9. f.eh-Symposium, 1.-2. Oktober 2020 Einfach zu komplex?
Vom Charme simpler Lösungen und unbewussten Folgen des Essens.
(Digitale Veranstaltung)

Ausblick

Einfach zu komplex?

Ob Adipositas und Diabetes, die Frage einer nachhaltigen Ernährung, das Zusammenspiel von umweltverträglichen Produktionspraktiken und sozialen Standards oder die Risikowahrnehmung einzelner Lebensmittel und Ingredienzien: Stets sind wir im Abwägen von individuellen und gesellschaftlichen Folgen mit unglaublicher Komplexität konfrontiert. Von der landwirtschaftlichen Erzeugung über die Verarbeitung und Verpackung, den Transport bis zum Konsum und zur Entsorgung gibt es mannigfaltige Zusammenhänge, die sowohl die Gesundheit, Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt und Kultur betreffen. Sich umfassend damit auseinanderzusetzen ist unbequem, daher lassen wir uns von einfachen Antworten verführen. Simplifizierung birgt jedoch Risiken, wenn es darum geht, die Zusammenhänge zu verstehen und adäquate Lösungen für die Zukunft zu finden.


Bei diesem Symposium soll das Phänomen der Komplexität aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert werden. Im Fokus steht, wie wir als Gesellschaft mit komplexen Themen umgehen, welche Funktion Moralvorstellungen und Wertesysteme übernehmen und wie Dilemma-Diskussionen unsere Urteilsfähigkeit stärken können. Außerdem wird beleuchtet, wie Framing unsere Entscheidungen und Emotionen beeinflusst, warum es schwierig ist, Risiken zu kommunizieren, und welche Chancen und Gefahren beim „Herunterbrechen“ von Informationen im Journalismus entstehen. Diskutieren Sie mit uns über Wege der Komplexitätsreduktion und Wege hin zum „guten“ Essen!

Programm

1. Oktober 2020

16.00 bis 18.45 Uhr

16.00-16.10

Welcome, Ausblick, Q&As

Andreas Kadi, sraConsulting

Marlies Gruber, f.eh

Peter Reinecke, f.eh

PANEL 1

Ich esse also bin ich: Wie beeinflusst Erkenntnis unser Essen?

16.10-16.35 

Global betrachtet: Essen als soziales Totalphänomen

16.40-17.05

Moralisierung als Sicherheitsgefühl: Essen als Weltanschauung?

Alois Schwarz, Diözese St. Pölten

17.10-17.30

Sich trotz Komplexität ein Urteil bilden: Dilemma-Diskussion in der Ernährungsbildung

Claudia Angele, Universiät Wien

"Themen und Handlungsfelder im Kontext von Ernährung und Gesundheit sind von Komplexität und teilweise auch von Kontroversität geprägt. Urteilskompetenz für eine reflektierte und verantwortungsvolle Alltagsbewältigung und Lebensführung in diesen Feldern zu entwickeln, ist demnach eine Aufgabe lebenslangen Lernens. Sie kann in der schulischen Ernährungsbildung durch die Methode der Dilemma-Diskussion grundgelegt werden."

17.35-18.35

Podiumsdiskussion: Wie die Lemminge: Entkommen wir trügerischen Trends und falschen Wegweisern?


Intro: Was Trendforschung macht und ausmacht.

Hanni Rützler, futurefoodstudio


Robert Pfaller, Kunstuniversität Linz

Claudia Angele, Universiät Wien

Rolf Jucker, Stiftung SILVIVA

18.35-18.45

Reflexion und Dialog zum Tag

Andreas Kadi, sraConsulting

Marlies Gruber, f.eh

Peter Reinecke, f.eh

 

 

2. Oktober 2020

10.00 bis 12.45 Uhr

10.00-10.10

Welcome, Ausblick, Q&As

Andreas Kadi, sraConsulting

Marlies Gruber, f.eh

Peter Reinecke, f.eh

PANEL 2

Fakt vs. Fiktion: Führen uns gute Stories in Versuchung?

10.10-10.35

Framing: die Macht des ersten Eindrucks

Florian Arendt, Universität Wien

"Framing ist in aller Munde – ob in der politischen Kommunikation oder auch im Gesundheitsbereich. Es geht hierbei darum, wie gewisse Gesundheitsbotschaften „gerahmt“ werden. Dies kann unser Denken, Fühlen und Verhalten beeinflussen und Komplexität reduzieren. Der Vortrag bietet eine Einführung in das Framing-Konzept aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive."

