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Frage 1 von 12

Bier ist in Österreich ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Nicht umsonst lautet ein altes Sprichwort „Hopfen und Malz – Gott erhalt’s“. Wie viele Liter Bier werden im Schnitt jährlich pro Person in Österreich getrunken?

Lösung: c

Kaum ein anderes flüssiges Genussmittel kann auf eine so lange Kulturgeschichte zurückblicken wie das Bier – reichen die Anfänge der Braukunst doch bis etwa 9 000 Jahre v. Chr. zurück. Mit einem jährlichen Konsum von etwa 105 L pro Person ist Bier das beliebteste alkoholische Getränk der Österreicher. Dagegen trinkt jede Person „nur“ 27 L Wein pro Jahr.

 

Literatur

Verband der Brauereien Österreichs: Jahresbericht 2019. www.bierland-oesterreich.at (Zugriff: 23.09.2019).

Statista GmbH: Pro-Kopf-Konsum von Bier in Österreich in den Jahren 1980 bis 2018 (in Liter). www.statista.com (Zugriff: 23.09.2019).

Österreich Wein Marketing GmbH: Dokumentation Österreich Wein 2018. www.oesterreichwein.at (Zugriff: 06.11.2019).

Frage 2 von 12

In den verschiedenen alkoholischen Getränken ist auch unterschiedlich viel Alkohol enthalten, was man beim Trinken auch oftmals spürt. Aber in welchem der genannten Beispiele ist am meisten Alkohol?

Lösung: d

Tatsächlich liegt die enthaltene Alkohol-Menge bei einem Seidel Bier, einem Achterl Wein oder einem Stamperl Schnaps ungefähr gleich bei 13 g. Für einen erwachsenen Mann gelten 20 g Alkohol, also 0,5 L Bier oder 0,25 L Wein, pro Tag als gesundheitlich unbedenklich. Für Frauen liegt die Dosis mit 10 g allerdings nur bei der Hälfte.

 

Literatur

Elmadfa I: Ernährungslehre. 3. Aufl., Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart (2015).

Frage 3 von 12

Weißwein und Sekt haben einen ähnlichen Alkoholgehalt und trotzdem wirkt es so, als ob einem der Sekt schneller zu Kopf steigen würde. Wird man von Sekt wirklich schneller betrunken?

Lösung: b

Die im Sekt enthaltene Kohlensäure regt die Durchblutung der Schleimhäute an, etwa im Magen, im Dünndarm oder dem Mund. Das bedeutet, dass Alkohol ab dem ersten Schluck schneller über diese aufgenommen werden kann und in den Blutkreislauf gelangt. Daraus resultiert, dass man beim Trinken von Sekt schneller betrunken wird.

 

Literatur

Ridout F et al: The effects of carbon dioxide in champagne on psychometric performance and blood-alcohol concentration. Alcohol and Alcoholism, 38(4):381-385 (2003).

Frage 4 von 12

Viele genießen gerne das ein oder andere Glas Wein zum Abendessen. Wer sich danach allerdings ans Steuer eines Autos setzt, sollte auf seine Fahrtüchtigkeit achten. Möglicherweise ist seit dem letzten Getränk schon etwas Zeit vergangen, aber wie viel Alkohol kann pro Stunde abgebaut werden?

Lösung: b

Pro Stunde werden in der Leber etwa 0,1 bis maximal 0,2 Promille abgebaut. Dabei hängt die Geschwindigkeit auch von Gewicht und Geschlecht ab. So dauert der Alkoholabbau bei Frauen länger als bei Männern, weil unter anderem das Körpergewicht und die Abbaurate geringer sind. Ein Achtel Wein hat eine Frau mit 55 kg in etwa zweieinhalb Stunden abgebaut und ein Mann mit 80 kg in weniger als eineinhalb Stunden. Entgegen kursierender Gerüchte lässt sich der Abbau weder durch starken Kaffee, kaltes Duschen oder Bewegung an der frischen Luft beschleunigen.

 

Literatur

Elmadfa I: Ernährungslehre. 3. Aufl., Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart (2015).

Frage 5 von 12

Auch ohne Alkohol getrunken zu haben, kann es passieren, dass man die 0,0 ‰-Grenze überschreitet, da auch in anderen Lebensmitteln natürlich Alkohol enthalten ist. In welchen der genannten Lebensmittel finden sich größere Mengen?

