
Transforming Food Systems
Die Transformation des gesamten Ernährungssystems steht im Zentrum dieser Ausgabe. Details zu den Themen gibt es unten im Inhaltsverzeichnis.
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Editorial
Die Europäische Union verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Europa soll bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werden. Ende Dezember 2019 präsentierte die EU-Kommission dazu eine nachhaltige Wachstumsstrategie – den European Green Deal. Zwei wesentliche Teile davon wirken sich direkt auf das Lebensmittelsystem aus – auf regionaler und nationaler ebenso wie europäischer und globaler Ebene: die „Vom Hof auf den Tisch“-Strategie (Farm to Fork) sowie die geplanten Maßnahmen zur Erhaltung der Biodiversität. Welche politischen Ergebnisse – vor allem legislativer Natur – in den vergangenen Jahren auf EU-Ebene erzielt wurden, hat Christina Huemer, Referentin im Fachverband der Lebensmittelindustrie der Wirtschaftskammer Österreich für uns zusammengefasst. Als übergreifender Systemrahmen soll freilich das Konzept der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt werden. Das betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch das Thema Verpackungen. Letztere sollen EU-weit bis 2030 zu 100 % wirtschaftlich recycelt werden können. Elisabeth Sperr hat sich den Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Materialien und den Pfandsystemen gewidmet.
Ziel ist jedoch nicht nur Klimaneutralität. Es geht um ein insgesamt nachhaltiges Ernährungssystem, womit das gleichzeitige und gleichberechtigte Adressieren ökologischer, sozialer, ökonomischer, gesundheitlicher und kultureller Aspekte gemeint ist. Wie all diese Dimensionen in politischen Dokumenten in Österreich aufgegriffen werden und eine nachhaltige Ernährung gefördert wird, hat ein Team an der FH St. Pölten analysiert. Wir haben mit der Erstautorin des Berichts, Ursula Trübswasser, darüber gesprochen. Zudem stellen wir die in der AGES neu eingerichtete Servicestelle für nachhaltige Lebensmittel- und Ernährungssysteme vor, welche die interministerielle Zusammenarbeit in diesen Belangen unterstützen soll.
Noch gültige wie auch künftige Ernährungsempfehlungen, die neben gesundheitlichen Überlegungen auch ökologische Aspekte einbeziehen, haben Gemüse und Obst sowie Getreide und Hülsenfrüchte als Basis. Warum gerade Gemüse vor allem im Kindesalter mit starken Aversionen verbunden ist, hat sich Eva Derndorfer mit Blick auf das Phänomen Neophobie angesehen.
Herzlichst!
Inhalt
System im Umbruch
Vor dem Hintergrund der Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit soll das europäische Lebensmittelsystem fairer, gesünder und umweltfreundlicher werden. Doch was bedeutet das? Welche Maßnahmen sollen dafür umgesetzt werden? Und wo stehen wir aktuell?
"Das große Ganze nicht verlieren"
Wie wird die Förderung von nachhaltiger Ernährung in politischen Dokumenten in Österreich adressiert? Dieser Frage gehen Wissenschafterinnen an der FH St. Pölten nach. Über die Ergebnisse haben wir mit Ursula Trübswasser, der Erstautorin des Berichts „Nachhaltige Ernährungspolitik in Österreich – Analyse von politischen Dokumenten im Hinblick auf Aktivitäten zur Förderung von nachhaltiger Ernährung“, gesprochen.
"Wir haben einiges vor"
Die Servicestelle für nachhaltige Lebensmittel- und Ernährungssysteme unterstützt die interministerielle Zusammenarbeit zur Stärkung der Nachhaltigkeit des österreichischen Lebensmittelund Ernährungssystems. Wir stellen die Ziele sowie das Team dahinter vor.
Verpacken - aber wie?
In unseren Supermarktregalen gibt es nicht nur eine Vielzahl an Produkten, sondern auch eine Menge Verpackungsvarianten. Glasflaschen stehen neben Dosen, Kartons und Kunststoffbehältern. Vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit rücken deren Umweltauswirkungen verstärkt in den Fokus.
Neophobie in Grün
„Was ist das? Nein, das esse ich nicht!“ – Das ist eine Reaktion, mit der viele Eltern von ihrem Nachwuchs regelmäßig konfrontiert werden. Denn besonders in den frühen Lebensjahren lehnen Kinder Neues häufig ab. Pflanzliche Lebensmittel sind dabei besonders unbeliebt.
kinder.kulinarik.weg.tirol
Kinder und Jugendliche verbringen naturgemäß viel Zeit in Kindergärten und Schulen, wodurch die Verantwortung für eine bedarfsgerechte Ernährung und die Begleitung der Esssituationen vor Ort in den Fokus rückt. Ein Tiroler Projekt zeigt, wie der Weg zu einer gesundheitsförderlichen, g‘schmackigen und gemeinsamen Esskultur gelingen kann.
Kurzmeldungen
Neue Ernährungsempfehlungen in Deutschland und Österreich Überraschend: Milchkonsum, Laktoseintoleranz und Diabetesrisiko Urban Agriculture im Nachhaltigkeits-Check
Leinsamen
Als Alternative zu Chiasamen gewinnen Leinsamen zunehmend an Beliebtheit. Sie werden häufig sogar als heimisches „Superfood“ bezeichnet. Tatsächlich stammen sie von einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt.
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