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Frage 1 von 11

Wenn man durch den Supermarkt geht, macht man sich meistens wenige Gedanken darüber, ob eine Wassermelone nun Obst oder doch Gemüse ist, aber wodurch unterscheidet man Obst und Gemüse botanisch?

Lösung: b

Tatsächlich gestaltet sich diese Unterscheidung gar nicht so einfach. Laut botanischer Definition handelt es sich bei Obst um Früchte und Samen mehrjähriger Pflanzen, wie etwa Sträucher oder Bäume. Diese Pflanzen blühen jeden Frühling und bilden anschließend neue Früchte aus. Von Apfelbäumen können beispielsweise über Jahre hinweg immer wieder neue Früchte geerntet werden. Bei Gemüse handelt es sich dagegen um Teile von einjährigen Pflanzen, die nur einmal geerntet werden können. Allerdings gibt es Ausnahmen, denn Spargel und Artischocken sind mehrjähriges Gemüse. Der Unterschied zwischen Obst und Gemüse im Alltag lässt sich dementsprechend am besten als kulturell festgelegte Konvention verstehen.

 

Literatur

Hudak R: Obst & Gemüse selbst anbauen: Schritt für Schritt zum eigenen Küchengarten. Gräfe und Unzer Verlag, München (2016).

Frage 2 von 11

Die Rückbesinnung auf eine größere Sortenvielfalt ist momentan im Trend und viele in Vergessenheit geratene Sorten werden wieder angebaut. Diese ungewöhnlichen Sorten bereichern aber nicht nur durch ihren Geschmack, sondern auch durch ihre Optik. In welchen Farben gibt es Karotten?

Lösung: a, c, d

Die Karotte ist beinahe ein Chamäleon. Ihre Farbvarianten reichen von hell- oder dunkelrot über orangefarben bis hin zu weiß und violett. Die Färbung hängt von der Sorte, den Kulturbedingungen und der Witterung ab und geht auf den Gehalt an Carotinoiden, Anthocyanen und Chlorophyllen zurück. Sollte die Karotte jedoch grau und pelzig sein, ist vom Verzehr eindeutig abzuraten.

 

Literatur

Vogel G: Handbuch des speziellen Gemüsebaues. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart (1996).

Frage 3 von 11

Nach der Empfehlung „5 a day“ sollen täglich fünf Portionen Obst und Gemüse gegessen werden, wobei zwei davon Obst und drei Gemüse und Hülsenfrüchte sein sollten. Wie viele Portionen werden in Österreich im Durchschnitt tatsächlich verzehrt?

Lösung: b

Von den insgesamt empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag werden im Schnitt nur zwei gegessen. So erreichen nur etwa 3-4 % der österreichischen Bevölkerung die empfohlene Verzehrsmenge.

 

Literatur

Rust P et al.: Österreichischer Ernährungsbericht 2017. Wien, Universität Wien und Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (2017).

Frage 4 von 11

In manchen Supermärkten liegt schon Anfang März Spargel im Regal, obwohl bei uns noch gar keine Spargelzeit ist. Der Import aus Ländern, wo die Ernte aufgrund der klimatischen Bedingungen früher beginnt, macht das möglich. Aber wann kann man in Österreich Spargel stechen?

Lösung: b, c

Das Ernten bzw. „Stechen“ des Spargels beginnt üblicherweise Anfang April und dauert ca. zehn Wochen bis Mitte Juni. Es kann witterungsbedingt zu einem früheren oder späteren Beginn kommen. Weißer Spargel wächst unter der Erde und wird gestochen, sobald die Spitze aus der Erde bricht, während grüner Spargel von vornherein an der Oberfläche und in der Sonne wächst.

Tipp: Weißen Spargel in ein feuchtes Tuch gehüllt und grünen Spargel trocken im Kühlschrank lagern, dann hält er länger.

 

 

Literatur

Bio Austria: Saisonkalender. Internet: www.bio-austria.at (Zugriff: 29.06.2019).

Marchfeldspargel: Tipps. Internet: www.marchfeldspargel.at (Zugriff: 29.06.2019).

