Muttersein und Essstörung

Sandra Steiner Roth

Hogrefe AG, 112 Seiten (2026)

ISBN: 978-3-456-86390-0

Rezension:

Veröffentlicht: 25.06.2026

Ob Magersucht, Bulimie oder Binge Eating – Essstörungen begleiten Betroffene meist lebenslang und können über Generationen weitergegeben werden. Sandra Steiner Roth wirft in ihrem aktuellen Buch einen Blick darauf, wie dieses Thema die Mutterschaft beeinflusst. Dabei greift die Autorin auf ihre Erfahrungen aus der psychologischen Beratung zurück.

Der erste Teil beginnt mit Erläuterungen über den Zusammenhang von Essverhalten, Essstörungen sowie dem System Familie. Dabei geht es besonders darum, wie ein Umfeld aussieht, das eine Essstörung begünstigen kann. Für mehr Distanz und Verständnis folgt ein Märchen, in dem eine Prinzessin an Anorexie erkrankt und Mutter wird. Im dritten Teil finden sich Tipps zur Selbstfürsorge und zum Umgang mit Kinderernährung. Zudem wird aufgezeigt, wie man als Elternteil im Leben der Kinder präsent sein kann. Große Teile des Buches sind in direkter Rede verfasst, um aktiv in den Dialog mit den Lesenden zu treten. Die Lektüre schließt mit Erfahrungsberichten von Töchtern, die mit einer Mutter mit Essstörung aufgewachsen sind.

Steiner Roth teilt Erfahrungen, macht Schwierigkeiten von Betroffenen sichtbar und regt zur Selbstreflexion an. Das Buch richtet sich vor allem an Mütter oder Schwangere, die sich einer vergangenen oder aktuellen Essstörung bewusst sind und Kreisläufe durchbrechen wollen. Es eignet sich jedoch auch für alle, die sich generell dafür interessieren, wie das Essverhalten von Mutter und Kind zusammenhängt.