Lösung: c

Alkohol ist vergorener Zucker. Hefezellen, die etwa durch kleine Risse in der Schale in die Frucht gelangen, bauen Zucker zu Alkohol ab. Je mehr Zucker in der Frucht und je mehr Zeit für dessen Umwandlung vorhanden ist, desto höher ist der Alkoholgehalt. Besonders zuckerhaltig ist beispielsweise die Banane. Dennoch ist der natürliche Alkoholgehalt auch von überreifem Obst unbedenklich. Man müsste sich schon über alle Maße anstrengen, um sich einen Rausch anzuessen.

 

 

Literatur

Pfannhauser, W: Alkohol: Freund oder Feind? Aspekte der Lebensmittelchemie. ÖGE - Symposium "Alkoholprävention" am 19 September. Graz (2004).

Frage 6 von 12

Ein Gramm reiner Alkohol enthält 7 kcal. Das sind etwa doppelt so viele, wie in einem Gramm Kohlenhydrate mit ca. 4 kcal und beinahe so viel wie in einem Gramm Fett mit ca. 9 kcal. Welches Getränk hat pro Liter am meisten Kalorien?

Lösung: d

Bier hat mit ca. 480 kcal pro Liter den niedrigsten Energiegehalt, gefolgt von Rotwein mit ca. 700 kcal. Der Champagner liegt mit etwa 800 kcal knapp dahinter und der unangefochtene Spitzenreiter in Bezug auf die Kalorien ist Schnaps. Er hat pro Liter sogar ca. 2500 kcal. Auch wenn diese Getränke empfohlener Weise in kleineren Mengen konsumiert werden, sind es doch nicht zu unterschätzende Kalorien, die zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten konsumiert werden.

 

Literatur

Elmadfa I: Ernährungslehre. 3. Aufl., Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart (2015).

Elmadfa I et al.: Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle. 1. Aufl., Gräfe und Unzer Verlag. München (2017).

Frage 7 von 12

Dass Wein vergorener Traubensaft ist und man aus Wasser, Hopfen und Malz Bier braut, ist allgemein bekannt. Aber welche Spirituose wird aus den folgenden Zutaten hergestellt: Alkohol + Wacholderbeeren?

Lösung: c

Alle Ginsorten müssen aus einem destillierten Basisalkohol bestehen, der mit pflanzlichen Aromastoffen, sogenannten „Botanicals“, aromatisiert wird. Während für den Alkohol keine näheren Bestimmungen gelten und somit unter anderem Getreide, Kartoffeln oder Früchte als Basis gewählt werden können, ist Wacholder für die Aromatisierung verpflichtend.

Hinweis: Gin ist die verkürzte Form von Genever, was sich wiederum von Juniperus, dem lateinischen Namen des Wacholders (engl. juniper), ableitet.

 

Literatur

Österreichisches Lebensmittelbuch: 4.5. Gin, Codexkapitel B23 – Spirituosen, www.lebensmittelbuch.at (Zugriff: 15.05.2019).

Falstaff: Zehn Fakten über Gin. www.falstaff.at (Zugriff: 13.12.2019).

Frage 8 von 12

Das Sprichwort „Bier auf Wein, das lass sein, Wein auf Bier, das rat ich dir!“ wird im Zusammenhang mit Alkohol gerne zitiert. Es stammt vermutlich aus dem Mittelalter, aber wie ist es entstanden?

Lösung: c

Zur damaligen Zeit war Bier das Getränk des Pöbels, während Wein hauptsächlich von Adeligen getrunken wurde. Dementsprechend bedeutete von Bier auf Wein zu wechseln einen sozialen Aufstieg. Umgekehrt entsprach ein Wechsel von Wein auf Bier einem Abstieg in der Gesellschaft, den es zu vermeiden galt.

 

Literatur

Köchling J et al.: Grape or grain but never the twain? A randomized controlled multiarm matched-triplet crossover trial of beer and wine. The American journal of clinical nutrition, 109(2), 345-352 (2019).

Frage 9 von 12

Der berühmte Verdauungsschnaps – viele schwören darauf, um das Völlegefühl nach einem etwas zu ausgiebigen Essen zu lindern. Die Frage, die sich allerdings stellt: Fördert der Schnaps die Verdauung tatsächlich?