Frage 5 von 11

Am besten schmeckt das heimische Gemüse, wenn es Saison hat. Im Winter gibt es da zwar weniger, aber auch bei uns haben einige Gemüsesorten ab November sogar ihre Haupterntezeit. Welche Sorten zählen in Österreich zu Wintergemüse?

Lösung: a, c

Für einige Gemüsesorten geht es im Winter nochmal so richtig los. Die Haupterntezeit von Kohlsprossen ist September bis Februar und bei Vogerlsalat geht sie von September bis April. Neben den zahlreichen Gemüsesorten, die gut lagerfähig sind (Wurzelgemüse, Kohl, Kartoffeln), wachsen diese beiden mitten im Winter auch bei uns.

 

Literatur

Bio Austria: Saisonkalender. www.bio-austria.at (Zugriff: 29.06.2019).

Frage 6 von 11

Regionalität ist bei Gemüse ein großes Thema. Aber ist es im Winter besser, heimische Tomaten aus dem Glashaus zu kaufen oder zu importierten zu greifen?

Lösung: c

Es gibt Studien die belegen, dass die Klimawirkung der Gewächshausheizung in den kalten Monaten mehr ins Gewicht fällt als Transporte aus dem Mittelmeerraum (Spanien, Italien, Marokko). Dennoch sind pauschale Angaben schwierig, da es weitere Faktoren zu beachten gilt. Beispielsweise ist der Wasserverbrauch für den Anbau in den südlichen Ländern um ein Vielfaches höher. Das ist bei der generellen Wasserknappheit in diesen Ländern problematisch. Außerdem beheizen manche Produzenten auch im Mittelmeerraum ihre Tomaten, um den Wachstumsprozess zu beschleunigen. In diesem Fall wäre die umweltschonendere Variante, dann wiederum die Gewächshaustomaten aus dem eigenen Land. Am besten ist demnach, auf saisonales Gemüse zurückzugreifen.

 

Literatur

Zhiyenbek A et al: Ökobilanzierung Früchte-und Gemüseproduktion eine Entscheidungsunterstützung für ökologisches Einkaufen. ETH Zurich commissioned by WWF, Zurich (2016).

Payen S et al: LCA of local and imported tomato: an energy and water trade-off. Journal of Cleaner Production, 87, 139-148 (2015).

Webb J et al: Do foods imported into the UK have a greater environmental impact than the same foods produced within the UK? The International Journal of Life Cycle Assessment, 18(7), 1325-1343 (2013).

Garnett T: Cooking up a storm. Food, greenhouse gas emissions and our changing climate. Guildford, UK: Food Climate Research Network, Centre for Environmental Strategy, University of Surrey (2008).

Frage 7 von 11

Im Sommer, wenn es so heiß ist, dass man kaum noch Hunger hat, sind diese zwei die absoluten Renner: Gurke und Wassermelone. Erstere findet sich in griechischem Salat oder Tsatsiki, während zweitere ein beliebter Snack für zwischendurch ist. Was haben die Spitzenreiter der Erfrischung gemeinsam?

Lösung: a, b, c

Neben dem hohen Wassergehalt und der grünen Schale verbindet die Gurke und die Wassermelone auch die Zugehörigkeit zur gleichen Pflanzenfamilie. Die Kürbisgewächse bringen die größten und schwersten Früchte im Pflanzenreich hervor. Zu ihnen gehören u. a. die Speise- und Zierkürbisse, aber eben auch Gurken und Melonen.

 

Literatur

Vogel G: Handbuch des speziellen Gemüsebaues. Eugen Ulmer, Stuttgart (1996).

Frage 8 von 11

Christoph Kolumbus entdeckte 1492 nicht nur Amerika, sondern brachte auch eine ungeahnte Vielfalt an Lebensmitteln aus der Neuen Welt nach Europa. Welche Gemüsesorten, die heute zu unserem Alltag gehören, wurden einst von Seefahrern vom neuen Kontinent mitgebracht?

