• Portion Size Matters

    Welche Rolle die Portionsgröße im Hinblick auf Gesundheit und Food Waste spielt, beleuchten wir im Fokus. Details im Inhaltsverzeichnis.

    Variante
    € 0,- inkl. MwSt. zzgl. Versand

Editorial

Die Transformation des Ernährungssystems ist ein komplexer Prozess, der gesündere Essmuster und nachhaltige Praktiken erfordert. Ein oft unterschätzter Hebel ist die Redimensionierung von Portionsgrößen. Sie kann nicht nur Übergewicht reduzieren, sondern auch Food Waste vermeiden und Ressourcen schonen. Doch es braucht gesellschaftliche Veränderungen und umfassende Maßnahmen – von Aufklärung bis zur Gestaltung der Essumgebung. Lesen Sie, wie kleinere Portionen zum Schlüssel für eine gesündere Zukunft werden können. Die Transformation des Ernährungssystems ist eine komplexe Angelegenheit und umfasst das Streben hin zu einer nachhaltigen Entwicklung sowie zu gesünderen Essmustern und Ernährungsgewohnheiten. Als zwei wesentliche Indikatoren werden in der Debatte unter anderem die Häufigkeit von ungesundem Essverhalten sowie das Aufkommen von Food Waste adressiert. Deren Reduktion ist – neben vielen weiteren Bestrebungen – langjähriges Ziel der Ernährungspolitik, das wahrscheinlich zunehmend auch aus der Perspektive der Ressourceneffizienz betrachtet werden muss. Beide Ziele erfordern einen gesellschaftlichen Wandel. Dafür kommen vielerlei Maßnahmen in Betracht: jene, die auf das persönliche Verhalten abzielen; und jene, welche die Verhältnisse betreffen, also Umgebung, Entscheidungsarchitektur oder Angebote. Es braucht beide Varianten und von beiden einen ganzen Setzkasten. Dabei dominieren Fiskalmaßnahmen, Werbeverbote, Rezepturänderungen und erweiterte Kennzeichnungsmodelle den Diskurs. Eine Variable wird jedoch kaum diskutiert, obwohl sie laut WHO, OECD und McKinsey Global Institute die Maßnahme mit dem höchsten Impact und der besten Kosteneffizienz im Umgang mit ungesunden Essmustern bildet: die Anpassung der Portionsgrößen.

Diese haben in den vergangenen Jahrzehnten überall zugelegt. Und je größer die Portion, desto mehr Energie nehmen wir auf, ganz einfach, weil die meisten Menschen unbewusst zum Aufessen tendieren. Selbst die sogenannten Non Plate Clearers essen mehr bei überdimensionierten Portionen. In der Gastronomie zeigt sich, dass kleinere Portionen Lebensmittelabfälle um 20 % reduzieren können. Demnach hat Downsizing großes Potenzial in puncto Vermeidung von Food Waste. Eine Redimensionierung trägt daher zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem bei und kann zudem als Healthy Choice positioniert werden. Daher haben wir den Diskurs über Portionsgrößen gestartet und im Mai einen f.eh im Dialog veranstaltet. Die Nachlese dazu steht im Fokus dieser Ausgabe. Was wir mitgenommen haben? Zum einen gibt es noch viel Forschungsbedarf hinsichtlich der Angebote und Angebotsgestaltung, der psychologischen Effekte und Kommunikation sowie der sensorischen Aspekte. Zum anderen ist profundes Wissen relevant, um mit Empfehlungen im Essalltag gut umgehen zu können. Hier braucht es mehr Transferleistung.

Einer der wichtigsten Aspekte ist unseres Erachtens, dass das Thema im weitesten Sinn mit Lebensstilbildung verknüpft ist: Bildung, um einen genussvollen Zugang zum Essen zu entwickeln, damit man selbst gut spürt, wie viel genug ist und wie man sich von äußeren Triggern befreien kann. Dabei unterstützen eine feste innere Haltung und das Wissen um die sensorische Komplexität und ihre positiven Effekte, nachzulesen auf Seite 10–11.

Herzlichst!

