18.01.2024 von Redaktion (aktualisiert)

Lebensmittel richtig lagern

Bei der Aufbewahrung von Nahrungsmitteln kann man einiges falsch machen: Zuviel Wärme oder Kälte und zu wenig Luftfeuchtigkeit sind nur drei Faktoren, die Lebensmittel rascher verderben lassen. Lesen Sie über die Basics der richtigen Lagerung von Obst, Gemüse, Brot und Co., um Abfälle zu reduzieren.

Vielleicht kennen Sie das: Eine Obstschüssel mit Äpfeln, Bananen und Trauben sieht köstlich aus. Doch im
Handumdrehen färben sich die Bananen braun und Weintrauben beginnen, matschig zu werden. Schuld daran sind die Äpfel. Denn sie enthalten große Mengen Ethylen (auch Ethen genannt), ein Reifegas, das empfindliches Obst und Gemüse schneller reifen und verderben lässt. Ethylen kommt nicht nur in Äpfeln vor, sondern auch in Birnen, Marillen und Pfirsichen. Deshalb ist es ratsam, ethylenreiche Früchte getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten zu lagern. Außer man möchte harte Kiwis und grüne Bananen schneller nachreifen lassen.

Wohin mit den Vorräten?

Für den Frische- und Qualitätserhalt spielt insbesondere die Temperatur eine wichtige Rolle. Je wärmer es ist, umso schneller verderben empfindliche Lebensmittel wie Frischfleisch, Eier, Milch und Milchprodukte sowie einzelne Gemüse- und Obstsorten. Daher ist der Kühlschrank in den meisten Haushalten der wichtigste Aufbewahrungsort für schnellverderbliche Nahrungsmittel.

Wissenswert

Verschiedene Lebensmittel immer getrennt aufbewahren, sonst können sich z. B. Zwiebel- und Fischgeruch auf andere Speisen übertragen.

Doch nicht alle Früchte und Gemüsesorten vertragen die Kälte gut. Paprika bekommt nach ein paar Tagen im Kühlschrank mitunter glasig-wässrige Stellen, die Salatgurke wird runzelig und trocknet aus. Ebenso wie alle Zitrusfrüchte, reagieren z. B. Auberginen, Zucchini, Mangos oder Bananen nach einer gewissen Zeit mit Kälteschäden auf kühle Temperaturen. Mehr dazu im Artikel Was gehört in den Kühlschrank.

Lange frisch lagern

Gemüse und Obst sollte nach dem Einkauf rasch verbraucht werden, da der Nährstoffverlust ein Wettlauf gegen die Zeit ist. Neben der Lagertemperatur nimmt auch die Luftfeuchtigkeit eine Schlüsselposition für den Frischeerhalt ein. Im Kühlschrank ist die Luftfeuchtigkeit gering, was zu einem rascheren Austrocknen der gelagerten Lebensmittel führt. Zudem geht dadurch ein Großteil des Genusswertes und Vitamingehaltes verloren. Insbesondere Vitamin C ist gegenüber Lagereinflüssen labil. Die kühle und trockene Aufbewahrung beispielsweise von Häuptelsalat führt schon nach zwei Tagen zum Verwelken der Salatblätter sowie nennenswerten Vitamin-C-Verlusten. Auch Folat wird bei ungünstiger Lagerung rasch abgebaut. Damit kälteliebendes Obst und Gemüse knackig und vitaminreich bleibt, sollte es in luftdurchlässigen Folienbeuteln eingekühlt werden, um den Feuchtigkeitsverlust zu mindern und Schimmelbildung zu vermeiden.

Wissenswert

Schält und zerkleinert man das Gemüse oder Obst, geht durch Oxidation mit Sauerstoff Vitamin C verloren. Apfelspalten werden dadurch schnell braun und Paprikastreifen trocknen am Rand aus. Deshalb sollte man Früchte und Gemüse erst kurz vor der Zubereitung oder dem Verzehr zerteilen. 

Tipps für die Lagerung von Obst und Gemüse:

  • Vorsicht: Kälteempfindliche Obst- und Gemüsesorten (z. B. Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten oder Gurken) sind nicht ideal für den Kühlschrank, da sie sonst austrocknen, braun werden oder glasige Stellen bekommen können.
  • Ethylenreiche Obstsorten (z. B. Äpfel) besser getrennt von anderen Früchten lagern, da das Reifegas Obst schneller reifen und verderben lässt.
  • Frische- und Vitaminverluste bei Gemüse und Früchten lassen sich vermeiden, indem Brokkoli, Erdbeeren und Co. in luftdurchlässigen Folien kühl gelagert und erst nach dem Waschen zerkleinert werden.
  • Wenn möglich den kühlen Keller oder die dunkle Abstellkammer als Lagerort für Kartoffeln, Zwiebel oder Äpfel nutzen.

