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Frage 1 von 11

„Essen ist ein Bedürfnis, Genießen ist eine Kunst" – das wusste schon der Schriftsteller La Rochefoucauld. Was braucht man, um genießen zu können?

Lösung: a, b, c

Schneller Genuss ist ein Widerspruch in sich. Genuss kann nur in Situationen entstehen, in denen auch Zeit zur Verfügung steht. Zudem braucht der Mensch (Lebens-)Zeit, um Genussfähigkeit zu erwerben. Denn Genüsse können erst durch eigene Erfahrung entdeckt werden. Oft wird "Genuss" jedoch mit "Völlerei" verwechselt. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Um richtig genießen zu können, braucht es dazwischen auch Phasen des Verzichts. Zeitweilige Askese ist Voraussetzung für echte Genussfähigkeit. Viel Geld benötigt man für Genuss allerdings nicht zwingend. Denn jeder, der schon einmal gefastet hat, weiß, wie köstlich auch einfache Gerichte wie gekochte Kartoffeln mit Gemüse schmecken können.

 

Literatur

Lutz R, Sundheim D: Das Euthyme Konzept: Genuss zum Wohle der Gesundheit – Psychologische Aspekte gesundheitsfördernder Ernährung. Internationaler Arbeitskreis für Kulturforschung des Essens – Mittelungen 9: 14 – 24 (2002).

Frage 2 von 11

Der Genussbegriff und auch die Auseinandersetzung mit Genuss ist keine Erscheinung der Moderne. Ihre Geschichte reicht lange zurück. Nach welchem Philosophen wurde die Philosophie des Genusses benannt?

Lösung: c

Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. beschäftigte sich der griechische Philosoph Epikur intensiv mit dem Thema Genuss und Lust. Dabei wurde seine Lehre oft missverstanden und als Aufruf zu Völlerei und Maßlosigkeit interpretiert. Verzicht war stets ein wesentlicher Teil des Genießens. Als Epikureismus gilt demnach die philosophische Denkrichtung, die auf Epikurs Auffassungen von individuellem Glück durch das Erreichen der sogenannten „gelassenen“ Lust beruht.

 

Literatur

Zimmermann B: Epikur. Philosophie des Glücks. DTV CH Beck, 4. Auflage (2010).

Frage 3 von 11

Epikur bezeichnet den Magen (altgriech. gaster), als „die Wurzel alles Guten“. Was behandelt dementsprechend die Gastrosophie?

Lösung: d

Das Wort Gastrosophie setzt sich neben gaster noch aus sophos (= kundig, gebildet, weise) zusammen, hat aber dennoch nichts mit Schulmedizin zu tun. Vielmehr geht es in dieser wissenschaftlichen Disziplin um das Zusammenwirken aller natur- und geisteswissenschaftlichen Fächer, die sich mit Ernährung beschäftigen. Dies betrifft jeden Aspekt, von der Erzeugung, der Verarbeitung bis hin zum Konsum, sowie Esskultur und Werte in verschiedenen Epochen und Gesellschaften.

 

Literatur

Universität Salzburg: Was ist Gastrosophie? Internet: www.gastrosophie.at (Zugriff: 03.07.2020).

Frage 4 von 11

Ob am Morgen beim Frühstück oder zum Kuchen – Kaffee ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber wieviel Tassen kann man bedenkenlos konsumieren?

Lösung: c

Für Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahre gelten laut EFSA Risikobewertung 400 mg Koffein pro Tag als völlig unbedenklich. Dabei sind Einzeldosen bis zu 200 mg verträglich – auch kurz vor dem Sport. Der Koffeingehalt bei Kaffee und Schokolade weist zwar eine starke Schwankungsbreite auf, dennoch braucht man sich bei bis zu fünf Tassen Kaffee pro Tag keine Sorgen zu machen. Kaffee kann auch zur Flüssigkeitsbilanz gezählt werden, ist in erster Linie jedoch Genussmittel und kein Durstlöscher. Um den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen, sollten Erwachsene täglich mindestens 1,5 L Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees oder verdünnte Fruchtsäfte trinken.

 

Literatur

European Food Safety Authority (EFSA), Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA): Scientific Opinion on the safety of caffeine. EFSA Journal 13(5): 4102 (2015).

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Wasser trinken – fit bleiben. 2., überarbeitete Auflage, Bonn (2018).

