• Fertig, los!

    Im Fokus wird die Rolle der Verarbeitung von Lebensmitteln beleuchtet. Für nähere Informationen zu den Themen einfach hinunterscrollen.

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Editorial

Drei von vier Menschen in Europa leben in Städten und urbanen Gegenden. Die meisten von uns beziehen daher in der heutigen arbeitsteiligen Gesellschaft nahezu alle Lebensmittel im Supermarkt. Dabei ist mehr als die Hälfte der Lebensmittel, die wir an einem Tag verspeisen, mehr oder weniger verarbeitet. Sie sind also haltbar oder verzehrfertig gemacht worden, weisen hohe Standards in der Lebensmittelsicherheit auf und bringen Arbeits- sowie Zeitersparnis. Zeit und Energie, die viele gerne für andere Dinge aufbringen. Mit der Auslagerung des Zubereitungsprozesses gibt man allerdings auch ein Stück weit Kontrolle ab. Was ist drin? Wie schmeckt’s? Macht mich eine Portion satt? Und vielleicht: Ist das auch gesund? Unter welchen Bedingungen wurde produziert? Wo? Mit welchen ökologischen und ethischen Auswirkungen ist zu rechnen? Warum esse ich genau das – jetzt und generell? Einige dieser Informationen sind auf den Verpackungen zu lesen, andere auf den Unternehmensseiten, wiederum andere erfahren wir erst durchs Probieren, und bei manchen Fragen sind sich nicht einmal Fachleute einig. Unbestritten ist jedoch, dass sich das gesamte Ernährungssystem vom Acker über den Teller bis zum Recycling im steten Wandel befindet und dass aktuell die verarbeiteten Lebensmittel besonders in den Mittelpunkt rücken. Die Europäische Kommission hat für die Transformation zu einem ökologisch, ökonomisch, sozial und gesundheitlich nachhaltigen System mehrere Strategien erarbeitet. Und klare Zeitpläne definiert. So stehen heuer etwa die Förderung von Rezepturänderungen und ein Notfallplan für die Lebensmittelversorgung an. Für Ende 2022 sind EU-weit eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf der Verpackungsvorderseite (Front of Pack-Labeling), Nährwertprofile zur Einschränkung der Bewerbung, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei bestimmten Produkten und die Überarbeitung der Haltbarkeitsangaben vorgesehen. 2023 sollen ein Rechtsrahmen für nachhaltige Lebensmittelsysteme entworfen, Tierschutzvorschriften überarbeitet und Zielvorgaben für weniger Lebensmittelverschwendung vorgeschlagen sein. Hier tut sich viel. Was wir auswählen, wie und wie viel wir essen und welche Mengen davon im Müll landen, entscheiden wir letztendlich jedoch immer noch selbst. Einige aktuelle Aspekte rund um die Verarbeitung haben wir in dieser Ausgabe für Sie zusammengetragen.

Bon appétit!

Inhalt

Fokus: Seite 04-07

Besonderes Merkmal: Verarbeitet

Verarbeitete Lebensmittel stehen zunehmend in der Kritik, denn sie werden häufig mit einem hohen Gehalt an Kalorien, Fett, Salz und Zucker, sowie wenigen Vitaminen und Ballaststoffen assoziiert. Aber was umfasst dieser Begriff und ab wann gilt ein Produkt als hochverarbeitet?

Fokus: Seite 08-11

Obst und Gemüse: Von Saulus und Paulus

Die Vereinten Nationen haben 2021 zum „Internationalen Jahr für Obst und Gemüse“ erklärt. Der gesundheitliche Nutzen dieser Lebensmittelgruppen ist unbestritten, dennoch essen wir zu wenig davon. Aber welche Rolle spielt die Verarbeitung von Obst und Gemüse? Und wie steht es dabei um die Nährstoffe?

Fokus: Seite 12-13

Macht Convenience dick?

Verarbeitete Lebensmittel erleichtern uns das Leben. Sie sparen Zeit und Arbeit. Sie stehen für Sicherheit und konsistente Qualität. Nun geraten vor allem die sogenannten hochverarbeiteten Produkte in den Fokus von Wissenschaft und Politik. Was hat es damit auf sich?

Fokus: Seite 14-16

Front of Pack-Labeling: Status quo

Einkaufsentscheidungen fallen oft erst vor dem Supermarktregal. Kennzeichnungen auf der Verpackungsvorderseite sollen Konsumenten bei einer gesundheitsfördernden Lebensmittelauswahl unterstützen. Ob sie das Kauf- und Essverhalten nachhaltig beeinflussen, wird derzeit untersucht.

Fokus: Seite 17-19

MHD – Die inneren Werte zählen

Hefen, Bakterien und Schimmelpilze können sich auf Lebensmitteln festsetzen, sich dort vermehren und diese sauer, faulig oder schimmlig machen. Sie sind daher nur begrenzt haltbar. Doch wie lange sind Lebensmittel wirklich gut? Was bedeutet „abgelaufen“? Und wie wird das festgelegt?

Fokus: Seite 20

Verpackung hat vier Funktionen

Im Spannungsfeld rund um Food Waste wird die Notwendigkeit der Verpackung von Lebensmitteln teilweise heftig diskutiert. Wir haben darüber mit der Verpackungsexpertin Victoria Krauter gesprochen.

Fokus: Seite 21

Bioplastik: Unterscheidung gefragt

Der Begriff Biokunststoffe umfasst verschiedene Kunststofftypen. Die Vermutung, dass diese automatisch biologisch abbaubar oder nachhaltiger sind, liegt nahe. Das ist aber nicht immer der Fall.

Serie: Gewürze - Teil 1: Seite 22-23

Kümmel

Kümmel gilt als älteste europäische Gewürzpflanze. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer verwendeten Kümmel als Gewürz und Medizin. Er verfeinerte schon damals Brot, aber auch Kuchen und Speisen aus Obst, und wurde zur Verdauungsförderung und bei Bronchitis eingesetzt. Die Wirkung auf den Verdauungstrakt steht auch heute im Vordergrund der Gesundheitsassoziationen. Kümmel wurde sogar zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gekürt.

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