10.40-11.05

Von Hausverstand, Bauchgefühl und Wissenschaft: Umgang mit Risiken

Guido Strunk, Complexity-Research e.U. Wien

"Menschen sind komplex, insbesondere wenn es ums Essen geht. Denn Körper (z. B. Gesundheit), psychisches Erleben (z. B. Genuss) und soziale Bedürfnisse (z. B. Geselligkeit) stellen unterschiedliche Anforderungen und bergen verschiedene Risiken. Eine menschliche Risikobewertung ist daher multidimensional. Die Komplexitätsforschung fordert daher die Abkehr von einer eindimensionalen Risikokommunikation."

11.10-11.30

Lost in translation: Komplexität im Journalismus

Beatrice Dernbach, TH Nürnberg

"Journalistische Medienangebote sollen Informationen zum Thema Ernährung bereitstellen, um aufzuklären, Orientierung und Rat zu geben. Sie versuchen diese Funktion zu erfüllen, bewegen sich aber in einem sehr komplexen Feld, das durch Desinformation, Desorientierung, intransparente Industriestandards und Kundenmisstrauen, sinkende Grundkenntnisse und Ernährungskompetenzen, Individualisierung und moderne Küchentrends geprägt ist."

11.35-12.30

Podiumsdiskussion: Verzerrte Realität und unbequeme Wahrheit: Wie entscheiden wir uns klug?

Florian Arendt, Universität Wien

Guido Strunk, Complexity-Research e.U.

Beatrice Dernbach, TH Nürnberg

Nanette Ströbele-Benschop, Universität Hohenheim

12.35-12.45

Reflexion und Dialog zum Tag

Andreas Kadi, sraConsulting

Marlies Gruber, f.eh

Peter Reinecke, f.eh

Referenten

©Heribert Corn

Robert Pfaller

Professor für Kulturwissenschaft an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. Von 2009 bis 2014 bekleidete er die Professur für Philosophie an der Universität für angewandte Kunst in Wien und lehrte als Gastprofessor u. a. in Berlin, Chicago und Zürich. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Bücher »Die Illusionen der anderen« (2002), »Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft. Symptome der Gegenwartskultur« (2008) und »Wofür es sich zu leben lohnt« (2011).

©Diözese St. Pölten/Moritz Schell

Alois Schwarz

Diözesanbischof von St. Pölten. 1976 erhielt er die Priesterweihe durch Kardinal Franz König und war von 1978 bis 1984 Assistent am Institut für Pastoraltheologie und Kerygmatik in Wien sowie Lehrbeauftragter für Homiletik. Seit 1987 leitet er das Pastoralamt der Erzdiözese Wien und hat seit 1994 auch den Vorsitz der Pastoralkommission inne. Nach seiner Bischofsweihe 1997 war der promovierte Theologe von 2001 bis 2018 Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt. In der österreichischen Bischofskonferenz ist er zuständiger Referatsbischof für Pastoral, Umwelt & Schöpfung sowie Finanzen.

©Katja Stolz

Claudia Angele

Assistenzprofessorin an der Universität Wien, Department für Ernährungswissenschaften/ Zentrum für Lehrerbildung. Sie promovierte in Erziehungswissenschaften und war von 2011 bis 2018 in der Forschung und Lehre des Faches Alltagskultur und Gesundheit, Bereich Ernährung und Haushalt tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Kontext der empirischen Unterrichtsforschung.

©Universität Wien

Florian Arendt

Kommunikationswissenschaftler am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften der Universität Wien. Er beschäftigt sich mit der Rolle der Medien im Gesundheitsbereich, der Medizin und Psychologie. Nach seiner Promotion an der Universität Wien im Jahr 2013 arbeitete er vier Jahre lang an der Ludwig-Maximilians Universität in München. Seit 2018 hat er die Professur Health Communication an der Universität Wien inne.

©privat

Guido Strunk

Dozent im Masterstudium Integriertes Risikomanagement an der FH Campus Wien. Seit über 20 Jahren arbeitet er in der Forschung und Lehre als Methodiker, Statistiker und Data Scientist in internationalen Forschungsprojekten für Hochschulen in Österreich und Deutschland. Der habilitierte Wirtschaftswissenschaftler und Psychologe gründete das Forschungsinstitut Complexity-Research e.U. in Wien, das systemwissenschaftlich orientierte Forschung und Beratung anbietet.

