12.04.2016

Schnitzer-Diät

Mit zwei unterschiedlichen Alternativen wartet die vegetarisch orientierte Schnitzer-Diät auf: "Intensiv-Kost" als Heilnahrung oder "Normalkost" als Dauerernährung. Die Ernährungsform soll nicht nur der Prävention und Therapie von Zivilisationskrankheiten dienen, sondern auch Lebensfreude, Glück, Zufriedenheit und Schönheit bescheren. Schnitzer sieht viele Krankheiten als eine Folge der Abkehr von der "Urnahrung", vor allem Auszugsmehle seien krankheitsfördernd. Tierische Lebensmittel werden hier nur unter gewissen Voraussetzungen toleriert. Die Kost solle nicht nur großteils aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen, sondern auch unterkalorisch und roh sein. In einem hohen Eiweißgehalt der Ernährung liegt laut dieser Theorie die Hauptursache des Übergewichts. 

 

Intensiv oder erweitert?

Bei der "Intensiv-Kost" dürfen täglich maximal 1500 kcal gegessen werden und diese ausschließlich in Form von vegetarischer Rohkost. Die Lebensmittel kommen im Rahmen der Diät bevorzugt als Müsli und Salat auf den Tisch. Neben tierischen Nahrungsmitteln sind auch Genussmittel, Brot und Kartoffeln verboten.


Ein erweiterter Speiseplan kennzeichnet die etwas gemäßigtere "Normalkost", bei der eine Energiezufuhr von 2200 kcal möglich ist. Erlaubt sind hier auch Vollkornbrot, gekochte Kartoffeln und Vollreis sowie kleinere Mengen an Milchprodukten, Käse und Eiern. Hauptbestandteile sind Samen und Getreide sowie Wurzelknollen. Obst spielt eine untergeordnete Rolle. Bei beiden Formen sollten die Lebensmittel aus kontrolliert-biologischem Anbau stammen.

 

Zahlreiche Falschaussagen

Schnitzers Theorien bergen eine Reihe von falschen Aussagen, wie Milchsäure sei die Ursache für Osteoporose und Übergewicht die Folge von zu viel Eiweiß. Davon abgesehen sind die Beschränkung des Fleischkonsums und der hohe Vollkornanteil positiv zu bewerten. Während von der "Intensiv-Kost" wegen ihrer Einseitigkeit und dem damit verbundenen Energie- und Nährstoffdefizit abzuraten ist, kann die "Normalkost" für gesunde Erwachsene bei sorgfältiger Planung die Basis für eine vollwertige Ernährung bilden. Eisen, Jod, Kalzium und Vitamin B12 könnten aber knapp werden und bedürfen möglicherweise der Ergänzung. Für Schwangere, Stillende und Kinder sind beide Kostformen abzulehnen.

 

PLUS

  • Bei sorgfältiger Zusammenstellung der "Normalkost" ist eine vollwertige Ernährung möglich.
  • hoher Ballaststoffgehalt
  • meist mit gesunder Lebensweise verbunden
  • Bevorzugung von Lebensmitteln aus biologischem Anbau

 

MINUS

  • Für Schwangere, Stillende und Kleinkinder nicht zu empfehlen
  • als "Intensivkost" zu einseitig, zu energiearm und mit Risiko von Nährstoffmängeln verbunden
  • Vorausplanung erforderlich, im Restaurant schwierig

 

 

Literatur

Leitzmann C, Keller M, Hahn A: Alternative Ernährungsformen. Hippokrates Verlag, Stuttgart (1999)

 

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