09.03.2021 von Redaktion

Front of Pack-Labels auf einen Blick

Die Diskussion um eine vereinfachte Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite verpackter Lebensmittel zusätzlich zur bereits verpflichtenden Nährwertkennzeichnung ist hochaktuell. Das f.eh hat die aktuellen Systeme genauer unter die Lupe genommen und einen Überblick über die derzeitige Studienlage erstellt.

Die Prävalenzen von ernährungsmitbedingten Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Diabetes und Herzkreislauf-Erkrankungen steigen weltweit. Eine erweiterte Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen soll dazu beitragen, die Ernährungsgewohnheiten der Konsumenten zu verbessern und die Verbreitung von Zivilisationskrankheiten einzudämmen. Diese Front of Pack-Labels (FOPLs) sind derzeit freiwillig und in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich gestaltet.

Während etwa Schweden mit dem Keyhole-Label sein eigenes System etabliert hat, sind in anderen Ländern Europas mit den Guideline Daily Amounts, der Ampelkennzeichnung, dem Healthy Choice- und dem Finish Heart-Symbol sowie dem Nutri-Score mehrere Systeme in Verwendung. Italien hat mit dem Nutrinform-System im Herbst 2020 noch eine weitere Kennzeichnungsmöglichkeit vorgestellt, um die Säulen der mediterranen Ernährung verstärkt zu berücksichtigen. Im Rahmen der Farm-to-Fork Strategie 2020 hat die Europäische Kommission die Einführung eines verpflichtenden, einheitlichen Systems bis Ende 2022 in Aussicht gestellt. Welches Modell als standardisiertes System verwendet werden soll, ist jedoch noch unklar.

Überblick zur wissenschaftlichen Evidenz

Wir haben uns genauer angesehen,

  • wie es um die Bewertungsgrundlagen der aktuell meist diskutierten Systeme steht,
  • wie Konsumenten solche Labels generell wahrnehmen und interpretieren,
  • welchen Effekt diese zusätzliche Kennzeichnung auf das Kaufverhalten hat, und
  • ob es Belege für potenzielle Auswirkungen auf die Gesundheit gibt.

Ganz kurz zusammengefasst:

  • Wenn FOPLs vorhanden sind, wird der verpflichtenden Nährwertkennzeichnung (noch) weniger Aufmerksamkeit geschenkt.
  • Mit einem Label wird der Stellenwert eines Produktes für eine ausgewogene Ernährung besser erkannt als ohne.
  • Das Kaufverhalten ändert sich durch FOPLs allerdings nur geringfügig bis gar nicht.
  • Langfristige gesundheitliche Effekte scheinen somit unwahrscheinlich zu sein und werden in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur auch nicht belegt.

„Front of Pack-Labels kompakt: Überblick zur wissenschaftlichen Evidenz“ können Sie hier als Gesamt-Dokument herunterladen: PDF

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