© Steve Dimatteo

Zahlen und Fakten rund um Wasser

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Ob als Trinkwasser, Lebensraum oder Motor natürlicher Kreisläufe: Kein anderer Stoff prägt unseren blauen Planeten so stark. Hier gibt es Wissenswertes rund um das kühle Nass.

Was versteht man unter dem Wasserkreislauf?

Der Wasserkreislauf beschreibt den kontinuierlichen Austausch von Wasser zwischen Ozeanen, Atmosphäre und Landoberflächen. Der größte Teil des Wassers verdunstet aus den Meeren, gelangt als Wasserdampf in die Atmosphäre, kondensiert zu Wolken und fällt als Niederschlag entweder direkt zurück in die Ozeane oder fließt über Bäche und Flüsse wieder in die Meere zurück, wodurch sich der Kreislauf schließt. Jährlich kommt dabei eine Menge von 500 000 km3 Wasser zusammen.

[Schneider et al., 2017; Brandstetter, 2018]

Anteile von Süß- und Salzwasser auf der Erde

Neben der Landmasse werden rund 70 % der Erdoberfläche von Meer, also Salzwasser, bedeckt. Nutzbares Süßwasser macht hingegen nur etwa 2,5 % der Erdoberfläche aus. Davon können nur etwa 0,3 % der gesamten Süßwasservorräte aktiv vom Menschen genutzt werden. Der Rest ist in Gletschern, Eis oder im Bodenwasser gebunden und nicht verfügbar.

[Brandstetter, 2018]

Globaler Wasserverbrauch steigt

Anfang des 20. Jahrhunderts betrug der globale Wasserverbrauch 700 Mrd. Kubikmeter. Bis 2023 ist dieser auf 4 Bio. Kubikmeter angestiegen und hat sich somit versechsfacht. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Die Weltbevölkerung wuchs stark und die Industrialisierung schritt voran. Bis zum Jahr 2080 erwartet die UNO ein Wachstum der Weltbevölkerung auf bis zu 10,3 Mrd. Menschen und folglich einen weiteren Anstieg des Wasserbedarfs.

[FAO, 2025; UN, 2024; bpb, 2017; Aquastat, 2026]

Wasser ist ein Menschenrecht

Der Anspruch auf sauberes Trinkwasser ist ein Menschenrecht. Das haben die Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2010 festgelegt. Bis heute ist der Zugang für ein Viertel der Weltbevölkerung jedoch nicht gewährleistet. Im Jahr 2024 waren das 2,1 Mrd. Menschen weltweit. Ausreichend Trinkwasser zu haben, ist also keine Selbstverständlichkeit.

[UN, 2026]

Wasser als Körperbestandteil

Der menschliche Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser. 75 % sind es beim Säugling, 60 % bei Männern, 50 % bei Frauen. Die Angaben schwanken, weil der Wassergehalt mit dem Fettgehalt zusammenhängt: Je weniger Fettgewebe, desto mehr Wasser ist im Körper.

[De Groot, 2023]

Was passiert, wenn man zu wenig trinkt?

Ein trockener Mund ist das erste Anzeichen von Flüssigkeitsmangel. Schwäche, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen können weitere Folgen sein. Bei diesen Anzeichen fehlen bereits ca. 3 % des Körpergewichtes an Wasser. Fehlen 5 %, verliert man mitunter bereits das Bewusstsein. Ab einem Verlust von ca. 20 % kann der Wassermangel nicht mehr ausgeglichen werden und endet tödlich. Um all das zu verhindern, ist eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von 1,5-2 L für Erwachsene empfohlen. Vor allem bei Hitze gilt es, ausreichend zu trinken.

[ÖGE, 2026; Elmadfa, 2019]

Trinken alte Leute zu wenig Wasser?