Frage 5 von 11

Auch Tee ist ein beliebtes Genussmittel mit langer Tradition. Speziell aus den indischen Regionen Darjeeling und Assam kommt bekannter Schwarztee. Manchmal ist er mit der Bezeichnung „First Flush“ gekennzeichnet. Was bezeichnet dieser Vermerk?

Lösung: d

Als First Flush wird die erste und qualitativ besonders hochwertige Tee-Ernte nach dem Winter bezeichnet. Diese findet lediglich zwischen Mitte März und Anfang April statt, sodass nur etwa acht bis zwölf Pflückungen möglich sind. Geerntet werden dabei ausschließlich die jungen, zartgrünen Triebe. Häufig werden diese Tees sofort per Flugzeug nach Europa exportiert, weshalb sie auch unter dem Namen „Flugtee“ bekannt sind. Im Geschmack zeichnet sich ein First Flush Tee durch ein besonders mildes und blumiges Aroma aus. Die zweite Periode bis Anfang Mai trägt die Bezeichnung „Inbetween“, bevor Mitte Mai die Ernte des sogenannten Second Flush (Sommertee) beginnt. Mit dem Beginn der Monsunzeit wird der qualitativ schlechtere Third Flush (Regentee) gepflückt, gefolgt vom Autumnal (Herbsttee), der von Oktober bis Anfang November geerntet wird und die Teesaison beendet.

 

Literatur

Lebensmittellexikon: First Flush, Flugtee. Internet: www.lebensmittellexikon.de (Zugriff: 01.07.2020).

Frage 6 von 11

Stresspuffer und Genussmittel Nummer Eins ist für viele die Schokolade. Ihr werden viele Wirkungen nachgesagt, aber macht Schokolade tatsächlich glücklich?

Lösung: a

Schokolade kann tatsächlich stimmungsaufhellend wirken, allerdings nur kurzfristig. Ausschlaggebend dafür sind weniger die pharmakologischen Mechanismen, als vielmehr die positiven Assoziationen, die wir mit ihr verbinden. Denn Schokolade enthält mit Tryptophan und Theobromin zwar Stoffe, die theoretisch die Stimmung beeinflussen können, jedoch sorgen diese erst in größeren Konzentrationen und nach etwa einer Stunde für Aufmunterung. Der süße Geschmack und die Erwartungshaltung können dennoch zu einem kurzfristigen Anstieg des Glückshormones Serotonin führen. Weiters lösen gustatorischen Effekte angenehme Gefühle aus, etwa das mollige Mundgefühl, wenn die Schokolade auf der Zunge zergeht. Denselben Effekt haben beispielsweise auch Kuchen, Torten und Desserts.

 

Literatur

Wipplinger J: Macht Schokolade glücklich? Internet. www.medizin-transparent.de (Zugriff: 03.07.2020).

Ganschow L, Böhnke A, Schadwinkel A: Schokolade und ihre Wirkung. www.planet-wissen.de (Zugriff: 03.07.2020).

Frage 7 von 11

Neben süß, sauer, salzig und bitter, gibt es noch eine fünfte Geschmacksrichtung: umami. Was schmeckt man bei „umami“?

Lösung: b

Bereits 1908 entdeckte der Japaner Kikunae Ikeda diesen Geschmack und bezeichnete ihn als "umami" (wohlschmeckend, köstlich). Der Begriff bezeichnet den Geschmack von Eiweiß. Konkret den Geschmack von Glutamat, dem Salz der Aminosäure Glutaminsäure. Glutamat ist die in Eiweiß am häufigsten vorkommende Aminosäure und wird Lebensmitteln oft als Geschmacksverstärker zugesetzt. Glutamat ist aber auch von Natur aus in vielen Produkten enthalten. Viel Glutamat enthalten unter anderem Hühnerbrühe, Tomaten, Pilze, Meeresfrüchte, Sojasauce, lange gereifte Käsesorten wie Parmesan und auch Muttermilch.

 

Literatur

Vereine für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB): Was versteht man unter der Geschmacksrichtung umami? Internet: www.ugb.de (Zugriff: 01.07.2020).

Frage 8 von 11

Viele Lebensmittelkombinationen, von denen man es nicht erwarten würde, harmonieren beim gemeinsamen Verzehr erstaunlich gut. Welche außergewöhnliche Kombination passt zusammen?

