
Bewegte Zeiten
Ein Update zu den beiden Themen Diabetes und Mikrobiom wartet in dieser Ausgabe. Unten im Inhaltsverzeichnis gibt es mehr zu den Beiträgen.
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Editorial
Die Zeit des Shutdown haben wir im forum.ernährung heute genützt, um eine neue Webinar-Reihe auf die Beine zu stellen. In sechs Talks haben wir uns aktuellen Aspekten rund um Ernährung, Bewegung, Lebensstil gewidmet und mögliche Veränderungen durch die Pandemie diskutiert. Die Themen finden Sie links aufgelistet, alle Talks stehen zur Nachschau auf unserer Website bereit.
Gesundheit und Wohlbefinden sind komplexen Interaktionen Wilke unterworfen. Das wird vor allem evident, wenn man das Mikrobiom betrachtet. Priv.-Doz. DDr. Sabrina Mörkl von der Med Uni Graz spricht vom Dreieck Ernährung/Psyche/Mikrobiom. Sie vermutet, dass sich während der Isolation die Bakterienvielfalt im Darm reduziert hat, weil einerseits Ängstlichkeit und Depressionen damit einhergehen und andererseits anders gegessen wurde. Darüber hinaus hat Social Distancing eine Reduktion der Bakterienvielfalt zur Folge. Eine hohe Diversität gilt jedoch als Schutzschild und ist mit Benefits wie einem gestärkten Immunsystem verbunden. Auch Bewegung wirkt sich auf die Darmflora aus. Alle vier Faktoren haben für sich und in ihrem Wechselspiel eine wesentliche Rolle bei Gewichtszunahme, der Entwicklung von Adipositas und Diabetes. Ja, das Mikrobiom nascht eindeutig mit. Daher liegt der Schwerpunkt dieser Ausgabe auf den rezenten Veränderungen und kurzen Updates zu Mikrobiom und Diabetes.
Die Konsequenzen von nicht übertragbaren Zivilisationskrankheiten verlaufen häufig schleichend und werden weniger drastisch wahrgenommen als akute Infektionen, führen jedoch ebenso zu verkürzter Lebenszeit. Im OECD-Bericht „Heavy Burden of Obesity: The Economics of Prevention“ aus 2019 wird konstatiert, dass sich die Lebenserwartung um durchschnittlich 2,7 Jahre verringert. Jeder US-Dollar, der in OECD-Ländern in effektive Prävention gegen Übergewicht investiert wird, steigert den Zugewinn beim wirtschaftlichen Outcome um das Fünffache. Sobald die Kapazitäten wieder gegeben sind, sind intensivierte Präventionsanstrengungen mit einem ganzheitlichen Ansatz wünschenswert, der psychische Faktoren ebenso ein schließt wie ausreichend Bewegungsförderung und eine konsequente Ernährungsbildung. Für diese sind auch die Sinne wesentlich. In der Rubrik Sensorik dreht es sich diesmal ums Riechen und um einen immer häufiger diskutierten Geschmacksmodulator: Kokumi. Zu guter Letzt stellen wir unter dem Motto „Obst & Gemüse in Saison“ Weichseln und Mirabellen vor.
Eine angenehme Lektüre wünscht
Inhalt
In die Gänge kommen
Corona hat auf einen Schlag den Tagesablauf, die Gewohnheiten, das Konsumverhalten und die Bewegungsmuster der Menschen verändert. Das hat bei vielen den Zeiger auf der Waage nach rechts wandern lassen. Über Bewegungsarmut und emotionales Essen.
Diabetes – ein Update
Bekommen nur Übergewichtige Diabetes? Macht Zucker zuckerkrank? Diabetes ist in Zeiten von Corona wieder vermehrt in die öffentliche Wahrnehmung gerückt. Wird doch vermittelt, dass Menschen mit Vorerkrankungen – also auch Diabetiker – ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 haben. Zeit für ein Update zu einer der häufigsten Zivilisationskrankheiten.
Eng verzahnt!
Diabetes und Parodontitis sind unterschiedliche Krankheiten, haben aber manches gemeinsam: Sie sind chronisch, entwickeln sich häufig ohne Beschwerden und werden erst spät erkannt. Durch eine tückische Wechselbeziehung sind sie sogar miteinander verbunden.
Diabetes, Mikrobiom und innerer Schweinehund
Sport und regelmäßige Bewegung helfen, Diabetes Typ 2 abzuwenden. So heißt es. Doch nun zeigt sich: Das trifft nicht auf alle Menschen zu. Während die einen profitieren, lässt sich bei anderen kein Benefit feststellen. Ein Grund dürfte im Mikrobiom liegen. Eine aktuelle Studie hat diese Dreiecksbeziehung unter die Lupe genommen.
Daten und Fakten zum Mikrobiom
Mikrobiom: Status quo
Die Symbiose zwischen Mensch und Bakterien ist für ein gesundes Leben essenziell. Was wir essen, beeinflusst das Mikrobiom. Geht die Balance verloren, können sich chronische Entzündungen, Insulinresistenz und Adipositas eher entwickeln. Die Mechanismen dahinter sind bislang jedoch nicht vollständig geklärt.
Dysbiose-Definition gesucht!
In der Erforschung des Mikrobioms sehen Wissenschafter für die personalisierte Medizin große Chancen, aber auch Grenzen. Um Analyse- und Diagnoseverfahren in der täglichen Praxis zu verwenden, reicht die Datenlage noch nicht aus.
Riechen lässt sich trainieren
Mit jedem Atemzug nehmen wir Gerüche wahr. Was wissen wir über den oft unterschätzten Geruchssinn? Und was passiert, wenn man unter einer Riechstörung leidet?
Als Diagnoseparameter zu unscharf
Geschmacks- und Geruchsverlust treten häufig bei einer COVID-19-Erkrankung auf. Durch welche Mechanismen kommen diese Symptome zustande, und was unterscheidet sie von der verstopften Schnupfennase?
Kokumi
Der Duden kennt kokumi (noch) nicht. Lebensmittelchemiker und Sensoriker schon. Und Sie als Leser auch – wenn nicht dem Namen nach, dann zumindest im Mund.
Weichsel & Mirabelle
Der Sommer ist die Zeit der heimischen Steinfrüchte: Während Weichseln von Anfang Juli bis Anfang August zur Verfügung stehen, sind Mirabellen erst im Spätsommer reif. Dann heißt es: frisch genießen, Kuchen backen, haltbar machen.
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