Das stimmt leider oft, da das Durstgefühl mit dem Alter häufig abnimmt. Das kann mitunter kritische Zustände wie Schwindel oder Kreislaufkollaps verursachen, vor allem, wenn bereits ein Flüssigkeitsmangel besteht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Menschen ab 65 Jahren, täglich 1,3 L-1,5 L Flüssigkeit zu trinken. Kaffee kann auch dazugezählt werden.

[Elmadfa, 2019; DGE, 2025 & 2026]

Kann man zu viel Wasser trinken?

Schwitzt man durch Sport oder an heißen Tagen, kann man bis zu 2 L Wasser pro Stunde verlieren und damit auch wichtige Mineralstoffe. Beides muss dem Körper wieder zugeführt werden. Trinkt man jedoch zu viel natriumarmes (Leitungs-)Wasser auf einmal, kann dies in sehr seltenen Fällen zur sogenannten Wasservergiftung führen. Die Zellflüssigkeit wird dabei so stark verdünnt, dass ein Ungleichgewicht entsteht. Der Natriumgehalt im Blut sinkt stark, die Zellen quellen regelrecht auf. Ab 3 L in der Stunde kann das vorkommen. Eine solche Wasservergiftung führt zu Kopfschmerzen sowie Übelkeit und endet im schlimmsten Fall tödlich. Isst man jedoch Salziges wie Brot, Wurst oder Käse, bekommt der Körper ausreichend Natrium. Im Leistungssport wird das Wasser bei Wettbewerben daher teilweise zusätzlich mit Kochsalz versetzt.

[De Groot, 2023]

Trinkwasser in Österreich

Hierzulande stammt Trinkwasser zu 100 % aus Grund- und Quellwasser. 93 % davon können ohne Aufbereitung an die Haushalte weitergegeben werden; der Rest wird in Kläranlagen gefiltert. Trinkwasser muss den hygienischen und mikrobiologischen Mindestanforderungen entsprechen. Diese sowie die Grenzwerte hinsichtlich unerwünschter Stoffe wie Blei, Nitrit und Sulfit sind in der Trinkwasserverordnung festgelegt. Die Infrastruktur für Trink- und Abwasser in Österreich ist gut ausgebaut. Rund 80 000 km Trinkwasserleitungen und ca. 90 000 km Abwasserrohre laufen durch das ganze Land. Aneinandergereiht würden die Leitungen ungefähr viermal um die Erde reichen.

[ÖVGW, 2018]

Wiener Wassercharta schützt Trinkwasser

Wiens berühmtes Hochquellwasser wird seit 2001 mittels einer Verfassungsbestimmung geschützt. Damit soll das Wasser als Lebensgrundlage für nachfolgende Generationen gesichert werden. Wien ist die einzige Stadt der Welt, deren Wasser verfassungsmäßig geschützt wird.

[Stadt Wien, 2026a]

Blei in Wasserrohren

Zwischen 1840 bis 1940 wurden oft Bleirohre für Wasserleitungen in Wohnhäusern verwendet. Laut Angaben aus dem Jahr 2023 sind in vielen österreichischen Gemeinden, aber auch in Teilen Wiens rund 20 % aller Gebäude aus dieser Zeit. Trinkt man über längere Zeit bleihaltiges Wasser, kann das jedoch zu Nervenschäden führen und die Blutbildung beeinträchtigen. Gerade Säuglinge und Kleinkinder sollten daher kein Wasser aus Bleileitungen trinken. In Wien wurden bereits 2007 alle Hausanschlussleitungen, die noch aus Blei waren, von den Wiener Wasserwerken getauscht, nicht aber die Steigleitungen in den Wohnhäusern. Deshalb gibt es in vielen Altbauten immer noch Bleirohre. Auch in anderen Teilen Österreichs sind vereinzelt noch Bleirohre in Verwendung. Der maximal erlaubte Bleigehalt im Wasser wurde 2024 von 10 auf 5 µg/L gesenkt und gilt österreichweit ab 2036. Das Trinkwasser aus dem Wasserhahn zu Hause kann man in geeigneten Labors auf Bleirückstände untersuchen lassen.