Lösung: b

Die Wirkung des Verdauungsschnaps ist ein Mythos, denn Hochprozentiges verlangsamt die Verdauung sogar. Der Körper ist primär mit dem Alkoholabbau beschäftigt, die Verdauung im Magen wird verzögert und der Weitertransport der Nahrung in den Dünndarm gehemmt. Alkoholika betäuben lediglich kurzfristig das Völlegefühl durch die Erweiterung der Blutgefäße und die damit einhergehende Entspannung. Um die Verdauung zu unterstützen wäre eine Tasse Tee, Kaffee oder ein kleiner Verdauungsspaziergang besser geeignet.

 

Literatur

Heinrich H et al.: Effect on gastric function ans dymptoms of drinking wine, black tea, or schnaps with a Swiss cheese fondue: randomised controlled crossover trial. Brit Med J 341 (2010).

Chari S, Teyssen S, Singer MV: Alcohol and gastric acid secretion in humans. Gut 34: 843–847 (1993).

Frage 10 von 12

Regelmäßiger exzessiver Alkoholkonsum führt zu schweren Schädigungen verschiedenster Körperzellen. Welches Organ wird durch Alkoholabusus besonders geschädigt?

Lösung: c

Durch chronischen Alkoholkonsum tritt eine Verfettung und Entzündung der Leber auf. Danach kommt es zur permanenten Schädigung von Lebergewebe und zum Funktionsverlust, der sogenannten Leberzirrhose. Auch die Bauchspeicheldrüse und das Herz, sowie das Gehirn und das Zentralnervensystem werden unter anderem geschädigt. Die chronische Abhängigkeitserkrankung und ihre Folgen betreffen jedoch nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern wirken sich auch auf die Psyche aus.

Es wird empfohlen, die Harmlosigkeitsgrenze nicht zu überschreiten und auch regelmäßig alkoholfreie Tage einzulegen.

 

Literatur

Elmadfa I: Ernährungslehre. 3. Aufl., Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart (2015).

Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Konsumentenschutz: Alkoholkonsum und mögliche Folgen. www.sozialministerium.at (Zugriff: 18.12.2019).

Frage 11 von 12

Während der Schwangerschaft sollten Frauen auf Alkohol verzichten, da Alkohol durch seine chemischen Eigenschaften ungehindert die Plazentaschranke passiert und so zum Fötus gelangt. Welche Auswirkungen hat Alkoholkonsum auf das Kind?

Lösung: c, d

Etwas verzögert wird beim Fötus der gleiche Blutalkoholspiegel erreicht wie bei der Mutter, allerdings wird er deutlich langsamer abgebaut. Der Körper ist den Wirkungen länger ausgesetzt und eine ausreichende Zellentwicklung und -vermehrung wird verhindert. Gewebe können sich nur mangel- oder fehlerhaft entwickeln und das Risiko für körperliche und geistige Entwicklungsstörungen ist erhöht. Eine Dosis für eine noch tolerable Alkoholmenge in der Schwangerschaft kann aus wissenschaftlichen Studien nicht abgeleitet werden, deshalb sollte man auch von Gelegenheitstrinken absehen.

 

Literatur

Gupta KK, Gupta VK, Shirasaka T: An Update on Fetal Alcohol Syndrome-Pathogenesis, Risks, and Treatment. Alcoholism Clinical Experiment Research. 40(8):1594-602 (2016).

Frage 12 von 12

In Norwegen gibt es strenge Regulierungen, was den Alkoholkonsum betrifft. So darf man etwa erst mit 20 Jahren Spirituosen kaufen und Alkohol ist generell teurer. Wann darf in Norwegen nie Alkohol verkauft werden?

Lösung: c, d

Die Verkaufszeiten in Norwegen sind streng geregelt und so bekommt man in den meisten der speziellen Alkoholläden nur bis 18:00 Uhr abends Wein, Schnaps und Co. Zusätzlich darf an Wahl-, Feier- und Sonntagen generell kein Alkohol verkauft werden.

 

Literatur

Duthel H: Discover Entdecke Découvrir Auswandern Norwegen: Eine neue Chance ein neues Leben. Vol. 87. neobooks (2018).

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