©TH Nürnberg

Beatrice Dernbach

Professorin für „Praktischen Journalismus“ im Studiengang Technikjournalismus und Technik-PR an der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm Nürnberg. Von 1999 bis 2014 lehrte die ausgebildete Fachredakteurin an der Hochschule Bremen. Sie weist zahlreiche Publikationen in den Feldern Fachjournalismus, Umwelt und Nachhaltigkeit in den Medien, Journalistenausbildung und Wissenschaftskommunikation auf.

©privat

Rolf Jucker

Geschäftsleiter der Stiftung SILVIVA in Zürich. Sein berufliches Ziel liegt in der systematischen Förderung des Lernens in und mit der Natur. Er ist Experte für Umweltbildung sowie Bildung für Nachhaltige Entwicklung und weist zahlreiche Publikationen auf, darunter »Do We Know What We Are Doing? Reflections on Learning, Knowledge, Economics, Community and Sustainability« (2014) und »Can We Cope with the Complexity of Reality? Why Craving Easy Answers Is at the Root of our Problems« (2020). Von 2008 bis 2012 leitete er die Stiftung Umweltbildung Schweiz.

©Nicole Heiling

Hanni Rützler

Food Trend-Expertin und Gründerin des futurefoodstudios in Wien. In ihren Studien zur Zukunft der Ernährung sowie ihrem jährlich vom Zukunftsinstitut und der Lebensmittelzeitung herausgegebenen Food Report spürt die ausgebildete  Ernährungswissenschafterin und Gesundheitspsychologin dem Wandel der Konsumkultur nach und versteht nachhaltige Foodtrends von kurzfristigen Moden und Medien-Hypes zu unterscheiden.

©Universität Hohenheim

Nanette Ströbele-Benschop

Professorin für Ernährungspsychologie am Institut für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim. Nach ihrer postgraduellen Ausbildung für Ernährungspsychologie in den USA übernahm sie 2011 den Lehrstuhl für Molekulare und Angewandte Ernährungspsychologie. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt bei den umweltlichen Einflussfaktoren auf unser Essverhalten.

©sraConsulting

Moderation:

Andreas Kadi

Lebensmittelchemiker und Gründer des Beratungsunternehmens sraConsulting mit Spezialisierung auf wissenschaftliche und regulatorische Themen. Davor war er als Chief Science Officer und Director Scientific & Regulatory Affairs in der Lebensmittelindustrie tätig. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen, u.a. über Lebensmittelrecht und Food Compliance. Lektor an österr. Fachhochschulen, Vortragender und Moderator bei internationalen Kongressen.

  

Preise

Teilnahmegebühr


Für beide Tage:  € 40,-

 

Die Zugangsdaten sowie den Link zur Veranstaltung erhalten Sie wenige Tage vor der Veranstaltung per E-Mail. Bitte um Angabe des Verwendungszwecks „f.eh-Symposium 2020“.

 

Kontodaten:
Bank Austria
Kontoinhaber: forum. ernährung heute
IBAN: AT12 1200 0006 5019 2800

Online-Anmeldung

Online-Anmeldung

Anmeldeschluss ist am 28. September 2020. Eine kostenfreie Stornierung ist ebenfalls bis zum 28. September 2020 möglich.


Die Zugangsdaten sowie den Link zur Veranstaltung erhalten Sie wenige Tage vor der Veranstaltung per E-Mail. Das Symposium wird live übertragen. Als Rückblick wird die Aufzeichnung auf unserer Webseite und über unsere Social-Media-Kanäle veröffentlicht. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie mit Ihrer Anmeldung diesem zustimmen.

 

Ich melde mich verbindlich zum f.eh-Symposium "Enfach zu komplex?" vom 01. bis 02. Oktober 2020 (Digitale Veranstaltung) an und habe die Teilnahmebedingungen gelesen.

f.eh Symposium: Einfach zu komplex?

f.eh Symposium: Einfach zu komplex?
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Ich benötige eine
Teilnahmebedingungen gelesen und akzeptiert*
Datenschutz*

Kontakt/Anmeldung
Per E-Mail: office@forum-ernaehrung.at

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©iStock

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Fortbildungspunkte

Masterstudierende Ernährungswissenschaften sowie Lehramt Haushaltsökonomie und Ernährung:
1 ECTS bei Teilnahme.

Studierende der Diätologie:
Einreichungsmöglichkeit für das MTD-CPD-Zertifikat (Teilnahmebestätigung und Programm).

Aktuelle Buchvorstellungen

NEU Aufgedeckt. Gerüchteküche und Ernährungsmythen

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Verlag: Österreichischer Agrarverlag
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7040-2350-6.

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Erscheinungsjahr: 2009
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