12.06.2012

Gesundheit als Wert - Essen als privates oder öffentliches Thema?

Gesundheit als höchstes Gut, neuer Religions-Ersatz, private Angelegenheit des Einzelnen oder Thema einer gesamten Gesellschaft, deren Politik und öffentlichen Institutionen?

Das forum. ernährung heute beleuchtet aktuell das Thema „Freiheit oder Fremdbestimmung: Wie privat ist Essen?". Im Zuge des Symposiums sollen Begriffe wie Privatheit, Autonomie und Eigenverantwortung in Zusammenhang mit Gesundheit und Ernährung diskutiert werden und aus soziologischen, religiösen, philosophischen und gesellschaftspolitischen Blickwinkeln betrachtet werden.       Wie weit geht die persönliche (Ernährungs-)Freiheit? Bedeutet „gesund" sein, auch gleichzeitig „frei" sein? Schließt die Freiheit einer liberalen Gesellschaft nicht auch die Freiheit zu einem selbstbestimmten und mitunter auch ungesunden Lebensstil ein? Die Zielgruppe ist groß und mannigfaltig, betrifft es doch so gut wie jeden:          als Individuum, als nach Gesundheit strebender Mensch, als Teil der Gesellschaft, als Teil des Gesundheitssystems.

Aktuelle Daten, Fakten und Hintergründe zum Thema

  • Die Zahl der übergewichtigen und adipösen Menschen hat in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen, so auch in Österreich. [1]
  • In Österreich sind zwei von fünf Erwachsenen sowie jedes 5. Kind übergewichtig. [1]
  • Jeder 2. Österreicher gibt an, schon einmal eine Diät gemacht zu haben. [2]
  • 47 % essen jeden Tag bzw. ein- bis zweimal wöchentlich bewusst kaloriensparend. [2]
  • 38 % der Österreicher geben an, dass sie mindestens einmal pro Woche Sport treiben und liegen somit im EU-Schnitt (40 %). 29 % sagen, dass sie nie Sport treiben (EU: 39 %). Mehr als ein Viertel der Österreicher (27 %) möchte „durch Sport sein körperliches Erscheinungsbild verbessern" (EU: 24 %). [3]
  • 39 % der Österreicher geben an, regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. [1]
  • 75 % fühlen sich gesundheitlich sehr oder eher gut - und das relativ konstant über die vergangenen Jahre. [4]
  • 85 % machen sich zumindest manchmal Gedanken um ihre Gesundheit (30 % sogar oft bzw. sehr oft). [4]
  • 81 % der besser situierten Österreicher beurteilen ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut, während dies nur 59 % der Menschen mit sozio-ökonomisch niedrigerem Status so wahrnehmen. [4]
  • Die große Mehrheit der Österreicher sieht zumindest einen gewissen Zusammenhang zwischen Gesundheit und eigenem Verhalten - allerdings sinkt dieser Wert konstant: Sah 2010 noch mehr als ein Drittel einen deutlichen persönlichen Anteil an der Erhaltung der eigenen Gesundheit ist es 2011 nur noch etwa ein Viertel. [4]
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert „Gesundheit" als „einen  Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Fehlens von Krankheit oder Gebrechen". [5]
  • In Europa werden ernährungs(mit)bedingte Erkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten für die Hauptkrankheitslast (77 %) verantwortlich gemacht und stellen mit 86 % die Haupttodesursachen dar. [5]
  • Ende Mai 2012 präsentierte Bundesminister Alois Stöger zehn Rahmen-Gesundheitsziele. Für die nächsten 20 Jahre ist das Ziel eine durchschnittliche Steigerung der in Gesundheit verbrachten Lebensjahre der Österreicher um zwei Jahre. Eine wichtige Maßnahme: Gesunde Ernährung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln soll für alle zugänglich gemacht und Bewegung im Alltag durch entsprechende Gestaltung der Lebenswelten gefördert werden.
  • Am 1. Oktober 2011 hat Dänemark als erstes Land der Welt eine Fettsteuer eingeführt.
  • Ungarn hat ebenso 2011 eine Sondersteuer auf Süßes, Salziges und Fettes eingeführt.

Die Top 7 Verursacher für nicht-übertragbare Erkrankungen in Europa [5]:

  • Tabak
  • Alkoholmissbrauch
  • Erhöhtes Cholesterin
  • Geringer Obst- und Gemüse-Verzehr
  • Übergewicht
  • Hohe Blutdruckwerte
  • Bewegungsmangel

 

Literatur

[1] Österr. Ernährungsbericht, 2008

[2] Market-Umfrage, 2010

[3] Spezial-Eurobarometer 334 der Europäischen Kommission: „Sport und körperliche Betätigung", 2010

[4] GfK-Austria Gesundheitsstudie, 2011

[5] WHO

[6] http://www.gesundheitsziele-oesterreich.at/

 

Symposium: „Freiheit oder Fremdbestimmung: Wie privat ist Essen?

Am 14. Juni 2012, Hotel Savoyen Vienna. Weitere Informationen sowie die Abstracts der Vorträge sind im Nachfeld des Symposiums online verfügbar.

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