
Ethik und Moral
Diesmal werden Ressourcennutzung und ethische Aspekte der Ernährung beleuchtet. Weiter unten gibt es mehr zu den Themen.
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Editorial
Gerade in den vergangenen Wochen sickerte ein Thema durch viele Medienkanäle: die Verschwendung von Nahrungsmitteln. Unterschiedliche Initiativen formieren sich, ehrenamtliche Food Saver genauso wie das unternehmerische Recycling von Altbrot zu Futtermitteln. Restl-Essen, Verwertung von der Schale bis zum Kern und von der Schnauze bis zum Schwanz erleben ein Revival. Fleischkonsum steht ohnehin im Mittelpunkt vieler Diskussionen, damit verbunden das Tierwohl, eine artgerechte Haltung, die rechte Menge und auch die fleischvakante Variante. Veganismus und Vegetarismus sind zumindest als Schlagworte quer durchs Land omnipräsent. Die Konzepte von regional, saisonal und Bio durchdringen langsam die Mitte der Gesellschaft. Viele wollen wieder mehr Bezug zum Essen haben, zu den Menschen, die dahinterstehen. Städte beginnen, Flächen und Ressourcen auf kreative Weise zu nützen und staunen über die Natur. Wie wertvoll kurze Wege sind, wird ebenso immer deutlicher: Auf der logistischen Ebene geht es um die Frische der Waren, auf sozialer schlicht um die Nahrungsversorgung und damit einhergehende Lebensqualität, gerade für eine alternde Gesellschaft. Die "neue Bescheidenheit" geht Hand in Hand mit einem wieder wachsenden Bewusstsein für den Wert von Nahrungsmitteln sowie deren Herstellung und die weitreichenden Konsequenzen der einzelnen Glieder der Verwertungskette. "Wenig Geld für Lebensmittel auszugeben ist nicht mehr en vogue," sagt Reinhild Benning, Leiterin Agrarpolitik, Biomassenutzung und Tierschutz vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) beim Zukunftsdialog Agrar & Ernährung Anfang Mai in Berlin. "Verbraucher haben durchschaut, dass billig teuer ist." Ökologisch und gesellschaftlich teuer. Schön langsam könnte sich also ein grundlegender Wandel hin zu einer ganzheitlichen Ernährungsethik zeigen. Dazu zählt auch die eigene Esskultur, denn es ist nicht nur eine Frage der Würde, was man isst, sondern auch wie. In diesem Sinne:
Auf einen genussreichen und frohen Sommer!
Inhalt
Wie es ist und wie es sein soll
Ist gut tatsächlich gut? essen ist eine emotionale Angelegenheit und hoch moralisiert. Dabei spricht vieles dafür, ein Quäntchen Vernunft aufs tableau zu bringen und sich ethischen fragen zu widmen. Denn ethik hilft, die moral zu reflektieren. Kritisch zu reflektieren.
Essen wir unseren Planeten leer?
Derzeit beansprucht ein Deutscher jährlich im Schnitt 1562 m2 Ackerfläche für seine Ernährung. Ein Großteil davon liegt jedoch im Ausland und wird insbesondere für den Anbau von Soja verwendet. Angesichts der begrenzten Ressourcen auf unserem Planeten und der gleichzeitig steigenden Weltbevölkerung verringert sich die weltweit pro Person und Jahr verfügbare Ackerfläche bis zum Jahr 2050 auf 1166 m2. Schaffen wir es bis dahin, unsere Ernährungsgewohnheiten den verfügbaren Ressourcen anzupassen?
Die Ressourcen werden knapp
Klimawandel, Verlust biologischer Vielfalt, Verknappung der Süßwasserreserven oder Gesundheitsschäden durch Umweltgifte – ökologische Probleme, die nicht nur für mediale Schlagzeilen sorgen, sondern Themen höchster Dringlichkeit darstellen, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wiederholt mahnte. Inwiefern können Ökobilanzen hier einen Beitrag zur Orientierung beim Lebensmittelkauf leisten? ERRATUM: In diesem Artikel hat bei der Abbildung auf Seite 10 leider der Fehlerteufel zugeschlagen, Sie finden die korrigierte Version hier: https://www.forum-ernaehrung.at/fileadmin/user_upload/Ressourcen_werden_knapp__eh_2_2015.pdf.
Waste2Value
Statt auf dem Teller landen weltweit 1,3 Billionen t Nahrungsmittel im Müll. In Österreich wird etwa eine Million t Nahrungsmittel jährlich weggeschmissen. Umdenken und Handeln sind gefragt – von EU-politischer Ebene über Produktion, Handel und Gastronomie bis hin zum Einzelnen.
Chia – Superfrucht oder Supermarketing?
Irrtümer verbreiten sich oft besonders rasch. So auch jener, dass es sich bei Chia um Samen handelt. Diese falsche Zuschreibung basiert darauf, dass sie Samen optisch ähnlich sind. Doch Chia sind botanisch betrachtet Früchte – für manche sind es gar „Superfrüchte“. Was ist dran an Chia?
Rund um den Globus: Gemeinsamkeiten und Unterschiede urbaner Gärten in Großstädten
Ob in Havanna, Nairobi, Singapur, New York City, Berlin oder zahlreichen anderen Städten – weltweit erobert die Landwirtschaft die Städte. Welche Projekte gibt es rund um den Globus? Was verbindet sie und wie unterscheiden sie sich?
Ernährungsmuster zur Prävention chronischer Erkrankungen
Wie kann man über die Ernährung chronischen Erkrankungen vorbeugen? Dieser Frage gehen Ernährungsepidemiologen seit Jahrzehnten nach. Ein neuer Ansatz liefert sehr vielversprechende Ergebnisse: die Untersuchung von Ernährungsmustern anstelle einzelner Lebensmittel oder Nährstoffe.
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