
Medien, Werbung und Verbote
Welche Rolle Medien, Werbung und Verbote spielen, steht im Zentrum dieser Ausgabe. Details gibt es unten im Inhaltsverzeichnis.
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Editorial
In den vergangenen Jahren hat sich das forum.ernährung heute vor allem der Verantwortung des Einzelnen und der Gesellschaft für Ernährung und Lebensstil sowie der Ernährungsbildung gewidmet. Mitte Jänner luden wir zum 6. f.eh-Dialog „Reden wir über Medien, Werbung und Verbote“ in Wien und schlossen damit gedanklich an die Verantwortungsfrage an. Für die Adipositasproblematik bei Kindern sind evolutionäre Prägungen, die Eltern-Kind-Beziehung und soziokulturelle Einflüsse relevant. Als ein wesentlicher Faktor im Big Picture wird der Medienkonsum immer deutlicher. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diskutiert vor allem den mit dem Medien konsum einhergehenden Einfluss von Marketing und Werbung immer wieder als Risikofaktor für Übergewicht und Adipositas bei Kindern. Mit der Umsetzung der überarbeiteten EU-Mediendiensterichtlinie in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten wird heuer u. a. diesem Thema konkret begegnet.
Beim f.eh-Dialog diskutierten wir anhand drei zentraler Fragen, die im Spannungsfeld zwischen Familie und Gesundheitspolitik stehen, wie Medienkonsum das Ess-, Kauf- und Bewegungsverhalten beeinflusst. Dabei ging es erstens um die Spitze der Ernährungspyramide – Fast Food, Süßigkeiten und Knabbereien – in Kinderfernsehen und -filmen. Welchen Einfluss haben Produktplatzierungen und Werbung auf das Gesundheits- und Bewegungsverhalten der Kinder? Welche Lebensmittel sind für das Kinderprogramm in Ordnung, welche sollten keinen Platz haben? In diesem Zusammenhang stellte sich zweitens die Frage der „Behaftung von Lebensmitteln“ und der Einteilung in „gesund“ und „ungesund“. Wie kommt es zu dieser Kategorisierung? Und drittens stand zur Diskussion, wie Verbote und Marketingeinschränkungen das Ernährungsverhalten verändern. Welche Potenziale bergen sie, und welche negativen Folgen können sie eventuell haben?
Der Dialog sollte bei all diesen Aspekten einen Anstoß geben, was Eltern tun können, um eine gesundheitsförderliche Lebenswelt für Kinder zu schaffen, und wie wir uns als Gesellschaft für einen ganzheitlichen und sinnvollen Umgang einsetzen können. In diesem Heft finden Sie nun eine ausführliche Nachlese.
Herzlichst!
Inhalt
Medienkonsum und Verantwortung
Eltern leisten über ihre Vorbild- und Erzieherrolle einen wesentlichen Beitrag zur familiären (Medienkonsum-)Kultur. Ebenso wichtig ist es für gesellschaftliche Gestalter in Politik und Wirtschaft, Medien- schaffende und andere Multiplikatoren, sich der Verantwortung für Medieninhalte bewusst zu sein. Im digitalen Zeitalter umso mehr.
Verlockungen in Werbung und Kinderfilmen
Im beliebten Kinderfilm „Der SpongeBob Schwammkopf Film“ geht es in erster Linie um die Liebe der Meeresbewohner für den Krabbenburger. In „Ab durch die Hecke“ bekommt das Eichhörnchen Hammy Superkräfte, nachdem es einen Energy-Drink konsumiert hat. Die Lieblingsspeise der jungen Protagonistin Riley in „Alles steht Kopf“ ist Pizza, wohingegen sie Brokkoli gar nicht mag. Diese Beispiele zeigen, dass kalorienreiche Lebensmittel häufig in populären Filmen, die speziell auf Kinder abzielen, vorkommen und zudem oft sehr positiv evaluiert werden.
Gesund oder ungesund?
Die meisten Menschen haben ein intuitives Verständnis davon, welche Nahrungsmittel „gesund“ und welche „ungesund“ sind. Aber wie lautet die Definition, und was führt zu dieser Einteilung? Welche Rolle spielt die Nahrungsmenge? Und was kann man tun, damit sich Menschen gesünder ernähren?
Verbote und Einschränkungen: Quo vadis?
Gesetzliche Regulierungen wie Verbote und Einschränkungen von Werbung, Verkauf und Konsum können das gesellschaftliche Verhalten ebenso steuern wie soziale Normen. Aber auch Einzelne erlegen sich Restriktionen auf, zum Beispiel bei Diäten, beim Fasten oder durch den Verzicht auf bestimmte Produkte oder Inhaltsstoffe. Doch was bringen Verbote? Ein Überblick zu Herausforderungen, Potenzialen, Gefahren und Alternativen.
Glossar zum Thema Medien und Werbung
Zur Bewegung bewegen
Bewegung ist gesund! Diese Aussage würde wohl eine große Mehrheit der Österreicher unterschreiben. Schließlich sind Bewegungstipps beinahe allgegenwärtig: Zeitungen und Zeitschriften berichten über die neuesten Trends auf dem Fitnesssektor, Studien zum fortschreitenden Bewegungs-mangel werden präsentiert, und so mancher Arztbesuch endet mit der Empfehlung, beim Essen „aufzupassen“ und mehr Bewegung zu machen. Also alles bestens?
10 Tipps für Eltern zum Thema Medien, Essen und Bewegung
Die sogenannten Neuen Medien sind stets verfügbar, nahezu unendlich und kaum kontrollierbar. Ohne Frage stellen sie Eltern und Erzieher vor große Herausforderungen. Schließlich beeinflussen sie Ess- und Bewegungsmuster. Was können Eltern tun, um eine gesundheitsförderliche Lebenswelt für Kinder zu schaffen?
„Gemüse ist das bessere Obst“
Ernährungsempfehlungen sind ein guter Leitfaden, um sich ausgewogen zu ernähren. Oft werden sie komplex dargestellt und sind für Otto Normalverbraucher nur schwer verständlich und nicht alltagstauglich. Die Pharmazeutin Karin Hofinger hat sich Gedanken dazu gemacht, wie man Empfehlungen plakativ darstellen kann. Ihre Überlegungen hat sie in das von ihr konzipierte Vital-Teller-Modell® einfließen lassen. Wir wollen wissen, was es damit auf sich hat.
SAUER macht lustig und risikofreudig!
Neue Rezeptoren wurden entdeckt, neue Studien zur Geschmacks- wahrnehmung durchgeführt: Grund genug, um sauer, salzig, süß und bitter in vier Teilen unter die Lupe zu nehmen. Jahreszeitlich angepasst beginnen wir mit SAUER: So schmecken erste Ernten wie Rhabarber oder Sauerampfer, aber auch eingelegtes und fermentiertes Gemüse.
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