Alkohol: Antworten auf häufige Fragen
Wie rechnet man von Volumenprozent auf reinen Alkohol um?
Der Alkoholgehalt wird bei Getränken in Volumenprozent (Vol.-%) angegeben. Um von Vol.-% auf reinen Alkohol in Gramm umzurechnen, ist folgende Formel anzuwenden:
Menge in ml x Vol.-%/100 x 0,8 = reiner Alkohol in g
Berechnungsbeispiel:
ein Seidel Bier (0,33 L, 5 Vol.-%)
333 ml x 5/100 x 0,8 = 13 g reiner Alkohol
[Bachmayer, Strizek & Uhl, 2025]
Alkoholgehalt verschiedener Getränke
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Wie kann ich die Promille abschätzen?
Promille (‰) geben das Mengenverhältnis zwischen dem aufgenommenen reinen Alkohol und der Körperflüssigkeit an (=Alkoholmenge/Körperflüssigkeit). Die Menge der Körperflüssigkeit lässt sich über das Körpergewicht abschätzen, bei Frauen macht die Körperflüssigkeit ca. 50 % aus, bei Männern 60 %.
Beispiel:
Wie viel Promille hat man nach einem Glas Wein mit 13,5 Vol.-%?
Zuerst ist umzurechnen von Vol.-% auf Alkohol in Gramm: 100 ml x 13,5/100 x 0,8 = 10,8 g
Eine Frau mit 55 kg Körpergewicht hat etwa 27,5 kg Körperflüssigkeit (50 % des Körpergewichts). Sie hat demnach 0,39 ‰ (= 10,8 g/27,5 kg).
Ein Mann mit 80 kg Körpergewicht hat ca. 48 kg Körperflüssigkeit (60 % des Körpergewichts). Bei ihm sind es nur 0,23 ‰ (= 10,8 g/56 kg).
Bei der Berechnung handelt es sich selbstverständlich nur um einen Richtwert. 10-15 % des getrunkenen Alkohols werden bereits im Magen abgebaut („First-pass Stoffwechsel“). Daher ist die Blutalkoholkonzentration meist etwas niedriger als der berechnete Wert. Er hängt zudem von der individuellen Menge der Körperflüssigkeit ab. Die Werte in der Literatur variieren, was unter anderem daran liegt, dass der Anteil des Körperwassers vom Alter beeinflusst wird und mit zunehmendem Lebensalter tendenziell abnimmt.
[De Groot, 2023; Strizek et al., 2023; Lu et al., 2023]
Wie schnell wird Alkohol abgebaut?
Pro Stunde werden im Körper etwa 0,1–0,2 ‰ abgebaut. Der Abbau lässt sich weder durch Schwitzen, kaltes Duschen oder Bewegung an der frischen Luft noch mit starkem Kaffee beschleunigen. Weil Frauen im Schnitt weniger Körperwasser haben, wird der Alkohol dadurch weniger stark verdünnt. Die Promille steigen stärker an und es dauert entsprechend länger, bis man wieder nüchtern ist.
Beispiel:
Eine Frau mit 55 kg Körpergewicht hat nach dem Konsum von einem Glas Wein mit 13,5 Vol.-% 0,39 ‰.
Bei einem Mann mit 80 kg Körpergewicht sind es 0,23 ‰.
Der Alkoholabbau wird mit 0,1-0,2 ‰ angegeben, wir rechnen mit einem Durchschnittswert von 0,15 ‰.
Das Glas Wein hat die Frau also bei durchschnittlichem Abbau in rund 2,5 Stunden abgebaut (0,39 ‰/0,15 = 2,6 Stunden). Der Mann hingegen schon in etwa 1,5 Stunden (0,23 ‰/0,15 = 1,5 Stunden).
[Strizek et al., 2023]
Wie funktioniert der Alkoholabbau?
