16.10.2018 von Elisabeth Rudolph

Österreicher sind Brotesser

„Brot ist der Stab des Lebens“, behauptete schon der irische Erzähler Jonathan Swift. Brot gilt als Synonym für Nahrung und ist nicht umsonst auch im Vaterunser erwähnt. Dort hat es nicht nur symbolischen Charakter, vielmehr geht es um die Bedeutung des Brotes als Grundnahrungsmittel. Am 16.10 ist nicht nur Welternährungstag, sondern auch Tag des Brotes.

Österreich ist bekannt für seine Brotvielfalt. In kaum einem anderen Land ist die Auswahl und das Sortiment an Brot und Gebäck so groß wie in Österreich. Frau und Herr Österreicher kaufen gerne frisches und schmackhaftes Brot ein. Das Preis-/Leistungsverhältnis wird als drittes Kriterium beim Kauf genannt, gefolgt von der Art des Brotes oder Gebäcks, wie Weiß- oder Schwarzbrot.

Mit dem Alter mehr Brot

Sieben von zehn Österreichern essen mindestens einmal pro Tag Brot oder Gebäck. Dabei bevorzugen sie vor allem Schwarzbrot, dicht gefolgt von weißem. Rund ein Drittel genießt zum Frühstück am liebsten Korngebäck oder Vollkornbrot und jeder Vierte hat in der Früh Lust auf eine Semmel. Der Brotverzehr ist jedoch nicht in jedem Alter gleich, denn je älter, desto öfter wird es gegessen. Die ältere Generation hält dabei nach wie vor an den klassischen Brot-Mahlzeiten am Morgen und Abend fest. Die jüngeren Konsumenten sind flexibler und essen es gerne auch zwischendurch. Das alles ergab eine repräsentative Untersuchung des Markt und Meinungsforschungsinstitutes marketagent im Jahr 2015.

Wissenswert

Brot wird aus gemahlenen Getreide, Wasser, Salz und einem Triebmittel, z.B. Backhefe oder Sauerteig hergestellt. Dabei kommen unterschiedliche Mehlarten und Auszüge zum Einsatz. So unterscheidet man je nach Mehltype und Beigaben Roggen-, Weizen- und Mischbrote. Das dunkle Äußere des Brotes bezeichnet man als Kruste, das Innere wird als Krume bezeichnet.

Fakten zum Thema Brot

  • Knapp 3 kg Brot pro Kopf werden monatlich gegessen. Das sind ca. 36 kg pro Jahr.
  • In Österreich gibt es rund 150 verschiedene Brotsorten.
  • Je niedriger die Typenzahl des Mehls, desto heller ist das Mehl und somit auch das Brot. Lesen Sie hier alles über die unterschiedlichen Mehlsorten.
  • Bei Glutenunverträglichkeit sollte auf Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Weizen, Grünkern, Emmer und Kamut verzichtet werden. Dafür sorgen Reis, Mais, Buchweizen oder Hirse für keine Beschwerden.
  • Die drei Lieblingsmehlsorten hierzulande sind Roggen-, Weizen- und Dinkelmehl.
  • Zum kurzfristigen Lagern des Brotes eignen sich Leinen- oder Baumwollsäcke, Körbe oder Netze.
  • Schnittbrot ist anfälliger für Schimmel als ganzes Brot.
  • Jährlich werden in Österreich rund 40 t Brot weggeworfen. Der Tag des Brotes am 16.10. soll deshalb an den Wert des Grundnahrungsmittels, seine lange Tradition und seinen wichtigen Bestandteil in unserer Ernährung erinnern.

Alles zum Thema Brot

Unterschiedliche Museen und Ausstellungen widmen sich mit zahlreichen Projekten dem Thema Brot. Ihr Ziel ist, die Bedeutung und das Verständnis des Alltags- und Kulturgutes Besuchern näherzubringen. Stellvertretend für Einrichtungen, die sich dem Phänomen Brot widmen, sind z.B. das Europäische Brotmuseum in Ebergötzen in Deutschland, das Maison du Ble et du Pain in Echalles in der Schweiz, das Muzej Cleba in St. Petersburg oder das Museu do Pao in Portugal.
1955 gründete die Ulmer Unternehmerfamilie Eiselen das erste Brotmuseum weltweit, um die Bedeutung des Grundnahrungsmittels für den Menschen zu dokumentieren. Untergebracht in einem Jahrhunderte alten Gebäude in Ulm umfasst es ca. 18.000 Objekte aus verschiedenen Epochen und Regionen der Welt. Weit jünger, aber nicht weniger detailreich, widmet sich hierzulande das Paneum-Wunderkammer des Brotes im oberösterreichischem Asten der kulturgeschichtlichen Bedeutung des Brotes. Es ist das erste Brotmuseum Österreichs. Knapp 1.200 Objekte können hier zum Thema Brot, Backen und Brotherstellung besichtigt werden. Die Ausstellung widmet sich der jahrtausendelangen Kultur der Brotherstellung und soll den Besuchern den Stellenwert des Brotes über mehrere Epochen näherbringen.

Literatur

Die Brotausstellung: www.brotausstellung.de/vom-korn-zum-brot/brotgeschichte/ (Zugriff am 15.10.2018)
Brot und Gebäck im Viesier: Das Bäckerhandwerk im Umbruch: www.marketagent.com/webfiles/MarketagentCustomer/pdf/df6f68b1-9cbb-478a-a813-b017a75f82ee.pdf (Zugriff am 15.10.2018)
Lebensmittelabfälle und -verluste in Österreich: www.wwf.at/de/view/files/download/showDownload/?tool=12&feld=download&sprach_connect=3069 (Zugriff am 15.10.2018)
Statistik Austria: Konsumerhebung 2009/2010. Ein Blick in die österreichische Speisekammer. www.statistik.at/web_de/presse/056067.html (Zugriff am 15.10.2018)
Brot: Dem Phänomen auf der Spur. Wissensforum Backwaren 2: 8-11 (2018)

Rückblick 8. f.eh Symposium am 10.10.2019
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