• Im Wandel

    Die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die oft zu wenig Aufmerksamkeit erhält – in diesem Heft stehen sie im Fokus. Mehr dazu weiter unten.

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Editorial


Overlooked and underdiscussed. Verzeihen Sie den kurzen Ausflug ins Englische. Aber er bringt schneller auf den Punkt, wo wir in der Debatte rund um die Wechseljahre stehen. 2025 werden mehr als eine Milliarde Frauen rund um den Globus postmenopausal sein, so die Statistik der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft (NAMS). Und doch ist so vieles nicht bekannt und wird so wenig darüber geredet. Über das Gesundheitsverhalten ebenso wie über die individuellen Erfahrungen. Dabei ist das Klimakterium wie die Pubertät ein natürlicher Lebensabschnitt, nach dem für viele Frauen immer noch die Hälfte ihres Lebens vor ihnen liegt. Bei der Menopause, also der letzten Periode, sind Frauen im Schnitt 51 Jahre alt, manche erst 40, andere 58. Die Jahre davor und danach sind mitunter ein recht turbulentes Auf und Ab. Zwei von drei Frauen sehen sich einer qualitativen Umfrage zufolge nicht auf diese Lebensphase vorbereitet, viele fühlen sich allein gelassen. Selbst unter Medizinern geben in Amerika nur 7 % an, adäquat ausgebildet zu sein, um Frauen gut durch diese Transitionsphase zu begleiten. Das liegt vor allem auch an den so vielfältigen Symptomen und den enormen individuellen Schwankungen. Eine klare Zuordnung der Zuständigkeit einerseits und des Ownership andererseits sind schwierig. Alles hängt mit allem zusammen. Ob trockene Augen, träger Darm, eine plötzlich auftretende Allergie, Stimmungstiefs, Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen oder Gelenkschmerzen: Es kann sich um Folgen des Hormonmangels handeln. Um bereits vorab besser informiert zu sein, braucht es einen offeneren Diskurs und vor allem mehr Wissen auf allen Seiten. Von Fachleuten ist mehr Bewusstsein und vernetztes Know-how einzufordern, und Laien kann ein Grundverständnis helfen, gute Voraussetzungen für die zweite Lebenshälfte zu schaffen. Schließlich zählt Gesundheitskompetenz zu den effektiven Methoden, um Osteoporose, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und somit auch den Wechseljahren ihre Schwere zu nehmen.

Herzlichst!

Inhalt

Fokus: Seite 04-05

Wechseljahre - Fluch oder Chance

Jede Frau ist in ihrem Leben mit der Menopause konfrontiert. Ist diese Umbauphase Anlass zur Sorge oder vielmehr Zeit, die Segel neu zu hissen? Was heißt das auf der psychischen Ebene? Und gehört man deswegen zum alten Eisen?

Fokus: Seite 06-07

Hormonchaos 2.0

Als Wechseljahre wird die Zeit der hormonellen Umstellung bezeichnet, die das Ende der fruchtbaren Phase der Frau markiert. Im weiblichen Körper findet währenddessen eine Reihe von Veränderungen statt. Beginn und Dauer sind individuell verschieden.

Fokus: Seite 08-09

Aktive Knochenarbeit

Osteoporose wird für viele Frauen vor allem ab dem Ende des Klimakteriums zum Problem. Viele schonen sich aus Angst vor Brüchen, dabei kann Bewegung eine bereits bestehende Osteoporose stoppen und den Knochenaufbau wieder anregen. Dazu gehört regelmäßiges Training, etwa in Form von Ausdauersport oder Krafttraining.

Fokus: Seite 10-12

Potenzial von Phytoöstrogenen

Die Suche nach Alternativen für eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren hat Phytoöstrogene verstärkt in den Fokus gerückt. Wenn es um ihre Wirkung und die Sicherheit von kommerziell erhältlichen Präparaten geht, sind die Meinungen geteilt.

Fokus: Seite 13-15

Vom Hüftgold zum Bauchspeck

Nahezu jeder Mensch bemerkt, dass mit dem Alter graduell das Gewicht steigt und sich die Figur verändert. Bei Frauen mehr als bei Männern. Daran ist der veränderte Hormonhaushalt beteiligt, aber nicht allein schuld. Ein enormes Gewichtsplus mit all seinen ungünstigen Folgen lässt sich daher verhindern.

Lebensmittel: Seite 16-17

Verjus: Renaissance des sauren Saftes

„Verjus ist die Entdeckung der letzten zehn Jahre, ein bisschen die Zukunft“, sagt Armin Tement, Kellermeister und Winzer am gleichnamigen Bio-Weingut. Für mich trifft das jedenfalls zu. Die Geschichte einer persönlichen Annäherung.

Epidemiologie: Seite 18-21

Adipositas und Depression: Ein Henne-Ei-Problem

Übergewicht und Depressionen zählen zu den am häufigsten diskutierten Gesundheitsthemen der Gegenwart und stehen miteinander in enger Wechselbeziehung. Welche Mechanismen liegen dem zugrunde? Und was kann man tun, um den Teufelskreis zu durchbrechen?

Serie: Gewürze - Teil 2: Seite 22-23

Muskatnuss & Muskatblüte

Gewürze haben oft heikle Geschichten, und auf die kleine Muskatnuss trifft das ganz besonders zu. Wegen ihr wurden in der Vergangenheit sogar Kriege geführt und Völker ermordet.

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