Wie „veggie“ ist Österreich?

Von Supermarkt bis Social Media: Pflanzliche Ernährung ist präsent. Wie viele Menschen in Österreich ernähren sich vegetarisch oder vegan – und warum? Wir haben Zahlen, Trends und Gründe zusammengefasst.

Wie sich Menschen ernähren, kann in verschiedene Formen eingeteilt werden:

  • Mischkost: Alles wird gegessen (omnivor) – pflanzliche und tierische Lebensmittel ohne Einschränkungen.
  • Flexitarisch: Überwiegend pflanzliche Kost, aber selten auch Fleisch oder Fisch. Eine fixe Definition, ab wann der Konsum als „flexitarisch“ gilt, existiert dabei nicht.
  • Vegetarisch: Kein Fleisch und kein Fisch, aber meist Milchprodukte und Eier (ovo-lacto-vegetarisch).
  • Pescetarisch: Wie vegetarisch, aber zusätzlich Fisch und Meeresfrüchte.
  • Vegan: Keine tierischen Produkte – weder Fleisch noch Fisch, Milch, Eier oder Honig.

Laut Smart-Protein Report 2024 bezeichneten rund 48 % der Befragten in Österreich ihre Ernährung als Mischkost, 37 % als flexitarisch und 5 % jeweils als pescetarisch, vegetarisch und vegan [Guadarrama et al., 2024]. Unterschiedliche Statistiken kommen teilweise zu unterschiedlichen Zahlen in puncto Verteilung, aber zusammen belaufen sich die beiden fleischlosen Ernährungsweisen in Befragungen in der Regel auf rund 10 % [Berger, 2024; Guadarrama et al., 2024; Statista, 2021]. Dem Mensch-Umwelt-Monitor des österreichischen Umweltbundesamts aus 2026 zufolge liegt der Anteil von vegetarisch und vegan gemeinsam nur bei 3 %. Diese Abweichung von den bisherigen Annahmen könnte durch die unterschiedliche Methodik bedingt sein. Für die Einschätzung des Umweltbundesamts wurden Konsumdaten von Lebensmitteln erfragt und die Anteile der Ernährungsformen anschließend mit strengen Cut-offs berechnet [Molina Xaca et al., 2026]. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um zu klären, wie diese Zahlen einzuschätzen sind.

Wissenswert

Da pflanzenbasierte Ernährung in der Gesellschaft als ethisch und gesundheitlich positiv bewertet wird, tendieren Menschen mitunter dazu, ihren Konsum tierischer Produkte in Umfragen geringer darzustellen, als er tatsächlich ist.

Warum essen Menschen weniger tierische Lebensmittel?

Als Hauptgründe für eine Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums geben Befragte Gesundheit (47 %), Tierethik (31 %) und Umwelt (27 %) an [Guadarrama et al., 2024]. Auch aus Neugier greifen Menschen gelegentlich zu pflanzlichen Alternativen [BMLEH, 2025]. Österreichische Umfragedaten aus dem Jahr 2017 zeigen, dass Frauen öfter tierethische Gründe als Auslöser für eine vegetarische oder vegane Ernährung angeben als Männer. Zudem verzichten sie eher auf Fleisch, weil es ihnen nicht schmeckt. In puncto Gesundheit verhält es sich umgekehrt. Ein Drittel der Männer erhofft sich durch den Fleischverzicht gesundheitliche Benefits, bei den Frauen ist es lediglich ein Viertel [Schwabl, 2017].

Veggies sind jung, weiblich und gebildet

Vegan und vegetarisch lebende Personen weisen ein charakteristisches soziodemografisches Profil auf. Sie sind überwiegend weiblich, jung, leben häufiger in Großstädten als im ländlichen Raum und verfügen über ein hohes Bildungsniveau. In Österreich haben 65 % der Veggies Matura oder Hochschulabschluss, gegenüber 33 % in der Gesamtbevölkerung. Darüber hinaus zeigt sich eine ausgeprägte soziale Ader – etwa 80 % engagieren sich ehrenamtlich [BMLEH, 2025; marktmeinungmensch, 2020].

Wissenswert

Viele Veganerinnen und Veganer konsumieren Nahrungsergänzungsmittel, um Nährstoffdefizite vorzubeugen. Wie sich eine rein pflanzliche Kost nährstoffdeckend in die Praxis umsetzen lässt, zeigt die vegane Lebensmittelpyramide.

Flexitarisch im Trend

Neben vegan und vegetarisch liegtvor allem eine flexitarische Ernährung im Trend [Frey et al., 2025]. Dabei handelt es sich um eine Ernährungsweise, die vorwiegend pflanzlich ist, bei der aber auch Fleisch und Fisch gegessen werden – nach dem Motto „Qualität vor Quantität“. Eine allgemein gültige Definition, was als „flexitarisch“ gilt, gibt es allerdings nicht. Oft werden null bis drei Portionen Fleisch und Wurst pro Woche dafür festgelegt [DGE, 2013; Bruns et al, 2023]. Das ist zwar weniger als der durchschnittliche Verzehr in Österreich, entspricht allerdings jener Menge, die Ernährungsempfehlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ohnehin auch bei Mischkost nahelegen [Rust, 2017; DGE, 2026; BMASGPK, 2026; SGE, 2026]. Abseits davon ist der Flexitarismus für viele Menschen v.a. durch den Mix aus gesundheitsfördernden und nachhaltigen Aspekten attraktiv, ohne dabei allzu strengen Kriterien zu folgen. Auch markttechnisch ist die Gruppe der Flexitarierinnen und Flexitarier besonders relevant, da sie zahlenmäßig deutlich größer ist als dievegetarisch und vegan lebende Gruppe.