Lösung: a, b, d

Mehr als einhundert Obst- und Gemüsesorten sowie Tierarten brachten die Entdecker von ihren Forschertrips aus dem heutigen Amerika nach Europa mit. Darunter waren über die Jahre hinweg unter anderem Mais, Tomate, Melanzani, Kartoffel, Kürbis, Bohne, Avocado, Zucchini, Tabak, Kakao und Truthähne. Die Entdeckung Amerikas hat somit wesentlich zu unserer heutigen Esskultur beigetragen.

 

Literatur

Mann CC: Kolumbus‘ Erbe: Wie Menschen, Tiere, Pflanzen die Ozeane überquerten und die Welt von heute schufen. Rohwolt Verlag, Hamburg (2013).

Frage 9 von 11

Wenn es einige Tage geregnet hat und der Wald beinahe dampft, ist die richtige Zeit, um Pilze sammeln zu gehen. Dabei stellen sich viele immer wieder die Frage, worum es sich bei den schmackhaften Fruchtkörpern der Pilze eigentlich handelt – Obst oder Gemüse?

Lösung: c

Pilze gehören weder zum Reich der Tiere (Animalia) noch zu dem der Pflanzen (Plantae). Sie gelten als eigenständiges Reich der Fungi mit zahlreichen Gattungen, auch wenn sie im Supermarkt oftmals beim Gemüse zu finden sind. Sie sind sesshaft wie Pflanzen, können allerdings keine Photosynthese betreiben. Daher müssen sie sich wie Tiere durch die Aufnahme organischer Substanzen ernähren, die sie in gelöster Form aus der Umgebung aufnehmen.

 

Literatur

Eyssatier G et al: Das große Buch der Pilze: Herkunft – Bestimmung – Merkmale. Christian Verlag, München (2011).

Frage 10 von 11

Marillenmarmelade kennt jeder, doch auch die Kerne im Stein können beispielsweise geröstet, gesalzen und gegessen werden. Allerdings sollte man von diesen Produkte nicht zu viel essen. Warum kann der Verzehr von Marillenkernen schädlich sein?

Lösung: d

Beim Kauen und Verdauen der Kerne entsteht Blausäure aus dem natürlich im Kern vorhandenen Amygdalin. Dadurch kann es beim Verzehr zu Vergiftungen kommen, die sogar tödlich verlaufen können. Das gilt generell für alle Steinobstsorten. Der menschliche Körper ist zwar in der Lage, kleine Mengen an Blausäure abzubauen, aber bei Kindern reichen schon sehr geringe Mengen aus, um schwere Vergiftungen auszulösen. Die Kerne werden oft als Aromastoffe eingesetzt und sind dann nur sehr gering dosiert, aber auch wenn man selbst Steinobstkerne weiterverarbeiten will, kann man den Blausäuregehalt z. B. durch Einweichen in Wasser reduzieren.

 

Literatur

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): Verzehr von Marillenkernen kann zu schweren Vergiftungen führen. www.ages.at (Zugriff: 29.06.2019).

Steiner I, Desser A: Blausäure in Steinobstkernen – Quantifizierung und Dekontamination. www.foodscience.tugraz.at (Zugriff: 29.06.2019).

Frage 11 von 11

Als Glutamate werden im allgemeinen Sprachgebrauch die Salze der Aminosäure Glutaminsäure bezeichnet. Glutamat wird zum Würzen von Speisen verwendet und ist in vielen Lebensmitteln von vornherein enthalten – so auch in Gemüse. Welche der unten genannten Sorten enthalten das meiste Glutamat?

Lösung: a, c

Glutamat kommt natürlich in fast allen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Insbesondere in eiweißreichen Lebensmitteln wie Parmesan, Schinken und Fisch ist es vorhanden, aber auch in Lebensmitteln, die oft wegen ihres besonderen Aromas verwendet werden, wie Pilze, Tomaten und Mais. Dass Pizza und Pasta mit Tomatensauce so beliebt sind, hat somit einen guten Grund.

 

Literatur

Kurihara K: Glutamate: from discovery as a food flavor to role as a basic taste (umami). American Journal of Clinical Nutrition, 90(3):719S-722S (2009).

In Kooperation mit:
FiBL
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Hochschule für Agrar und Umwelpädagogik
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weitere Zusammenarbeit mit:
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