Luftdicht

Trockene Lebensmittel wie Mehl, Hülsenfrüchte, Teigwaren, getrocknete Kräuter oder Müsli lagern meist in Küchen- oder Vorratsschränken. Der Inhalt angebrochener Packungen sollte in luftdichte Behältnisse aus Glas oder Plastik umgefüllt und mit dem jeweiligen Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden. Kästen über oder neben dem Herd sind keine idealen Plätze für z. B. Nudeln oder Grieß, da durch das Kochen Dampf aufsteigt. Um Küchenschädlingen, Fäulnis oder Schimmel vorzubeugen, hilft eine regelmäßige Kontrolle der Vorräte auf Befall von Schädlingen und regelmäßiges Putzen der Schränke. Brot und Gebäck halten am besten bei Zimmertemperatur in der Brotdose oder in Plastiksackerln.

Wissenswert

Überschüssiges Brot lässt sich portionsweise einfrieren und bei Bedarf im Ofen frisch aufbacken. Auch Gebäck vom Vortag kann mit Wasser besprenkelt nochmals resch aufgetoastet werden. Weißbrot kann zur Bindung von Cremesuppen, für Scheiterhaufen oder als Semmelknödelbrot verwendet werden. 

Hauptsache dunkel

Ebenso wie Kraut, Karotten, Zwiebel oder Petersilwurzeln fühlen sich auch Kartoffeln in dunkler Umgebung bei Temperaturen zwischen vier und acht Grad wohl. Wenn kein kühler Keller als Lagerplatz verfügbar ist, lagern diese Gemüsesorten optimalerweise abgedeckt in einem Korb oder Jutesack bei Zimmertemperatur (z. B. in der Abstellkammer). Späte Kartoffelsorten (im Herbst geerntet) kann man mehrere Monate bevorraten, frühe Sorten wie die „Heurigen" halten sich nur ca. zwei Wochen. Müssen Obst und Gemüse länger gelagert werden, bietet das Einfrieren eine gute Möglichkeit um den Nährstoffverlust zwischenzeitlich zu stoppen. Zudem bietet sich Tiefkühlgemüse und -obst aus dem Supermarkt an, da es einen Großteil der ursprünglich enthaltenen Mikronährstoffe enthält.

Wissenswert

Pflanzliche Öle bewahrt man am besten in kleinen Portionen auf, die innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das flüssige Gold im kühlen Dunklen oder bei Zimmertemperatur im Küchenregal lagert. 

Gut verpackt

Die Verpackung schützt das Lebensmittel vor Verderb. Ist diese nur minimal beschädigt, können Bakterien eindringen und das Lebensmittel verderben. Besonders bei Fleisch, Fisch und Milchprodukten sollte man daher überprüfen, ob die Verpackung kleine Risse aufweist.

Frische-Test:

  • Frisches rohes Rind- und Schweinefleisch ist hell- bis dunkelrot.
  • Hühnerfleisch sollte beim Kauf hell-beige bis gelblich-weiß sein.
  • Frisches Putenfleisch hat die Farbe von Schweinefleisch.
  • Grau-grünliche Verfärbungen bei Fleisch deuten hingegen darauf hin, dass der Verderb schon fortgeschritten ist.

Eiszeit

Gekühlte und tiefgefrorene Produkte werden idealerweise erst kurz vor dem Nachhausekommen eingekauft, damit sie möglichst schnell wieder im Kühlen landen. Im Sommer empfiehlt sich eine Kühlbox oder eine Kühltasche für den Transport. Zuhause angelangt, wandern die Lebensmittel so schnell wie möglich ins Gefrierfach oder die -truhe. Denn wenn tiefgekühlte Lebensmittel auftauen, können sich schädliche Bakterien schneller vermehren. Dabei gilt es, folgende Punkte zu beachten:

  • Tiefkühlprodukte nach dem Kauf möglichst bald einfrieren.
  • Die Tiefkühlschranktemperatur sollte unter -18 C° liegen.
  • Das Kühlfach/die Truhe nicht überfüllen, damit die Temperatur nicht ansteigt.
  • Keine warmen Speisen oder heiße Produkte einstellen.
  • Selbst eingefrorene Speisen mit dem Einfrierdatum versehen.
  • Kühlfachtüre so kurz wie möglich offenhalten, um das Antauen zu vermeiden.


Fazit

Nicht alle frischen Lebensmittel können innerhalb weniger Tage verzehrt oder verkocht werden. Daher ist die richtige Lagerung der Ware wichtig, damit ihre Inhaltsstoffe (z. B. Vitamine) länger erhalten bleiben und Nahrungsmittel nicht rasch verderben. Wer seinen Einkauf plant und richtig lagert, minimiert nicht nur den Müllberg: Pro Jahr kann jeder Haushalt ca. 400€ sparen, wenn er einige Tipps in die Praxis umsetzt.

Literatur

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK): Strategien zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) (Hrsg.), Wien (2021).

Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Brot: Lagerung – Brot richtig lagern. www.bzfe.de (Zugriff: 18.01.2024).

Rapp H: Lebensmittel richtig lagern – Wie lagern Lebensmittel am besten? www.bzfe.de (Zugriff: 18.01.2024).

Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Einkauf, Transport und Lagerung von Lebensmitteln – aktualisierte Fassung. Bern (2016).

Verbraucherzentrale: Lebensmittel sicher einkaufen und lagern. (Zugriff: 18.01.2024).

Weiß C: Nährstoffveränderungen bei der Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln. Ernährung aktuell 7: B25-B28 (2012).

 

 

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