Pflanzliche Alternativen: Haferdrink & Co

Eine Umfrage von Marketagent aus dem Jahr 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung Interesse an pflanzlichen Alternativen hat, innerhalb der Generation Z sogar mehr als die Hälfte [Berger, 2024]. Dabei zeigt sich eine Entwicklung: Rund 40 % der österreichischen Befragten (N = 750) vertrauen pflanzlichen Alternativen mehr als drei Jahre zuvor [Guadarrama et al., 2024]. Sie geben an, tierische Lebensmittel künftig mit Hülsenfrüchten und daraus hergestellten Produkten, sowie pflanzlichen Milch- und Fleischalternativen ersetzen zu wollen. Als größte Hürden werden Preis und Geschmack genannt [Guadarrama et al., 2024].

Wissenswert

Während international über einen Rückgang der pflanzenbasierten Ernährung berichtet wird, steigt in Österreich das Interesse an pflanzlichen Fleisch- und Milchalternativen. Die Einkaufsmenge stieg laut RollAMA-Daten in den vergangenen Jahren kontinuierlich, von 2024 auf 2025 gab es ein Plus von 14 %. Gemessen am Gesamtmarkt bleibt ihr Anteil mit 5 % bei den Milchalternativen und 1 % bei den Fleischalternativen jedoch weiterhin gering [AMA-Marketing, 2026].

Fazit

Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist der Anteil vegan und vegetarisch lebender Personen gering. Deutlich mehr Menschen geben an, sich flexitarisch zu ernähren und Fleisch, Wurst und Fisch seltener als der Durchschnitt zu konsumieren. Das Motto „Mehr von der Pflanze und weniger vom Tier“ rückt damit sukzessiveimmer weiterin die Mitte der Gesellschaft – getragen von wachsendem Gesundheits- und Verantwortungsbewusstsein.

Literatur

AMA-Marketing: RollAMA 2025: Protein bleibt Wachstumstreiber im Lebensmittelhandel. Pressemitteilung vom 10.03.2026. https://b2b.amainfo.at/de-at/presse-aktuelles/presse/pressemitteilungen/2026/rollama-2025-protein-bleibt-wachstumstreiber (Zugriff: 07.05.2026). 

Berger A: Marketagent.com (Hrsg.): Vegane Lebensweise in Österreich. Eine 360 Grad Studie rund um die Vermeidung tierischer Produkte bei Lebensmitteln, Kosmetik und Co. Wien (2024). https://b2b.marketagent.com/media/04kfozdp/pressecharts_vegan-in-o-sterreich_m%C3%A4rz-2024.pdf (Zugriff: 07.05.2026). 

Bruns A et al.: Nutritional status of flexitarians compared to vegans and omnivores - a cross-sectional pilot study. BMC Nutrition 9:140 (2023). 

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK): Österreichische Ernährungsempfehlungen (Stand: 2026). https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Gesundheit/Ern%C3%A4hrung/%C3%96sterreichische-Ern%C3%A4hrungsempfehlungen-NEU.html (Zugriff: 07.05.2026). 

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Deutschland, wie es isst: Der BMLEH-Ernährungsreport 2025. Berlin (2025). https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/ernaehrungsreport-2025.pdf?__blob=publicationFile&v=4 (Zugriff: 07.05.2026). 

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Flexitarier – die flexiblen Vegetarier (Stand: Oktober 2013). https://www.dge.de/wissenschaft/fachinformationen/flexitarier-die-flexiblen-vegetarier/ (Zugriff: 07.05.2026). 

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/#c6397 (Zugriff: 07.05.2026). 

Frey et al.: Nutrition Hub (Hrsg.): Trendreport Ernährung 2025 – Prognosen von 199 Exptertinnen und Experten aus dem Ernährungssektor. Berlin (2025).  

Guadarrama et al.: Pro Veg International (Hrsg.): Entwicklung von Essgewohnheiten: Eine ausführliche Analyse der Einstellungen zu pflanzlicher Ernährung. Berlin (2024). https://smartproteinproject.eu/wp-content/uploads/German-translation_AT_ProVeg_Smart-Protein-Report_2024.pdf (Zugriff: 07.05.2026). 

marktmeinungmensch: Vegetarier und Veganer als Zielgruppe für Handel und Gastronomie in Österreich. (Stand: Jänner 2020) https://www.marktmeinungmensch.at/studien/vegetarier-und-veganer-als-zielgruppe-fuer-handel-/ (Zugriff: 07.05.2026). 

Molina Xaca C et al.: Umweltbewusstsein in Österreich. Mensch-Umwelt-Monitor des Umweltbundesamts. Basisbericht zur 1. Welle (2025). Umweltbundesamt (Hrsg.), Wien (2026). 

Rust P et al.: Österreichischer Ernährungsbericht 2017. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (Hrsg.), Wien (2017). 

Schwabl T: Marketagent.com (Hrsg.): Veggie Report – Vegetarische und vegane Ernährung in Österreich. Wien (2017). 

Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Schweizer Ernährungsempfehlungen für Erwachsene. https://www.sge-ssn.ch/de/empfehlungen/offizielle-empfehlungen/ernaehrungsempfehlungen/ (Zugriff: 07.05.2026). 

Statista: Statistiken zu Vegetarismus und Veganismus in Österreich. (Stand: 2021) https://de.statista.com/themen/3804/vegetarismus-und-veganismus-in-oesterreich/ (Zugriff: 07.05.2026).