2_2015, Ethik und Moral

3_2015 Einspruch: Widersprüche!

 

 

Im Fokus

Die kulinarische Welt ist voller Gegensätze: Wächst auf der einen Seite die Entfremdung von der Lebensmittelproduktion, steht auf der anderen der immer stärker werdende Wunsch nach Nähe zur Natur. Sind Missstände ausgemacht, droht kaum ein Skandal – aber skandalisiert wird der Ausnahmefall. Folglich fürchten wir uns vor den falschen Dingen, entwickeln unbegründete Ängste. Die Informationsflut schafft derzeit kein Gefühl der Sicherheit, es fördert jenes der Unsicherheit. Was ist richtig und was ist falsch? Statt um Aufklärung geht es längst um Auflage. Statt Kopf und Bauch heißt es: Kopf gegen Bauch. Dabei sind 80 % unserer Ess-Entscheidungen emotional – wir wissen nicht, warum und wie wir essen. Aber wir wissen: Wir essen, weil wir vertrauen. Um der Neurotisierungsfalle zu entkommen, könnte ein „Stärken stärken!“ helfen. Was das in diesem Kontext heißt? Spaß an der Freude anstelle von Furchtappellen! Nur mit Emotionen kommen Menschen in Bewegung! Und mit Begeisterung lieber als mit Angst. [mg]

Inhalt

Fokus: Seite 03-04, Autor: Christoph Klotter

Realitäts-Check – Widersprüche in der Ernährungskommunikation

Ein Abriss einiger Aspekte unseres Essens soll aufzeigen, warum wir wie essen und wie wir dies bewerten. Dabei geht es nicht um Befunde aus empirischen Studien, sondern viel eher um Denkanstöße, damit wir unser Essverhalten reflektieren können.

Fokus: Seite 05-06, Autorin: Angela Mörixbauer

Ernährungsstudien: Kritik zwischen den Zeilen

Bei einer faktenorientierten, sachlichen Ernährungskommunikation geht es letztlich um zwei wesentliche Stufen: erstens um den Inhalt, die Fakten, deren Analyse und das Verstehen der selbigen. Und zweitens um den Transfer der Forschungsergebnisse in das Alltagswissen. Basis für das Formulieren von Empfehlungen muss immer eine valide Forschung und das richtige Einordnen der Ergebnisse sein. Gerade Letzteres erweist sich jedoch in der Praxis als Stolperstein.

Fokus: Seite 07, Autorin: Julia Wippersberg

Futter für die Medien?

Paleo-Diät, Veganismus und Detox. Abnehmen, Fasten und Körperideale, Cholesterin, Diabetes und Darmgesundheit – Mit diesen und vielen anderen Schlagworten findet man zahlreiche Beiträge in österreichischen Tageszeitungen. Welche Rolle spielen Fragen rund um Ernährung für Tageszeitungen? Und welche Rolle spielen die Tageszeitungen für jene Akteure, die ihre Botschaften zu diesem Thema in den Medien platzieren möchten?

Fokus: Seite 08-10, Autor: Hans Mathias Kepplinger

Besonderheiten von Lebensmittelskandalen

Lebensmittelskandale sind Teil der aktuellen Berichterstattung: 2010 las man über Tote durch Bakterien in Rohmilchkäse aus Österreich; 2011 schockierten Meldungen über den Tod durch EHEC die deutsche Bevölkerung; 2012 verursachten Enthüllungen über Hygienemängel bei der bayrischen Großbäckerei Müller-Brot Ekel; 2013 riefen Berichte über Pferdefleisch in Tiefkühl-Buletten Empörung hervor; und 2014 ging es um Hexachlorbenzol in österreichischem Rindfleisch. Waren diese Skandale nur mediengemacht? Offensichtlich nicht in dem Sinne, dass es keine realen Missstände gab. Die gab es. In einigen Fällen waren die Belastungen der Lebensmittel so gravierend, dass Menschen starben. Waren die Skandale demnach alle hausgemacht? Offensichtlich auch nicht, denn einige der Missstände hatten keine Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher, etwa die Beimischung von Pferdefleisch in Buletten. Diese Ungereimtheiten werfen drei Fragen auf: Was ist sinnvollerweise unter einem Skandal zu verstehen? Wie verhalten sich Skandale zu Missständen? Welche Rolle spielen die Medien?

Fokus: Seite 11-13, Autorin: Marlies Gruber

Mythen der Esskultur

Essen am Abend macht dick, Kaffee entwässert, Eier erhöhen den Cholesterinspiegel, Bio-Lebensmittel sind gesünder: Ernährungsmythen gibt es wie Sand am Meer. Was macht einen Mythos zum Mythos? Wer glaubt daran? Und sind Mythen verhaltensrelevant?

Fokus: Seite 14-15, Autor: Matthias R. Hastall

Furchtappelle: Stilmittel mit Potenzial?

Rauchen kann tödlich sein. Passives Sitzen ist das neue Rauchen. An drastischen Warnungen vor möglichen Gefahren durch falsche Ernährung mangelt es ebenso wenig. Sind solche Furchtappelle tatsächlich überzeugend und welche Effekte rufen sie hervor?

Prävention: Seite 17-19, Autoren: Susanne Ring-Dimitriou, Thomas Freudenthaler, Elisabeth Ardelt-Gattinger, Verena Aistleitner, Daniel Weghuber

SALTO – gemeinsam viel bewegen

SALTO steht für Salzburg together against obesity, das als regionales Projekt die Prävention von Übergewicht bei 3- bis 6-jährigen Kindern in den Vordergrund rückt. Dabei werden Erziehungspersonal, Eltern und Kinder im Kindergarten mit Maßnahmen auf kognitiver, motivationaler und emotionaler Ebene angesprochen. Für eine langfristige Verhaltensänderung werden alle Maßnahmen in den infrastrukturellen und sozialpolitischen Rahmen der Gemeinde eingebettet.

Serie Urban Gardening: Seite 20-21, Autorin: Barbara Stadlmayr

Fokus Österreich: Was tut sich bei uns?

Von Vorarlberg bis ins Burgenland, ob in den Hauptstädten oder in den Marktgemeinden: Österreich ist im Urban-Gardening-Fieber. Gemeinschaftsgärten, Baumpatenschaften und Jungpflanzenmärkte liegen im Trend. Ein Einblick in die Vielfalt der Projekte.

Sensorik: Seite 22-23, Autorinnen: Marlies Gruber und Eva Derndorfer 

Funktionales Grün und erheiterndes Gelb

Wir wissen alle: Farbe spielt beim Essen eine Rolle. Das war früher schon so und zeigte sich bereits bei den Ägyptern, Griechen und Römern. Sie setzten Farben gezielt ein, um Speisen attraktiver zu machen. Was lässt sich daraus für die heutige Praxis ableiten?

Literaturliste Magazin 3_2015

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SO WILL ICH SEIN?
Aktuelle Buchvorstellungen

NEU Aufgedeckt. Gerüchteküche und Ernährungsmythen

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

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Für Kinder mit Zöliakie kochen!

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

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Wenn das Spiegelbild ein Eigenleben führt

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

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NEU Ins Leben starten

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

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Das Viva-Mayr Kochbuch

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

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Die Molekülchen Küche-Experimente für Nachwuchs-Köche

Autor(en): Bisovsky S, Unterberger
Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

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