
Nahrungswelten transformieren
Ermann U et al.
Nomos Verlag Baden-Baden, 248 Seiten (2026)
ISBN: 978-3-7560-3350-8
Rezension:
Klimakrise, Artensterben, Tierleid, Lohndumping, ungleich verteilte Machtverhältnisse – die Problemliste des globalen Agrarund Ernährungssystems ist lang. Wie sich dieses System wandelt, beschreibt dieser Sammelband, der von dem Humangeografen Ulrich Ermann, dem Sozial- und Wirtschaftswissenschafter Ernst Langthaler, der Landsoziologin Marianne Penker und dem Agrarforscher Markus Schermer herausgegeben wird.
In neun Beiträgen beleuchten Forschende etwa aus Soziologie, Geografie, Geschichte, Ethnologie, Ökonomie und Kunst vergangene und gegenwärtige Veränderungen des Landwirtschafts- und Ernährungssystems. Die Themen reichen dabei vom Beispiel Soja und alternativen Proteinquellen über die Rolle von Instinkt und Trieb beim Verzehr tierischer Produkte bis hin zum Supermarkt als kulturelle Institution. Auch die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Essen, etwa als Ware, Menschenrecht oder Gemeingut, werden aufgezeigt und umfassend erläutert. Die Gestaltung der einzelnen Kapitel entspricht dabei dem gängigen Aufbau wissenschaftlicher Paper.
Der Band richtet sich primär an Forschende aus den Bereichen Ernährung, Umwelt, Landwirtschaft sowie Soziologie. Die Publikation ist auch über Open Access kostenfrei zugänglich und bildet den Beginn einer Buchreihe mit dem Titel Agro-Food Studies. Auch wenn auf knapp 250 Seiten nicht alle Aspekte eines so komplexen Themas Platz finden, bietet das Buch einen anregenden Debattenbeitrag zu dieser drängenden Thematik.
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