09.03.2016

Montignac-Diät

Der Erfinder der Montignac-Methode, Politikwissenschafter Michel Montignac, teilt Kohlenhydrate in „gute“ und „schlechte“ ein. Als ehemaliger Pharmamanager konzipiert er seine als Dauerkost gedachte Diät speziell für Menschen, die häufig außer Haus, in Restaurants, Kantinen oder auf Reisen essen. Sein Credo: „Essen, um abzunehmen“. 

 

Die Prinzipien der Montignac-Methode:

  • kein Kalorienzählen, da dieses im Hinblick auf die Gewichtsreduktion überbewertet wird
  • vorzugsweise Kohlenhydrate mit niedrigem bzw. sehr niedrigem glykämischen Index (GI)
  • vorzugsweise Fette mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren (Fischfett) sowie einfach ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl)
  • gesättigte Fettsäuren (Butter, Fleischfett) sollen vermieden werden

Das Ganze soll in zwei Phasen ablaufen. Phase 1 ist jene der Gewichtsreduktion. Hier sollen nur Lebensmittel mit einem GI unter 50 ausgewählt werden. In Phase 2 geht es um die Gewichtsstabilisierung. Auch hier soll auf den GI geachtet werden, es dürfen aber auch Lebensmittel mit einem GI über 50 ausgewählt werden. Wenn die glykämische Last (dieser Wert kombiniert den GI mit der tatsächlich konsumierten Kohlenhydratmenge) berücksichtigt wird, dürfen sogar Lebensmittel mit hohem GI gegessen werden.

 Entgegen des wissenschaftlichen Konsens’ behauptet Montignac, dass kein Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und der aufgenommenen Kalorienmenge besteht.

 

PLUS

  • Bevorzugung von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren bzw. Konsum von Fisch und Pflanzenöl

 

MINUS

  • unpraktikabel und aufwändig durch das Berücksichtigen der GI-Tabellen
  • GI-Konzept zur Gewichtsreduktion wissenschaftlich nicht belegt
  • Kartoffeln, Reis und Nudeln sind keine Dickmacher
  • zu viel Fett und Eiweiß, zu wenig Kohlenhydrate

 


Literatur

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Glykämischer Index und glykämische Last – ein für die Ernährungspraxis des Gesunden relevantes Konzept? Teil 1: Einflussfaktoren auf den glykämischen Index sowie Relevanz für die Prävention ernährungsbedingter Krankheiten. Ernährungs-Umschau 51(3): S. 84–91 (2004).

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Glykämischer Index und glykämische Last – ein für die Ernährungspraxis des Gesunden relevantes Konzept? Teil 2: Umsetzung des Konzeptes eines niedrigen GI bzw. GL in Ernährungsempfehlungen für die Bevölkerung. Ernährungs-Umschau 51(4): S. 128–132 (2004).

Esfahani A et al.: The application of the glycemic index and glycemic load in weight loss: A review of the clinical evidence. IUBMB Life 63(1): S. 7–13 (2011).

A et al.: The use of glycemic index tables to predict glycemic index of composite breakfast meals. British Journal of Nutrition 91(6): S. 979–989 (2004).

 

MYTHOS ODER WAHRHEIT?

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