
Wert der Vielfalt
Diesmal liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Diversität. Für Näheres zu den Beiträgen einfach zum Inhaltsverzeichnis hinunterscrollen.
€ 6,75 inkl. MwSt. zzgl. Versand
Editorial
Abwechslungsreich und ausgewogen essen bedarf einer neuen Definition! Erste Assoziationen – vor allem von Fachkräften – zielen auf eine bunte Kost entsprechend der lebensmittelbasierten Empfehlungen für eine gesunde Ernährung ab. Zum Beispiel: Fünfmal Obst und Gemüse am Tag, möglichst regional und saisonal. Doch Vielfalt auf den Tellern bedeutet mehr. Sie erschließt sich durch die Sortimentsbreite und -tiefe. Letztere bezeichnet die Anzahl verschiedener Produkte innerhalb einer Warengruppe. Hier wird es oft dünn. Von etwa 20 000 Apfelsorten sind in Deutschland nur 30 wirtschaftlich bedeutend. Von den weltweit mehr als 1000 Bananensorten dominiert lediglich die Sorte Cavendish den internationalen Markt. Schätzungen zufolge sind für den Menschen etwa 30 000 Pflanzenarten verwertbar, tatsächlich nutzen wir rund 200. Neun davon machen zwei Drittel der globalen Produktion aus. Rund um den Globus zählt man in der Viehwirtschaft etwa 40 Nutztierarten, doch nur eine Handvoll ist für die Milch-, Eier- und Fleischversorgung relevant. „Der Biodiversitätsverlust ist neben dem Klimawandel als die kritischste globale Umwelt bedrohung zu sehen – und beide sind untrennbar miteinander verbunden“, konstatierte die Europäische Kommission 2011. In der Farm-to-Fork- und der Biodiversitätsstrategie hat sie nun (auch) Zusammenhänge der Agrobiodiversität und der Ernährungskultur verdeutlicht und klare Ziele für den Erhalt der Vielfalt formuliert. Denn was wir essen, bleibt bestehen – so lautet eine plakative Formel, die den Markt im Sinne von Angebot und Nachfrage spiegelt und auf Getreide-, Obst- und Gemüsesorten ebenso zutrifft wie auf Tierrassen. Abwechslung wird sich künftig demnach auch auf die Variabilität innerhalb von Warengruppen beziehen müssen. Dass das lust- und geschmackvoll sein kann, zeigen immer mehr (Spitzen-)Köche vor. Doch nicht nur ihnen kommt eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung der zu erhaltenden Vielfalt zu. Auch Ernährungskommunikatoren können durch ganzheitliche lebensmittelbasierte Ansätze ihren Beitrag leisten. Was haben also die süße Sophie, Leonardo und die runde Resi gemeinsam? Sie sind nur drei der vielen unterschiedlichen Tomatensorten. Und auch Baumwoll-, Honig- oder Birnenquitte sind nur ein kleiner Streifzug durch die Sortenauswahl (mehr dazu ab Seite 20). Vielfalt liegt in der Tiefe. Kosten Sie sie aus!
Herzlichst!
Inhalt
Biodiversität: Bunt statt brav
Einige Zeit haben wir versucht, die Natur zu ordnen, aufzuräumen, zu optimieren. Eine Zeitlang hat das auch funktioniert. Heute aber sehen wir: Eine optimale Natur ist weder ordentlich noch aufgeräumt. Sie ist vielfältig – sie ist biodivers. Und nur so in der Lage, langfristig für uns zu funktionieren.
Biodiversität: Daten und Fakten
Bringt Rasse in die Masse!
Pustertaler, Sulmtaler, Schwäbisch-Hällische? Die sind alle vom Aussterben bedroht. Zum Glück nicht die dort lebenden Menschen, sondern die sogenannten Nutztierrassen. Im Streben nach mehr Leistung bei möglichst niedrigen Kosten geht deren Lebensraum verloren. Wir Menschen verlieren dabei nicht nur die Stabilität der Agrobiodiversität, sondern auch sehr viel von unserer wertvollen Esskultur.
Ökosystemleistungen auf dem absteigenden Ast
2019 veröffentlichte der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) den ersten Report zum Zustand der weltweiten Ökosysteme und ihrer Artenvielfalt. Über die Hintergründe, Ergebnisse und Zukunftsaussichten hat ernährung heute mit Prof. Dr. Josef Settele, dem Co-Chair des Berichtes, gesprochen.
To bio or not to bio
In der Werbung und im Supermarkt sind biologische Lebensmittel immer stärker präsent, und mit der Biodiversitätsstrategie 2030 sollen die biologisch bewirtschafteten Flächen in Europa nun auch von politischer Seite ausgeweitet werden. Aber worauf kann man sich verlassen? Und warum kaufen die Konsumenten bio?
Alles zu komplex?
Biodiversität und Ernährung sind multidimensionale Phänomene. Sind wir der Komplexität der Realität gewachsen? Dieser Frage widmet sich auch der Schweizer Umweltexperte Rolf Jucker in seinem neuen Buch. ernährung heute hat mit ihm darüber gesprochen.
Quitte
Sie gilt als Symbol für Liebe, Glück, Fruchtbarkeit, Klugheit, Schönheit und Beständigkeit. Nicht überraschend, dass sie auch Venusapfel genannt wird. Besonders schön ist allerdings die Bezeichnung Schmeckbirne. Dabei schmeckt die Quitte nicht nur, sondern parfümiert dank ihres wunderbaren Duftes beispielsweise auch Räume und wurde früher zur Beduftung sogar auf frische Wäsche gelegt.
Sie haben ein Online- oder Kombi-Abo oder diese Ausgabe bereits gekauft?
Aus dem Magazin-Archiv einzeln bestellen

01|2026
Adipositas: Mehr als Gewicht

04|2025
Potenzial der Vielfalt

03|2025
Funga? Welt der Pilze

02|2025
Getreidekiste
4 mal im Jahr
Jahresabo ernährung heute
Fundierte Inhalte rund um Ernährung, Gesundheit und Lebensstil. Unterschiedliche Perspektiven für eine umfassende Meinungsbildung. Heute lesen, morgen profitieren – der Wissensvorsprung für all jene, die sich mit dem komplexen Thema Ernährung befassen! Bei Abo-Abschluss während des Jahres werden die bereits erschienenen Hefte ebenfalls zugesandt.
Abo abschließen
© Foto Wilke