28.06.2016

Vegetarismus

Menschen, die Fleisch oder tierische Nahrungsmittel ablehnen, verbinden dies teilweise mit ethischen oder wirtschaftlichen Überlegungen. Ein großer Teil ist aber überzeugt, auf diese Weise gesünder zu leben. Ob vegetarische Ernährung tatsächlich Vorteile bringt, hängt allerdings in hohem Maße von der richtigen Zusammenstellung ab. Ein gewisses Basiswissen im Ernährungsbereich ist dazu erforderlich.

Generell gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich fleischlos zu ernähren:

 

AusprägungVerzicht auf
veganalle vom Tier stammenden Produkte, u.a. auch Honig und sogar Leder oder Wolle
ovo-lakto-vegetarischFleisch, Gefügel, Fisch
lakto-vegetarischFleisch, Geflügel, Fisch, Eier
ovo-vegetarischFleisch, Geflügel, Fisch, Milhc und Milchprodukte
pesco-vegetarischFleisch, Geflügel und teilweise auch Eier und Milchprodukte

 Je nach Ausprägung der vegetarischen Ernährungsweise ist die Lebensmittelauswahl unterschiedlich stark eingeschränkt. Bei Veganern besteht durch den völligen Verzicht auf tierische Produkte die reale Gefahr einer Unterversorgung oder gar eines Mangels an einigen Vitaminen und Mineralstoffen. Außerdem kann bei schlechter Lebensmittelauswahl die Eiweißversorgung problematisch sein. Denn obwohl Pflanzen viele wertvolle Substanzen enthalten, gibt es essentielle Nährstoffe, die in veganer Kost nicht ausreichend verfügbar sind, allen voran Vitamin B12. Dieser Baustein kommt ausschließlich in tierischer Nahrung vor, daher ist eine separate Zufuhr für Veganer unumgänglich. Auch die Eisen-Versorgung kann bei Veganern problematisch sein, wenn nicht gezielt auf gute pflanzliche Eisenlieferanten (z. B. Hirse, Schwarzwurzeln, Eierschwammerl (Pfifferlinge), Linsen) geachtet wird. Mehr zum Thema Vegan lesen sie hier.

Kalzium und Jod könnten kritisch werden

Zu Problemen kann es auch bei der Versorgung mit Kalzium und Jod kommen, falls gänzlich auf Milch und Milchprodukte verzichtet wird. Speziell bei der veganen Variante sollten daher pflanzliche Kalziumquellen wie Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Sesam oder Mandeln bewusst oft in den Speiseplan eingeplant werden. Veganer sollten außerdem darauf achten, nicht zu viel Rohkost einzubauen, da der Organismus gekochte Nahrung teilweise leichter verwerten kann. Schwangeren, Stillenden und älteren Menschen ist von dieser Art der Ernährung unbedingt abzuraten. Ernste Gefahren ergeben sich für Säuglinge und Kleinkinder, die sogar Entwicklungsschäden davontragen können.

Bei Ovo-lakto-Vegetariern und Lakto-Vegetariern sorgen Milch und Milchprodukte bzw. Eier für die notwendige Zufuhr an Eiweiß, Kalzium und Vitamin B12. Trotzdem sollte einer ausreichenden Eisenversorgung Aufmerksamkeit geschenkt werden, insbesondere bei Jugendlichen, die völlig auf Fleisch, Geflügel und Fisch verzichten.

Vegetarische Ernährung

PLUS

  • (ovo-)Lakto-Vegetarismus bei überlegter Zusammenstellung eine vollwertige Ernährung
  • hoher Anteil pflanzlicher Kost
  • führt oft zu niedrigerem Körpergewicht, geringerem Blutdruck, besseren Cholesterinwerten
  • häufig mit einer insgesamt gesünderen Lebensweise verbunden

MINUS

  • bei erhöhtem Nährstoffbedarf (Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende, Ältere) nur bedingt zu empfehlen, da die Speiseauswahl leicht einseitig werden kann – hier sollte man sich von Ernährungsexperten beraten lassen


Vegane Ernährung

PLUS

  • hohe Aufnahme an sekundären Pflanzenstoffen

MINUS

  • keine ausgewogene Lebensmittelwahl, Ergänzungspräparate (v. a. Vitamin B12) erforderlich
  • Gefahr der Unterversorgung mit ernsten Schäden bei unsachgemäßer Zusammenstellung
  • für Säuglinge, Kinder, Schwangere, Stillende und ältere Personen ungeeignet

Literatur

Leitzmann C, Keller M, Hahn A: Alternative Ernährungsformen. Hippokrates Verlag, Stuttgart (1999)
Leitzmann C et al.: Ernährung in Prävention und Therapie. Hippokrates Verlag, Stuttgart (2003)

 

 

 

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