25.08.2016 von Elisabeth Rudolph

Die Apfelsaison geht los

Ob rot, grün oder gelb, süß, sauer oder fruchtig – Äpfel sind facettenreich und nicht nur als schneller Snack ein Hit. Dass sie bereits mitten im Sommer Saison haben, wissen nur wenige. Doch kann der Sommerapfel mit den späteren Sorten mithalten?

Der Apfel ist ursprünglich keine heimische Frucht, er stammt vermutlich aus dem Nahen Osten und wurde später von den Griechen und Römern kultiviert. Als verbotene Frucht, als Symbol der Liebe, des Reichtums, der Fruchtbarkeit, aber auch des Todes und der Wiedergeburt erhielt der Apfel mystischen und historischen Charakter. Heutzutage ist das beliebte Obst aus den Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken, sei es als Snack für zwischendurch oder als Zutat traditioneller österreichischer Mehlspeisen.

Wissenswert

Der Apfelanbau wurde von den Römern eingeführt, sie kannten damals bereits 37 verschiedene Sorten. Die Vielfalt hat sich im Lauf der Zeit natürlich erhöht, weltweit gibt es rund 20.000 verschiedene Sorten. Dennoch findet man in den Supermärkten nur noch wenige Sorten. Durch den Intensivanbau beschränkt man sich auf eine kleine Auswahl robuster Apfelsorten.

Alles Apfel

Äpfel, die aus der Familie der Rosengewächse stammen, zählen hierzulande zu der beliebtesten Obstsorte. Rund 20 kg essen Herr und Frau Österreicher jährlich. Mit rund 11 kg rangieren Bananen auf Platz zwei, gefolgt von Orangen mit 6 kg. In Österreich werden Äpfel auf rund 6000 ha angebaut, das Hauptanbaugebiet liegt in der Steiermark, gefolgt von Niederösterreich und dem Burgenland. Die einzelnen Apfelsorten variieren in Form, Geschmack, Struktur, Inhaltsstoffen, Erntezeitpunkt, Verwendung und Haltbarkeit. Die Unterscheidungsmerkmale beim Fruchtfleisch sind: fest, sauer, saftig oder süß. Erfahren Sie hier mehr über Details zum Apfel.

Unterschiedliche Erntezeitpunkte und geeignete Lagerbedingungen bringen mit sich, dass Äpfel nahezu das ganze Jahr über angeboten werden. Die Apfelernte beginnt Ende Juli und dauert bis Ende Oktober. Die Reifezeit und Lagerfähigkeit ermöglichen eine Unterteilung der Ernte in:

Sommeräpfel werden ab Juli geerntet und sind für den sofortigen Verzehr bestimmt. Bekannte Sorten: Klarapfel, Gravensteiner, Summerred, Sissired und James Grieve.

Herbstäpfel: Die Ernte erfolgt ab Mitte September, sie sind bis in den Winter lagerfähig. Bekannte Sorten: McIntosh, Elstar, Cox Orange.

Winteräpfel: Die Ernte erfolgt ab Mitte September. Sie können bis ins späte Frühjahr gelagert werden.                                                                                                                                     Bekannte Sorten: Jonagold, Golden Delicious, Gloster, Jonathan, Idared und Kronprinz Rudolf.

Sauer macht lustig

Die erste Apfelernte des Jahres macht nur einen kleinen Anteil der gesamten Apfelernte aus. Etwa 40 ha werden dafür aufgewendet, das sind gerade einmal 1 % der gesamten Apfelanbaufläche. Sommeräpfel haben einen erfrischenden Charakter. Sie sind nämlich sehr sauer und erinnern geschmacklich mehr an Zitronen als an Äpfel. Der Klarapfel ist der bekannteste Vertreter unter den Sommeräpfeln. Heutzutage hat er nur noch Liebhaberwert, da sein Fruchtfleisch rasch mehlig und trocken wird und für den Verkauf ungeeignet ist. Zwei Sorten dominieren vor allem die steirische Sommerernte: Summerred und Delcorf. Beide haben ihre Nachteile, wie witterungsbedingte Ertragsschwankungen.

Sommeräpfel sind außerdem nur kurz lagerfähig. Aus diesem Grund sind die frühen Sorten oft gar nicht im Supermarkt erhältlich, sondern eher auf Wochenmärkten oder beim direkten Hof-Verkauf. Am besten lagert man die frühen Apfelsorten an einem kühlen Ort in einem Folienbeutel.
Durch neue Züchtungen will man versuchen, die Qualität der Sommeräpfel zu verbessern und länger haltbar zu machen.

Zu den neuen Sorten zählen:
Zonga, eine Kreuzung aus Alkmene und Delcorf. Die Erträge sind höher und regelmäßiger. Sie reifen früh aus, das geht allerdings auf Kosten der Ausfärbung.
Tunda
, eine Kreuzung aus Delcorf und Liberty. Diese Sorte hat eine stärkere Ausfärbung als Zonga. Der Ertrag ist ähnlich gut und stabil wie bei Zonga. Das Zucker-Säure-Verhältnis ist ausgewogen. Tunda neigt jedoch zu Übergrößen.
Zari
, eine Kreuzung aus Delcorf und Elstar. Diese Sorte zeigt immer noch witterungsbedingte Schwankungen, punktet aber mit einer einheitlichen Größe. Sie zählt zu den süßen unter den Sommeräpfeln und ist deutlich länger lagerfähig als vergleichbare Frühsorten.
Die neuen Züchtungen sind bereits vereinzelt am Markt erhältlich.

Tipps....

….für den Einkauf: Die Art der Kelchgrube, die die ehemalige Blüte umgibt, zeigt die Entwicklung des Apfels. Einen unterentwickelten Apfel erkennt man an einer schlecht ausgebildeten Kelchgrube. Die Schale sollte unbeschädigt sein und keine Faul- und Druckstellen aufweisen.
….für die Verwendung: Für jeden Verwendungszweck gibt es die passende Sorte. Für Apfelmus eignen sich Früchte mit einem lockeren Fruchtfleisch wie Gravensteiner. Für Kuchen oder den klassischen Wiener Apfelstrudel benötigt man Äpfel, die nur schwer zerfallen und nicht zu saftig sind, jedoch leicht säuerlich, wie Jonagold, Elstar oder Boskoop.
….für die Lagerung: Äpfel reifen nach der Ernte nach und altern. Je länger sie gelagert werden, desto schneller schreiten diese Prozesse voran. Richtig gelagert, verlangsamen sich diese biologischen Vorgänge. Ideale Lagerplätze sind alte Kellergewölbe oder frostsichere Garagen, in denen Temperaturen von +2 bis +5°C, hohe Luftfeuchtigkeit und gute Belüftung herrschen. Die Äpfel können zum Schutz vor Druckstellen auch in Papier eingewickelt werden. Mit der Zeit verlieren die Früchte an Nährstoffen.

Literatur

FOOD – Die ganze Welt der Lebensmittel. Teubner Verlag, München (2011).
Das große Lexikon der Lebensmittel. Südwest Verlag (1998.)
Lebensresort Steiermark: Frühsorten beim Apfel: www.agrar.steiermark.at (Zugriff am 24.08.2016)
www.aid.de/inhalt/aepfel-einkauf-und-kennzeichnung-703.html (Zugriff am 23.08.2016).
www.aid.de/inhalt/aepfel-zubereitung-und-lagerung-3996.html (Zugriff am 23.08.2016).
www.statistik-austria.at (Zugriff am 22.08.2016).

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