12.11.2020 von Redaktion (aktualisiert)

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Über die Zeit schädigt dieser Nerven, Gefäße und Organe. Deshalb sollte Diabetes frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Das rührt daher, dass Zucker nicht weiter in die Zellen transportiert werden kann. Dafür braucht es das Hormon Insulin. Es wird von der Bauchspeicheldrüse zur Verfügung gestellt und sorgt dafür, dass die Zellen ausreichend mit Energie versorgt werden. Bei Insulinmangel sammelt sich der aufgenommene Zucker im Blut an, der Blutzuckerspiegel steigt. Der Zucker stammt aus kohlenhydratreichen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Reis, Brot, Nudeln, Mehlspeisen aber auch Limonaden oder Süßigkeiten. Langfristig schädigt ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Gefäße und Organe.

Welche Diabetes-Typen gibt es?

Unterschieden werden üblicherweise zwei Typen. Menschen, die an der Autoimmunerkrankung Typ 1 Diabetes leiden, produzieren wenig bis kein Insulin. Sie haben deshalb einen permanenten Insulinmangel und müssen das Hormon ein Leben lang spritzen. Nur so wird der Blutzuckerspiegel in bestimmten Grenzen gehalten, Organe und Gefäße werden nicht beeinträchtigt.
Anders ist das bei Typ 2 Diabetes. Hier liegt entweder eine verzögerte Insulinausschüttung oder eine sogenannte Insulinresistenz vor. Das bedeutet, die Zellen sprechen nicht mehr in vollem Maße auf Insulin an, der Blutzuckerspiegel steigt. In frühen Phasen der Erkrankung gleicht das der Körper mit einer gesteigerten Insulinproduktion aus. Reicht das nicht mehr aus, entwickelt sich die Krankheit. Die Folgen sind ein hohes Risiko für Spätschäden wie Herz-Kreislauferkrankungen, Nierenversagen bis hin zu Amputation von Gliedmaßen. Bereits die ersten Symptome wie Müdigkeit und Schwindel, gesteigertes Durstempfinden und gleichzeitig vermehrtes Schwitzen, schlecht heilende Wunden und häufiges krank sein, können auf Typ 2 Diabetes hindeuten.

Wissenswert

Früher wurde Typ 2 Diabetes laienhaft als „Altersdiabetes“ bezeichnet, da dieses Krankheitsbild hauptsächlich bei älteren Menschen auftrat. Mittlerweile sind jedoch bereits auch viele junge Menschen Typ-2-Diabetiker. Typ 2 Diabetes entwickelt sich schleichend über Jahre und wird oft nur im Rahmen einer Folgeerkrankung diagnostiziert, wie Depressionen, Demenz, Augenerkrankungen, Nierenfunktionsstörungen oder Beingeschwüre. Hauptrisikofaktor für Diabetes Typ 2 ist Übergewicht, vor allem das Bauchfett scheint hier eine besonders große Rolle zu spielen. Mehr zu den unterschiedlichen Diabetes Typen lesen Sie hier

Was kann man tun?

Ist man bereits an Diabetes erkrankt, raten Ärzte und Gesundheitseinrichtungen zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen. Denn ein schlecht eingestellter Diabetes führt unweigerlich zu Spätfolgen. Die Österreichische Gesellschaft für Diabetes weist darauf hin, dass aufgrund der fortgeschrittenen medizinischen Forschung, Menschen mit Diabetes heute länger, mit weniger Folgeerkrankungen und besserer Lebensqualität leben können. Da die Neuerkrankungen stets zunehmen, wird Diabetes mellitus allerdings zu einer enormen Herausforderung für die Gesamtgesellschaft.
Verschiedenen Gesundheitseinrichtungen arbeiten aktiv daran, das Diabetesproblem in den Griff zu bekommen. In Österreich gibt es das Betreuungs- und Therapieprogramm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“. Es wurde 2007 von der Sozialversicherung in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Diabetes Gesellschaft als Disease Management Programme (DMP) entwickelt. Etwa 92.000 Diabetiker nehmen daran teil. Sie werden von speziell geschulten Ärzten umfangreich und vor allem langfristig betreut.
Menschen mit Diabetes werden auch in den ausgewählten Gesundheitszentren der Österreichischen Gesundheitskasse umfassend behandelt. Spezialisierte Fachleute kümmern sich um eine individuelle ärztliche Behandlung, einer Diabetesschulung und Ernährungsberatung. Zusätzlich stellt die ÖGK insulinpflichtigen Diabetikern den erforderlichen Bedarf zur Selbstkontrolle wie Blutzuckermessgeräte oder Lanzetten) zur Verfügung. Mehr Informationen dazu gibt es hier.

 

Besser Vorbeugen!

Diabetes aus dem Weg gehen in sechs Schritten:
1.    Stress vermindern!
2.    Ausreichend und regelmäßig zu bewegen. Mindestens 150 Minuten pro Woche sollten es sein. Dabei sollte auch das Krafttraining nicht zu kurz kommen.
3.    Bewusst und ausgewogen essen und trinken
4.    Auf Normalgewicht achten
5.    Alkohol nur moderat trinken
6.    Rauchfrei leben

Literatur

Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG): www.oedg.at (Zugriff: 12.11.2020).
www.therapie-aktiv.at (Zugriff: 12.11.2020).
www.gesundheitskassa.at (Zugriff: 12.11.2020).

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