Die Moral des Essens in Zeiten digitaler Kommunikation

Eva-Maria Endres

Springer Verlag Wiesbaden, 419 Seiten (2025)

ISBN: 978-3-658-50253-9

Rezension:

Veröffentlicht: 15.10.2026

„Moral als Form der Achtung kann an zahlreichen Beispielen der Essmoral sichtbar gemacht werden“, schreibt Ernährungswissenschafterin Eva-Maria Endres. Sie wendet sich in ihrer neuesten Monografie den sozialen Medien zu und schaut sich genauer an, was die Philosophie der griechischen Antike, moderne Sozialwissenschaften sowie Food-Influencertum gemeinsam haben. Mit diesem Buch veranschaulicht die Autorin gleichzeitig den intensiven Forschungsprozess ihres Doktorats.

Dabei finden wir einen breiten, aber keineswegs verklausulierten Einstieg in die Frage, was (Ess-)Moral eigentlich ist und wie sie in unserer heutigen Gesellschaft funktioniert. Weiters beinhaltet das Werk eine konkrete empirische Analyse von veganvegetarischen und fleischessenden Food-Communitys im virtuellen Raum, die einen Meilenstein im Bereich der Digital Food Studies setzt. Zum einen beschäftigt sich das Buch fundiert mit den Formalia sozialwissenschaftlicher Medienanalyse, zum anderen halten Kapitel wie „Moral des Essens“ oder „Food Communitys verstehen“ auch für sich stehend viel Inspiration bereit.

Eine besondere Stärke dieses interdisziplinären Werks liegt in der Verbindung von Kommunikationswissenschaft, Kulturgeschichte und Moralphilosophie. Wer also nicht nur darüber moralisieren will, sondern wissen möchte, wie Essmoral von unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren kommuniziert wird, der findet in diesem Buch genau die richtige Lektüre. Prädikat: lesenswert.