Unter 10 % des aufgenommenen Alkohols werden unverändert über Lunge, Haut und Urin ausgeschieden. Der überwiegende Teil, etwa 90 %, wird in der Leber metabolisiert. Alkohol wird bevorzugt über das Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) abgebaut. Dabei entsteht Acetaldehyd. Das ist jene Substanz, die nach reichlichem Alkoholkonsum für die körperlichen Veränderungen verantwortlich ist: Es ruft etwa beschleunigten Pulsschlag, Herzrasen, Kopfschmerzen, Übelkeit und weitere „Kater“-Symptome hervor. Acetaldehyd wird über ein weiteres Enzym, die Aldehyd-Dehydrogenase, zu Essigsäure (Azetat) umgewandelt. Diese kann der Körper in Energie umwandeln. Die Essigsäure wird zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut und über Urin, Schweiß und Atem ausgeschieden. Benötigt der Körper keine Energie, wird sie zu Fettsäuren abgebaut, was Leberverfettung begünstigt. Ist die Alkoholaufnahme höher als der mögliche Abbau mit ADH (ab ca. 0,5 ‰), wird das Mikrosomale Ethanoloxidierende System (MEOS) aktiviert.
[Biesalski et al., 2020; De Groot, 2023; Strizek et al, 2023; WHO, 2023]
Verdampft Alkohol beim Kochen?
Jein. Ja, weil Alkohol verdampft. Nein, weil er nicht in dem Ausmaß verdampft, wie von vielen vermutet wird. Alkohol verdampft, weil er bereits bei 78 °C zu sieden beginnt, Wasser hingegen erst bei 100 °C. Wird beides gemischt, verhalten sich die Flüssigkeiten nicht unabhängig voneinander, vielmehr hängt die Siedetemperatur vom Mischungsverhältnis ab. Welche Menge in die Dampfphase übergeht, hängt von Kochdauer, Zugabemenge und den anderen Zutaten ab. Salz erhöht beispielsweise den Siedepunkt. Vergleiche des Alkoholgehalts bei der Zubereitung von Speisen – vor und nach dem Aufkochen, Flambieren, Backen oder stundenlangen Dahinköcheln – zeigen, dass die Garzeit den Restalkoholgehalt wesentlich bestimmt. Je länger Alkohol erhitzt wird, desto weniger ist am Ende noch enthalten. Etwa 85 % des zugegebenen Alkohols verbleiben im Essen, wenn die Garzeit unter einer Minute liegt, was beim Ablöschen häufig der Fall ist. Bei einem Fischeintopf wurden nach einer dreiviertel Stunde in der zugedeckten Pfanne noch 30 % der ursprünglich hinzugefügten Alkoholmenge festgestellt, bei einem Schmorbraten nach 2,5 Stunden allerdings nur noch rund 5 % der zugefügten Menge.
Ob Restmengen problematisch sind, hängt davon ab, wer bekocht wird. Autofahrende haben eine andere Toleranzgrenze als trockene Alkoholkranke, die bereits auf geringste Mengen verzichten müssen. Für Kinder, Schwangere und Stillende spricht sich die Fachwelt ebenfalls für null Promille aus. Allerdings enthalten auch reife Früchte, Essig und fermentierte Produkte geringe Mengen an Alkohol, die in der Regel bei Ungeborenen und Kindern keinen Schaden verursachen.
[Augustin et al., 1992; Biesalski et al., 2020]
Literaturverzeichnis
Augustin J. et al: Alcohol retention in food preparation. J Am Diet Assoc. 92(4): 486-8 (1992).
Bachmayer S, Strizek J, Uhl A: Handbuch Alkohol – Österreich. Band 1 – Statistiken und Berechnungsgrundlagen. Datenjahr 2023. Wien: Gesundheit Österreich (2025).
Biesalski HK, Grimm P, Nowitzki-Grimm S: Taschenatlas der Ernährung. 8. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart (2020).
De Groot H.: Ernährungswissenschaft. 8. Auflage, Berlin, Verlag Europa-Lehrmittel (2023).
Lu et al.: Body water percentage from childhood to old age. Kidney Res Clin Pract. 42(3): 340-348 (2023).
Strizek J et al.: Handbuch Alkohol – Österreich Band 3: Ausgewählte Themen. Wien: Gesundheit Österreich (2023).
U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Breastfeeding special circumstances (Stand: 23.09.2025) https://www.cdc.gov/breastfeeding-special-circumstances/hcp/vaccine-medication-drugs/alcohol.html (Zugriff: 15.01.2026).
World Health Organization (WHO): Beim Alkoholkonsum gibt es keine gesundheitlich unbedenkliche Menge. (Stand: 04.01.2023) https://www.who.int/europe/de/news/item/28-12-2022-no-level-of-alcohol-consumption-is-safe-for-our-health (Zugriff: 30.01.2026).
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