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    Hochverarbeitet?

    Im Heft gibt es einen Überblick zu den sogenannten „hochverarbeiteten“ Lebensmitteln. Weiter unten gibt es mehr zu den Themen.

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Editorial

Die Kritik an ihnen brodelt seit geraumer Zeit. In Fachkreisen, den Medien und der Gesundheitspolitik sind sie Anstoß für hitzige Diskussionen: verarbeitete und im Speziellen „hochverarbeitete“ Lebensmittel. Vielfach werden sie als Basis jeglichen ernährungstechnischen Übels genannt. Doch sind sie wirklich ultraböse und dermaßen schlecht für Gesundheit und Umwelt? Diesbezüglich sind die Meinungen oft festgefahren und folgen mehr Dogmen denn Daten. Schließlich wird die Qualität der wissenschaftlichen Studienlage dazu großteils als niedrig eingestuft. Zudem handelt es sich – wie meist in Ernährungsfragen – um Beobachtungsstudien, die Zusammenhänge aufweisen, aber keine Ursache- Wirkungs-Beziehungen belegen. Werden andere Lebensstilfaktoren berücksichtigt – etwa Rauchen oder körperliche Aktivität –, verflacht die Korrelation mit negativen Auswirkungen. Dazu kommt: Die Kategorie der „hochverarbeiteten“ Lebensmittel ist äußerst heterogen. Freilich finden sich auch Produkte mit hohem Zucker-, Fettund Salzgehalt darunter. Wählt und konsumiert man diese im Übermaß, ist es wahrscheinlicher, dass man sich ein gesundheitliches Thema einfängt. Diese Lebensmittel gibt es jedoch in jeglicher Verarbeitungsstufe und selbstgemacht sowieso. Die beiden Kriterien-Cluster überlappen sich teilweise, sind aber nicht vollständig kongruent. Auch belegen Untersuchungen, dass ein hoher Anteil an verarbeiteten Produkten nicht zwangsläufig mit einem hohen Körpergewicht, schlechter Ernährungsqualität oder frühzeitiger Mortalität verbunden sein muss. So zeigte etwa ein Vergleich von Allesessern, vegan und vegetarisch lebenden Menschen: je weniger vom Tier, desto mehr verarbeitete Produkte und desto eher Normalgewicht. Vielfach liegt es an der ernährungsphysiologischen Qualität des gesamten Essmusters und nicht an einer auf der Verarbeitung basierenden Einteilung. Vollkornprodukte beispielsweise sind oft „hochverarbeitet“, steigern aber auch die Ernährungsqualität.

Verarbeitete Lebensmittel erleichtern nicht nur vielen Menschen den Alltag in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, sie können auch Teil einer gesunden und genussvollen Ernährung sein. Statt plakativen Narrativen geht es um eine nuanciertere Realität – um Mäßigung, Ausgewogenheit und umfassende Lebensstilentscheidungen. Denn in der komplexen Welt der Ernährung wird es nie ein Entweder-oder geben können, vielmehr gilt es, „eine Kultur der individuellen und sozialen Entspannung zu entwickeln“, wofür Daniel Kofahl im Interview ab Seite 12 plädiert.

Nicht alle das Thema „hochverarbeitete“ Lebensmittel tangierende Fragen, wie etwa jene nach dem Suchtpotenzial oder dem Einfluss auf das Darmmikrobiom, können wir in dieser Ausgabe beleuchten. Ausführlichere Informationen bieten wir daher in den FAQ an, die auf unserer Website zur Verfügung stehen und laufend aktualisiert bzw. erweitert werden. Ein Dank gilt an dieser Stelle unserem wissenschaftlichen Beirat, der uns auch bei diesem Themenfeld unterstützt. Über die Mitglieder, ihre Forschungsschwerpunkte und ihre Tipps für den Alltag lesen Sie ebenfalls im vorliegenden Heft.

Herzlichst!

Inhalt

Fokus: Seite 04-07

"Hochverarbeitet" unter der Lupe

Wenig bewegt die Gemüter der ernährungswissenschaftlichen Community momentan so sehr wie das Thema der „hochverar beiteten“ Lebensmittel. Studien dazu werden beinahe täglich veröffentlicht. Wir geben einen Überblick über die aktuelle Evidenz.

Fokus: Seite 08-09

Verarbeitung auf einen Blick

Mögliche Vor- & Nachteile von Verarbeitung

Fokus: Seite 10-11

Gesundheit/und oder Geschmack?

Die Beziehung zwischen Gesundheit und Geschmack ist vielschichtig. Entdecken Sie, wie tief verwurzelte Überzeugungen unseren Gaumen prägen und was wir tun können, um gesund und schmackhaft auf ein Level zu heben.

Fokus: Seite 12-13

"Kultur der individuellen und sozialen Entspannung entwickeln"

Komplex und kontrovers ist die Diskussion rund um verarbeitete Lebensmittel. Doch was bedeutet das für das tägliche Leben – wo neben der Gesundheit auch Zeit, Geld und individuelle Kochkünste zu berücksichtigen sind? Wir haben Daniel Kofahl und Eva-Maria Endres, beide vom Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur – APEK, um ihre Einschätzungen gebeten.

Fokus: Seite 14-17

Science to go

Die Wissenschaft arbeitet unermüdlich an neuen Erkenntnissen, die unser Leben verbessern. Was ist in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Lebensstil aktuell besonders relevant? Und wel- che Tipps gibt es für den Alltag? Wir holen die Mitglieder unseres wissenschaftlichen Beirats vor den Vorhang.

Fokus: Seite 18-19

Update: Diabetesleitlinien

Diabetes zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und betrifft etwa jede zehnte Person in Österreich. Eine entsprechende Therapie ist für ein möglichst uneingeschränktes Leben essenziell. Dafür gibt es hierzulande Leitlinien, die 2023 erneut aktualisiert wurden.

Seite: 20-21

Kurzmeldungen

Studienteilnehmende gesucht | Klimakochen | Neuer Regulator für Essverhalten? | Metformin und Schwangerschaft

Serie: Samen - Teil 2: Seite 22-23

Mohn

Wenn die Tage lang sind und die Sommersonne über der Landschaft steht, leuchten sie in knalligem Rot zu Tausenden auf den Feldern – die Mohnblüten. Doch Mohn ist nicht nur eine Augenweide, sondern seit Jahrtausenden auch ein vielseitiger Begleiter in Kulinarik und Medizin.

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