• Digitale Transformation

    Diesmal wird beleuchtet, wie die Digitalisierung nach und nach immer mehr Lebensbereiche verändert. Mehr dazu im Inhaltsverzeichnis.

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Editorial

Der französische Soziologe Marcel Mauss hat Essen als soziales Totalphänomen bezeichnet. Ähnliches lässt sich mittlerweile über die Digitalisierung sagen. Peu à peu erschließt die digitale Transformation immer mehr Lebensbereiche. Sie ändert unser Denken, Lernen, Arbeiten und Kommunizieren, unseren Alltag, das Miteinander und die Identitäten im Real Life und der virtuellen Welt. Zu einem Teil wird sie auch unsere Ernährungsweisen und Esswelten ändern. Gefüttert mit mehr oder weniger freiwillig offerierten Daten und der Gabe zum selbständigen Lernen wächst die künstliche Intelligenz mit jedem Tag. Viele Anwendungen des technologischen Fortschritts erlauben, Denk- und Handarbeit zu delegieren und bequemer durch den Alltag zu gehen. Im Ernährungsbereich trifft das auf alle Sektoren zu. Ob Optimierung beim Saatgut und der Düngung, händlerbasiertes Instant-Payment im Supermarkt, Roboter als Haushaltshilfe, die sich selbst regulierende Herdplatte oder Bestellungen im Lokal per Tablet und Lieferung à la Running Sushi: Die Landwirtschaft und Produktion sind von der digitalen Revolution genauso erfasst wie der Handel, die eigene Küche oder die Gastronomie. Auch im Gesundheitssektor haben Sensoren, Chips, Apps und Telemedizin das Potenzial, Patienten zu unterstützen. Wissenschaftliche Belege für deren Nutzen sind je doch noch spärlich und punkto Datenschutz gibt es noch viel Luft nach oben. So sehr viele Errungenschaften den Alltag erleichtern mögen, auf einen differenzierten Blick sollten wir nicht verzichten. Es wird darum gehen, klare Grenzen zu ziehen, welche Bereiche wir digitalisiert und automatisiert haben möchten – und welche nicht. Und es geht um grundlegende Fragen: Wie viel persönliche Freiheit und Integrität bewahren wir uns? Wie viel Fremdbestimmung lassen wir zu? Wird sich künstliche Intelligenz mit ihren Algorithmen als Goethes „Geister, die ich rief“ entpuppen? Gerade bei existenziell notwendigen, lustvollen und sinnlichen Handlungen, zu denen das Essen unweigerlich zählt, sowie sensiblen Gesundheitsdaten wird eine kritische Reflexion angebracht sein.

Schönen Sommer!

Inhalt

Fokus: Seite 03-06

Digitale Revolution im Gesundheitsbereich

Wie verändert sich der Gesundheitssektor durch die Digitalisierung? Welche Chancen und Risiken birgt diese Entwicklung? Und was ist bereits möglich? Sicher ist jedenfalls, dass sich der Markt hochdynamisch entwickelt und enormes wirtschaftliches Potenzial beinhaltet.

Fokus: Seite 07-09

Digitalisierung trifft Diabetes

Apps, Sensoren oder Insulinpumpen mit automatischer Steuerung. Datenübertragung zum behandelnden Arzt via Smartphone. Vieles läuft über Telemonitoring und digitale Vernetzung. Denn längst ist die Digitalisierung auch bei Diabetes angekommen. Ein Blick hinter die Kulissen.

Fokus: Seite 10-11

Digitale Sensorik

Die sinnliche Wahrnehmung von Lebensmitteln ist etwas sehr Reales: Wir Menschen betrachten schön angerichtete Speisen, riechen an frisch gepflückten Beeren, schmecken uns durch das Marktangebot, spüren die Verpackung in der Hand, die Cremigkeit und Kühle sommerlicher Eiscreme im Mund, hören das Zischen beim Öffnen einer Mineralwasserflasche. Doch auch in der Sensorik ist Virtualität angekommen, wenn auch vorerst als Nischenthema.

Fokus: Seite 12-13

Vernetzte Küche

Per Knopfdruck eine heiße tasse Kaffee. Das kennt jeder. Neu ist,dass man bereits unterwegs per App den Kaffee machen kann. Aber nicht nur das: Digitale Küchenhelfer erstellen Einkaufslisten,suchen Rezepte aus der digitalen Welt und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Doch nicht immer ist so viel Technik auch ein Segen. Ein Update aus der smarten Küche.

Fokus: Seite 14

Smart Farming

Digitale Techniken machen auch vor den Toren der Landwirtschaft nicht halt, man denke etwa an selbstfahrende Traktoren, Melkroboter oder Drohnen. Die digitale Landwirtschaft spielt alle Stücke. Was bringen diese Innovationen? Und welche Auswirkungen hat smarte Landwirtschaft auf die Betriebe?

Ess-Kunst: Seite 15-18

Augenschmaus und Künstlerküche

Alte Ölbilder von altem Essen. Ein fades, kaltes Gericht von Malern, denen nichts Besseres einfiel? Mitnichten. Essen in der Kunst war und ist ein heißes Thema, und die Künstlerküche bietet für jeden Geschmack die entsprechenden Gaumen- und Augenfreuden. Ein Streifzug durch die Essensabbildungen in der europäischen Malerei. Vom Mittelalter bis zur Postmoderne.

Im Dialog: Seite 19-21

Kein Palmöl ist keine Lösung

Die ökologischen und sozialen Folgen der Palmölwirtschaft sind massiv, Initiativen mehr denn je gefragt. Daher lud das forum. ernährung heute am 19. April zum 5. f.eh-Dialog „reden wir über Palmöl“. Der Einladung nach Wien folgten rund 70 Vertreter aus den Bereichen Konsumentenschutz, Handel, Landwirtschaft, Ernährungswissenschaft und Medien. Die geladenen Experten beleuchteten Palmöl aus unterschiedlichen Perspektiven. Erste Erkenntnis am Ende des Tages: Palmöl ist ein hochkomplexes Thema. Zweite Erkenntnis: Palmölboykott ist auch keine Lösung.

Serie: Kulinarische Redewendungen: Seite 22-23

Mit einer treulosen Tomate ist nicht gut Kirschen essen

Im Sommer ist Hochkonjunktur für Salat, Tomaten, Eierschwammerl & Co. Wir gehen daher in diesem Teil unserer Serie Sprichwörtern zu Sommerfrüchten und -gemüsen auf den Grund.

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