[Stadt Wien, 2026b; RIS, 2026; Statistik Austria, 2023; Ritchie et al., 2024]

Literaturverzeichnis

Aquastat: Aquastat Dissemination System (2026). https://data.apps.fao.org/aquastat/?lang=en (Zugriff: 19.06.2026).

Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): Wasserverbrauch (2017). https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/globalisierung/52730/wasserverbrauch/ (Zugriff: 19.06.2026).

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK): Abgefüllte Wässer (2020). https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/trinkwasser/Abgefuellte_Waesser.html (Zugriff: 19.06.2026).

De Groot H: Ernährungswissenschaften. 8. Auflage, Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten (2023).

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Wasser. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/ (Zugriff: 19.06.2026).

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Trinken im Alter (2025). https://www.fitimalter-dge.de/mehr-wissen/trinken-im-alter#c6221 (Zugriff: 19.06.2026).

Elmadfa I: Ernährungslehre. 4. Auflage, Verlag Eugen Elmer, Stuttgart (2019).

Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO): The State of the World’s Land and Water Resources for Food and Agriculture 2025 – The potential to produce more and better. (2025). https://www.fao.org/publications/fao-flagship-publications/the-state-of-the-worlds-land-and-water-resources-for-food-and-agriculture/en#:~:text=The%202025%20edition%20of%20The,untapped%20potential%20of%20land%20and (Zugriff: 19.06.2026).

Neunteufel R, et al.: Virtuelles Wasser 2021. Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (Hrsg.) (2021). https://www.bmluk.gv.at/service/publikationen/wasser/virtuelles-wasser-2021.html  (Zugriff: 19.06.2026).

Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE): 1. Alkoholfreie Getränke - täglich (2026). https://www.oege.at/wissenschaft/omnivore-ernaehrungspyramide/alkoholfreie-getraenke-taeglich/ (Zugriff: 19.06.2026).

Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW): Eine Selbstverständlichkeit Trink’wassertag 2026 (2026). https://unsertrinkwasser.at/trinkwassertag/ (Zugriff: 19.06.2026).

Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW): Die Österreichische Trinkwasserwirtschaft Branchendaten- und Fakten (2018). https://www.ovgw.at/ (Zugriff: 19.06.2026).

Rechtsinformation des Bundes (RIS): Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Trinkwasserverordnung, Fassung vom 29.04.2026 (2026). https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20001483 (Zugriff: 19.06.2026).

Ritchie H, Roser M: Water Use and Stress (2024). https://ourworldindata.org/water-use-stress?utm_source=chatgpt.com (Zugriff: 19.06.2026).

Schneider U et al.: Evaluating the Hydrological Cycle over Land Using the Newly-Corrected Precipitation Climatology from the Global Precipitation Climatology Centre (GPCC). Atmosphere 2017, 8(3): 52 (2017). https://www.mdpi.com/2073-4433/8/3/52 (Zugriff: 19.06.2026).

Statistik Austria: Gebäude nach Bauperiode (2023). https://www.statistik.at/atlas/?mapid=them_wohnen_gwz_geb_bauperiode&layerid=layer1&sublayerid=sublayer0&languageid=0&bbox=858553,5781123,2032626,6338196,8 (Zugriff: 19.06.2026).

Stadt Wien: Wiener Wassercharta (2026a). https://www.wien.gv.at/umwelt/wiener-wassercharta (Zugriff: 19.06.2026).

Stadt Wien: Blei im Trinkwasser (2026b). https://www.wien.gv.at/umwelt/blei-im-trinkwasser (Zugriff: 19.06.2026).

United Nations (UN): Where water flows, equality grows (2026). https://www.un.org/en/observances/water-day (Zugriff: 19.06.2026).

United Nations (UN): World Population Prospects 2024: Summary of Results. UN DESA/POP/2024/TR/NO. 9. New York (2024). https://population.un.org/wpp/assets/Files/WPP2024_Summary-of-Results.pdf  (Zugriff: 19.06.2026).