Motten im Kopf

Hanah Zacher, Guy Bodenmann

Hogrefe Verlag, 80 Seiten (2025)

ISBN: 978-3-456-86354-2

Rezension:

Veröffentlicht: 01.10.2025

„Meine Probleme nerven die anderen nur. Ich bin zu laut, zu viel. Wenn ich schlanker wäre, wäre vielleicht alles leichter.“ – Gedanken wie diese flattern vielen Menschen mit Essstörungen im Kopf herum. Hanah Zacher studiert Psychologie sowie Kunstgeschichte und verbindet ihr Wissen zum Thema Magersucht mit den Erkenntnissen des klinischen Psychologen Guy Bodenmann.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Es beginnt mit einer Graphic Novel von Zacher über eine junge Frau namens Linn und die Anfänge ihrer Anorexie. Dabei wird nicht nur der Druck des Schlank-sein-Müssens thematisiert, sondern vor allem die zugrunde liegende Problematik des niedrigen Selbstwerts. Im Fokus steht die ambivalente Gefühlslage bei Magersucht, wie schnell Gewichtsabnahme in eine Sucht umschlägt und wie sich dabei zunehmend eine verzerrte Wahrnehmung der Realität entwickelt. Ergänzt wird der narrative Teil durch Fachinformationen von Bodenmann: zum Ausmaß der Erkrankung, zur Rolle des familiären Umfelds sowie zu kognitiver Verhaltenstherapie. Arbeitsblätter unterstützen bei der Gedankeneinordnung und Selbstwertregulation.

Die Graphic Novel erzählt eindringlich von den inneren Kämpfen der Protagonistin, während der Theorieteil kompakt die Hintergründe dazu liefert. Auch wenn 80 Seiten nicht ausreichen, um die ganze Komplexität von Essstörungen abzubilden, bieten sie doch einen zugänglichen Einstieg ins Thema. Das Buch eignet sich zudem gut als Arbeitsbuch für Betroffene.