Keime in der Küche vermeiden
Die Küche ist ein Ort, den Keime besonders gerne haben. Feuchte Schwämme, schmutziges Geschirr und Essensreste bieten Bakterien und Schimmelpilzen ideale Lebensbedingungen. Vor allem im Sommer vermehren sie sich aufgrund der warmen Temperaturen schnell und können in manchen Fällen zu Krankheiten führen. Eine saubere Küche hat daher insbesondere zu dieser Jahreszeit hohe Priorität.
Durchfall, Fieber, Übelkeit durch Lebensmittelkeime
Die häufigsten Überträger von lebensmittelbedingten Erkrankungen in Österreich und Europa sind die Bakteriengattungen Salmonella und Campylobacter [EFSA & ECDC, 2025; AGES, 2026]. Salmonellen sind Bakterien, die von rohen Eiern, rohen Fleisch- und Wurstwaren sowie rohem Fisch übertragen werden können. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie aufgeschnittene, ungekühlte Melone oder nicht erhitzte Sprossen können zu einer Infektion führen [BfR, 2024b]. Campylobacter-Bakterien werden hingegen meist als Kontamination vom Kot infizierter Tiere über Lebensmittel auf den Menschen übertragen. Zu den Hauptauslösern einer Infektion zählen unzureichend erhitztes Fleisch, Rohmilch, kontaminiertes Wasser sowie der Umgang mit infizierten Haustieren [BfR, 2024c]. Infiziert man sich mit Salmonellen oder Campylobacter, folgen häufig Bauchschmerzen, Durchfall sowie Übelkeit, Erbrechen bis hin zu Fieber. Wie stark die Symptome sind, ist abhängig von der aufgenommenen Keimmenge und der körpereigenen Abwehr. Sie halten in der Regel einige Tage bis zu einer Woche an und klingen von selbst ab [BfR, 2024b+2024c]. Sowohl bei Salmonellen als auch bei Campylobacter sieht man den Lebensmitteln einen Befall nicht an und kann diesen auch weder schmecken noch riechen. Umso wichtiger ist es, sich gute Hygienegewohnheiten beim Kochen und im Umgang mit Lebensmitteln anzugewöhnen.
Wichtig: Hände waschen und Küche putzen
Krankheitserreger werden meist von rohen Lebensmitteln auf andere Nahrungsmittel oder Oberflächen übertragen. Sie können jedoch auch von ungewaschenen Händen oder der Küchenarbeitsfläche auf Lebensmittel übergehen. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich etwa, die Hände nach dem Einkaufen, vor dem Kochen sowie nach dem Kontakt mit Abfällen zu waschen. Auch die Arbeitsflächen und Küchenutensilien sind sauber zu halten. Heißes Wasser und Spülmittel sind dafür ebenso wichtig, wie ein Trocknen danach, da sich Bakterien auf trockenen Oberflächen in der Regel nicht vermehren können und teilweise sogar absterben. Auch der Küchenboden, bespritzte Wandflächen sowie Handgriffe von Kühlschrank, Geschirrspüler und Kästen gehören regelmäßig gereinigt. Der Kühlschrank und der Geschirrspüler selbst sind ebenfalls zu säubern, wenn Lebensmittelreste im Sieb und in der Türdichtung hängen bleiben. Schwämme, Lappen und Tücher sollten nach dem Gebrauch zum Trocknen aufgehängt, mindestens einmal pro Woche gewechselt und bei über 60°C gewaschen werden. Für die Reinigung von Futternäpfen von Haustieren empfehlen sich eigene Schwämme und Tücher. Zudem sollte der Mistkübel regelmäßig entleert und von innen und außen mit heißem Seifenwasser gespült werden [BfR, 2024a].
Maßnahmen gegen Salmonellen & Co.
- Aufbewahrung: Lebensmittel wie Fleisch- und Wurstwaren, Fisch, Eier und Meeresfrüchte in rohem Zustand immer getrennt von anderen Lebensmitteln transportieren und in abgeschlossenen Gefäßen im Kühlschrank aufbewahren.
- Händewaschen: Nach dem Einkaufen, vor dem Kochen, nach dem Schälen oder Verarbeiten von Lebensmitteln sowie nach dem Umgang mit Abfällen die Hände waschen.
- Küchenutensilien: Rohe tierische Produkte immer getrennt von anderen Lebensmitteln auf einer eigenen Küchenunterlage schneiden. Am besten verwendet man dafür ein Schneidbrett, das nachher im Geschirrspüler gewaschen werden kann.
- Verarbeitung: Speisen bei der Zubereitung und beim Aufwärmen ausreichend erhitzen (mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen des Lebensmittels) und Reste innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen.
- Besondere Vorsicht gilt für Schwangere, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächtem Immunsystem. Sie sind in Bezug auf lebensmittelbedingte Krankheiten besonders gefährdet.
[BfR, 2024a]
Vorratsschädlinge loswerden?
Wo gekocht und Nahrungsmittel gelagert werden, kann sich Ungeziefer schnell vermehren. Schon kleine Speisereste am Teller oder Marmeladeflecken am Küchenbrett ziehen Ameisen an. Für Lebensmittelmotten sind Nüsse, Getreideprodukte und Trockenfrüchte die größte Verführung. Frucht- oder Taufliegen werden wiederum von reifen Beeren, Trauben und Äpfeln angezogen und belagern im Sommer Obstkorb und Mistkübel. Wie man diese Schädlinge bekämpft, ist im Artikel „Lebensmittelmotten & Co.: Vorratsschädlinge loswerden“ zu lesen.
Fazit
Die Küche ist ein beliebter Ort für Keime. Diese vermehren sich bei sommerlichen Temperaturen besonders schnell. Mit regelmäßigem Händewaschen, konsequenter Küchenhygiene sowie korrekter Aufbewahrung und Zubereitung von Lebensmitteln lassen sich lebensmittelbedingte Erkrankungen wie eine Salmonelleninfektion in der Regel vermeiden.
Literatur
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): FAQ – Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt – Quellen erkennen, Risiken vermeiden (Stand: 22.08.2024a). https://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-lebensmittelinfektionen-im-privathaushalt-quellen-erkennen-risiken-vermeiden.pdf (Zugriff: 10.08.2026).
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Fragen und Antworten zum Schutz vor Infektionen mit Salmonellen (Stand: 27.09.2024b). https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zum-schutz-vor-infektionen-mit-salmonellen/ (Zugriff: 10.08.2026).
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Campylobacter: Der Durchfall-Erreger findet sich oft auf Geflügelfleisch (Stand: 15.11.2024c). https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/campylobacter-der-durchfall-erreger-findet-sich-oft-auf-gefluegelfleisch/ (Zugriff: 10.08.2026).
European Food Safety Authority and European Centre for Disease Prevention and Control (EFSA, ECDC): The European Union One Health 2024 Zoonoses Report. EFSA Journal, 23(12), e9759.
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche (Stand: 06.08.2026). https://www.ages.at/mensch/krankheit/lebensmittelbedingte-krankheitsausbrueche (Zugriff: 10.08.2026).
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