Inhalt

Fokus: Seite 04-06

Die Rolle der Portionsgröße

Die Größen der Portionen bei Mahlzeiten sind über die vergangenen Jahrzehnte deutlich gewachsen. Das beeinflusst die Kalorienaufnahme und spielt somit eine wesentliche Rolle für die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas. Ein Überblick.

Fokus: Seite 07

Viel ≠ besser

Warum favorisieren wir große Portionen? Und wie können wir dem in unserer Überflussgesellschaft gegensteuern? Eine Diskussion über evolutionäre Prägungen und kulturelle Rahmenbedingungen sowie ihren Einfluss auf unser Essverhalten.

Fokus: Seite 08-09

Was ist eine Portion?

Ernährungsempfehlungen geben Aufschluss darüber, wie viel wir wovon brauchen. Aber was genau besagen sie? Und wie kann das im Alltag bestmöglich umgesetzt werden?

Fokus: Seite 10-11

Macht nur die Menge satt?

Kurz gesagt: Nein – aber die Menge ist dennoch der zentrale Faktor. Die lange Antwort müsste das gesamte – und teilweise noch unverstandene – System der Regulation von Hunger und Sattheit abbilden. Hier ein Mittelweg mit fünf Aspekten als Einstieg ins Thema: sensorische Sattheit und sensorische Komplexität, Essgeschwindigkeit, Textur und texturale Komplexität, chemische Zusammensetzung und Erwartungen.

Fokus: Seite 12-14

Food Waste: Status quo

Weltweit landet rund ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel im Müll. Das ist nicht nur ein ethisches und wirtschaftliches Problem, sondern belastet auch die Umwelt. Wie können Lebensmittelabfälle verringert werden? Und welche Rolle spielt die Portionsgröße dabei?

Fokus: Seite 15

Lebensmittelabfälle in Zahlen

Ernährungspolitik: Seite 16

Nudge-it

Ob es darum geht, wie oft man Sport macht oder was man isst – Menschen sind Gewohnheitstiere. Inwieweit „Stupser“ Verhaltensänderungen unterstützen, wird immer wieder diskutiert.

Ernährungspolitik: Seite 17

Steuern vs. Nudging

Wie weit darf der Staat gehen, um individuelles Verhalten zu beeinflussen? Und was gilt es dabei zu berücksichtigen? Wir haben Anwalt Tade Matthias Spranger um eine Einschätzung gebeten.

Lebensmittel: Seite 18-19

Im Brennpunkt: Weizen

Weizen und daraus hergestellte Produkte gehören zu den am häufigsten konsumierten Lebensmitteln. Dennoch verzichten viele Menschen heutzutage freiwillig darauf. Doch für wen ist das sinnvoll und was gehört ins Reich der Mythen? Eine Übersicht.

Lebensmittel: Seite 20-21

Mehl mal anders

Mehl war einst Grundnahrungsmittel, über das es nicht viel zu reden gab. Mittlerweile hat sich das durch die steigende Produktvielfalt geändert. Manches, was bei uns innovativ erscheint, hat anderswo bereits lange Tradition. Was stammt woher? Und was kann man damit machen?

Serie: Würzmittel - Teil 2: Seite 22-23

Balsamico

Ob im Urlaub in Italien oder auf Balkonien – im Sommer ist der Balsamicoessig omnipräsent. Er ist ein Klassiker auf Tomaten und Mozzarella, auch abseits von Salaten vielfältig einsetzbar und in verschiedenen Varianten erhältlich.

Sie haben ein Online- oder Kombi-Abo oder diese Ausgabe bereits gekauft?

Dann einfach im Account anmelden und Vollversion unter “Meine Downloads” herunterladen.

Aus dem Magazin-Archiv einzeln bestellen

Alle Ausgaben

4 mal im Jahr

Jahresabo ernährung heute

Fundierte Inhalte rund um Ernährung, Gesundheit und Lebensstil. Unterschiedliche Perspektiven für eine umfassende Meinungsbildung. Heute lesen, morgen profitieren – der Wissensvorsprung für all jene, die sich mit dem komplexen Thema Ernährung befassen! Bei Abo-Abschluss während des Jahres werden die bereits erschienenen Hefte ebenfalls zugesandt.

Abo abschließen