Lösung: d

Neben Klassikern wie Tomate und Basilikum oder Wein und Käse, werden durch das sogenannte „Food pairing“ viele neue Trends geboren. Dabei geht es darum, verschiedene Lebensmittel nicht per Zufallsprinzip, sondern ganz gezielt zu kombinieren. Unterschiedlichste Lebensmittel werden dafür von Wissenschaftlern auf ihre Schlüsselaromen untersucht. Es gilt: je verwandter zwei Aromen miteinander sind, desto besser harmonieren sie miteinander. Das trifft auch auf ungewöhnliche Kombinationen wie rotes Fleisch mit weißer Schokolade oder Nektarine und Rosmarin zu.


Hinweis: Wer innovative Kombinationen auch in der heimischen Küche testen möchte kann sich unter foodpairing.com inspirieren lassen.

 

Literatur

N. N: Food pairing. Internet: www.foodpairing.com (Zugriff: 03.07.2020).

Frage 9 von 11

Unterschiede im Ernährungsverhalten von Männern und Frauen sind seit langem empirisch nachgewiesen, aber wer gibt an, das Essen mehr zu genießen?

Lösung: a

Bereits in der frühpubertären Phase unterscheidet sich das Genussempfinden von Buben und Mädchen deutlich. In einer Befragung gaben Buben häufiger an, dass das Essen zu den schönsten Dingen in ihrem Leben zählt und dass sie sich nach einer Mahlzeit besonders wohl und fit fühlen. Mädchen hingegen äußern häufiger körperbezogene Ängste und Kontrollwünsche. Diese Beobachtungen spiegeln sich im Erwachsenenalter wider. Während sich mehr als die Hälfte der Männer beim Essen ausschließlich vom Geschmack leiten lassen, trifft das nur auf jede vierte Frau zu. Für die Hälfte der Frauen unterliegt das Essen eher einer restriktiven Kontrolle.

 

Literatur

Setzwein M: "Männliches Lustprinzip" und "weibliches Frustprinzip"? Ernährung, Emotionen und die soziale Konstruktion von Geschlecht. Ernährungs-Umschau 51 (12):504 – 507 (2004).

Frage 10 von 11

Persönlichkeit und Genussempfinden beeinflussen unser Essverhalten, unsere Lebensqualität sowie unsere Gesundheit. Unterschieden werden drei Typen von Menschen: Genießer, Genusszweifler und Asketen. Wie sieht es mit dem Körpergewicht von Genießern in Österreich aus?

Lösung: b

Das Österreichische Genussbarometer des forum. ernährung heute zeigte 2009, dass fast die Hälfte der Genießer Normalgewicht hatte, aber nur jeweils 38 % der Genusszweifler und Genussunfähigen. Umgekehrt waren unter den Genussunfähigen mit 17 % die meisten Adipösen, im Vergleich zu 15 % bei den Genusszweiflern und 11% bei den Genießern. Ähnliches wurde 2014 mit dem Genussbarometer „Best Ager“ gezeigt, in dem Personen zwischen 60 und 79 Jahren befragt wurden. Auch hier war jeder zweite Genießer normalgewichtig. Erklären lässt sich diese Beobachtung damit, dass Genussmenschen sich deutlich mehr Zeit zum Essen nehmen, bewusster ihre Lebensmittel auswählen, seltener Diät halten, aber körperlich aktiver sind. Der achtsame Umgang mit uns selbst kann sich demnach positiv auf das Körpergewicht auswirken.

 

Literatur

Gruber M: Erstes Österreichisches Genussbarometer. Internet: www.forum-ernaehrung.at (Zugriff: 03.07.2020).

Gruber M: f.eh-Genussbarometer „Best Ager“. Internet: www.forum-ernaehrung.at (Zugriff: 03.07.2020).

Frage 11 von 11

Genuss ist nicht nur eine Sache des Gaumens, sondern liegt auch an der Art und Weise, wie wir essen. Wie unterscheidet sich ein Gourmet von einem Gourmand?

Lösung: a

Als Gourmet wird im deutschen Sprachgebrauch ein Feinschmecker bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen sachkundigen Genießer exquisiter Speisen und Getränke. Der Begriff Gourmand kommt zwar ebenfalls aus dem Französischen, wird allerdings als Synonym für „Vielfraß“ verwendet. Er bezeichnet jemanden, der sich durch fehlende Mäßigung beim Essen auszeichnet. Während es dem Gourmet um die Qualität geht, schätzt der Gourmand hauptsächlich die Quantität.

 

Literatur

Augst G: Der Bildungswortschatz. Georg Olms Verlag, Hildesheim-Zürich-New York (2019).

In Kooperation mit:
FiBL
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Hochschule für Agrar und Umwelpädagogik
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