Wasser schützen, nutzen und teilen. f.eh-Symposium fragt: Wer zahlt, wer spart, wer entscheidet?

Experten aus Wasserversorgung, Industrie, Ministerium und Wissenschaft diskutieren am 13. Oktober über Verantwortung für Österreichs Wasserressourcen.
Längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und steigender Bedarf: Wasser wird auch in Österreich zur umkämpften Ressource. Daher beleuchtet das Symposium „Wasser unter Druck: Über Klima, Konsum und Kreisläufe“ des forum. ernährung heute (f.eh) am 13. Oktober 2026 in Wien, wie wir mit dieser lebensnotwendigen Ressource verantwortungsvoll umgehen können und welche Handlungsmöglichkeiten es entlang der Wertschöpfungskette gibt. „Wasser zu schützen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Gemeinschaftsverpflegung, Politik und Konsumenten haben unterschiedliche Möglichkeiten, ihre Verantwortung bei der Reduktion des Wasserverbrauchs wahrzunehmen. Entscheidend ist, diese Spielräume zu erkennen und zu nutzen“, betont Dr. Marlies Gruber, Geschäftsführerin des f.eh.

Einzelne Potenziale: Wo gespart werden kann

Ein konkreter Hebel im Alltag vieler Menschen ist die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, denn mit jedem weggeworfenen Lebensmittel gehen auch jene Ressourcen verloren, die für Anbau, Verarbeitung, Transport, Kühlung und Zubereitung eingesetzt wurden. Dr. Gudrun Obersteiner vom Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft der BOKU University beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Abfallvermeidung und Nachhaltigkeitsbewertungen und erläutert beim Symposium ökologische Auswirkungen von Lebensmittelabfällen sowie mögliche Maßnahmen zu deren Reduktion.

Auch die Lebensmittelauswahl beeinflusst den Wasserfußabdruck. So kann eine pflanzenbetonte Ernährung dazu beitragen, den Ressourcenbedarf zu verringern. Wie groß der Effekt tatsächlich ist, hängt vom jeweiligen Lebensmittel und dessen Produktion ab. Aufgrund der großen Zahl täglich ausgegebener Mahlzeiten kommt der Gemeinschaftsverpflegung hohes Potenzial zu: Denn Änderungen bei Menüplanung, Rezepturen, Lebensmittelauswahl, Produktion und Arbeitsabläufen können sich über viele Portionen summieren. Boris Brabatsch und Lucia Weigand, MSc, von Sodexo geben Einblicke in die Maßnahmen des Unternehmens.

Verantwortung braucht Zusammenspiel

Dass Wasserschutz nicht bei individuellen Konsumentscheidungen oder betrieblichen Effizienzmaßnahmen endet, zeigt das abschließende Panel. Es bringt mit DI Anna Selitsch von der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), Dr. Charlotte Eberl von AGRANA, DI Jakob Schrittwieser, MBA, vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) sowie der Umwelthistorikerin Univ.-Prof. Verena Winiwarter von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Perspektiven aus Wasserversorgung, Lebensmittelwirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft zusammen. Sie wägen gemeinsam unterschiedliche Nutzungsinteressen ab und suchen eine Antwort auf die Frage: „Wasser schützen, Wasser nutzen, Wasser teilen: Wer trägt Verantwortung?“

Im Zuge der Diskussion wird der Blick auch auf die gewachsenen Rahmenbedingungen der Wassernutzung gerichtet. Auf Basis der historischen und gesellschaftlichen Dimension der Wassernutzung werden unter anderem die Finanzierung der Trink- und Abwasserinfrastruktur sowie die Koordination der Anpassung der Wasserwirtschaft an den Klimawandel diskutiert. Denn der langfristige Schutz der Ressourcen, die Verbindung von Boden, Wasser und Klima sowie das Schließen von Kreisläufen sind für eine resiliente Versorgungssicherheit auf allen Ebenen relevant. 

Durch das Programm führt Mag. Birgit Fenderl.

Termin: Dienstag, 13. Oktober 2026
Weitere Informationen: www.forum-ernaehrung.at/symposium-2026