) und rund 28 Gemüsesorten auswählen.

Phase 1 ist die sogenannte „Angriffsphase“ und dauert ein bis zehn Tage. In dieser Zeit sind nur die aufgelisteten eiweißreichen Lebensmittel plus 1,5 Esslöffel Haferkleie pro Tag erlaubt. In Phase 2, der „Aufbauphase“, darf man zusätzlich aus den gelisteten Gemüsesorten wählen. Im Wechsel werden hier reine Eiweißtage und Eiweiß-Gemüse-Tage durchgeführt und die Menge an Haferkleie wird auf zwei Esslöffel erhöht. Phase 3 ist die „Stabilisierungsphase“, hier kommen zur Auswahl täglich zusätzlich zwei Scheiben Vollkornbrot, 40 g Hartkäse und ein Stück Obst dazu. In der dauerhaften „Erhaltungsphase“ Phase 4 sind wieder alle Lebensmittel erlaubt. Allerdings geht Dukan davon aus, dass sich in den vorangegangenen Phasen eine neue Einstellung zum Essen entwickelt hat. Ein strenger Eiweißtag pro Woche ist aber dennoch einzuhalten.

 

Fehlende Fachkompetenz

Wie bei fast allen Low Carb-Diäten, wird man anfangs wahrscheinlich relativ rasch abnehmen, langfristige und dauerhafte Gewichtserfolge sind aber nicht zu erwarten. Wer sich bis Phase 4 durchgekämpft hat, vermisst hier zudem konkrete Empfehlungen oder Anleitungen. Diese beschränken sich auf drei Regeln: eine ausgewogene Ernährung, ein Eiweißtag pro Woche, tägliches Gehen und Treppensteigen statt Fahrstuhl.

Die Fachkompetenz von Dukan ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht stark anzuzweifeln. Fast schon belustigend wirkt die Aussage, dass ein warmes Steak mehr Kalorien enthalte als ein kaltes, weil man – so Dukan – beim Essen auch die in den Speisen enthaltene Wärmemenge aufnehme. Die Beurteilung der Experten vom Verein für Konsumenteninformation demnach: „Eine Diät, die wie ein schlecht geschriebener Roman daherkommt: geschwätzig und mit Wiederholungen, sodass man leicht den Überblick verliert.“

 

 PLUS

  • keine



MINUS

  • einseitig, vor allem in den ersten drei Phasen
  • nichts für Vegetarier, fast alle Rezepte sind mit Fisch oder Fleisch
  • zu eiweißreich, zu wenig Kohlenhydrate
  • Obst und Gemüse sind anfangs völlig verboten
  • im Alltag unpraktikabel

 

 

Literatur

NN: Diäten – Runter mit den Kilos. Konsument 1/2012 

 

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